ADSL nutzt zweiadrige Kupferleitungen mit einer Bandbreite von 1,1
MHz. Dabei gibt es zwei Verfahren:
- FDM: Aufteilung des Frequenzbereichs,
- EC: Nutzung desselben Frequenzbereichs mit Echo
Compensation, wie aktuelle Modems,
Die Bandbreite wird bei ADSL geteilt in
einen Bereich bis 4 kHz, der für analoges Telefonieren benutzt wird, den
Bereich 30-130 kHz (Uplink) und darüber (Downlink). Alle
ADSL-Varianten sind asymmetrisch, d.h. der Downlink ist
schmalbandiger als der Uplink.
ADSL erlaubt also die Kombination mit analoger Telefonie, nicht
jedoch mit ISDN. Die Daten werden dabei in 4 kHz breiten Frequenzbändern
moduliert, das Verfahren heißt DMT. Es gibt mit CAP noch ein zweites,
welches aber sensibler auf Störungen reagiert.
T-DSL mit ISDN ist eine besondere Variante, die die Bandbreite
geringfügig einschränkt, damit aber genug Raum auch für ISDN gewinnt: Es
wird EC genutzt, der Frequenzbreich beginn aber erst bei ca. 120 kHz.
Der Splitter trennt POTS/ISDN und DSL auf und stellt auf zwei Ports
einmal den ISDN- oder Telefon-Bereich sowie den genutzten ADSL-Bereich
bereit. Der ADSL-Bereich geht an den NTBBA, der die Echo Compensation
macht, DMT moduliert/ demoduliert und einen Ethernet-Port (MDI-X) hat.
Der ISDN-Teil an den NTBA, der daraus den S0-Bus macht. Für Kunden ohne
ISDN hat der Splitter einen Umschalter, der die Trennfrequenz wechselt,
der NTBBA bleibt der gleiche.
T-DSL endet immer in der jeweiligen Vermittlungsstelle (bzw. in einem
zentraleren POP) und wird von der Telekom angeboten. T-DSL alleine
stellt jedoch noch keinen Internet-Zugang dar, sondern bietet nur ein
Übertragungs-Verfahren für Daten, mit der Besonderheit, dass es parallel
zum ISDN/POTS funktioniert. Es muss daher mit einem Internet-Zugang
eines Providers kombiniert werden, der IP bis zum Standort des AC liegen
hat. Das kann T-Online sein, es sind aber auch andere im Kommen.
Der AC (Access Concentrator) packt das IP des Internets in PPP-Pakete
ein, diese dann in Ethernetframes, die gehen zum DSLAM, von dort zum
Kunden, dort aus dem NTBBA heraus auf das Ethernet, über eine
Shcnittstelle wie eth0 unter Linux gelangen die PPPoE-Frames in
den Rechner, von wo sie zum PPPoE-Treiber (z.B. rp-pppoe oder RASPPPoE)
gelangen. Der PPPoE-Treiber richtet ein virtuelles Device wie ppp0
unter Linux ein, packt die PPPoE-Frames aus und schickt sie auf dieses
Device - dieses Device bekommt daher auch die IP-Nummer
(dynamisch).
Die Netzwerkkarte routet zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch kein
TCP/IP aus dem Internet - das sind andere Frames, PPPoE eben. Daher
spielt es keine Rolle, was eth0 sonst noch so macht, welches
IP-Netz (oder gar NetBEUI) auf dieser Karte auch noch draufliegt. Und
natürlich ist dem PPPoE auch egal, ob das IP-Pakte sind, die kurz zuvor
als PPPoE-Pakete schon einmal durch dieses Interface gegangen sind.
Daher geht es auch mit einer Karte. Hat man eine zweite,
braucht man dort nicht einmal eine IP-Nummer draufzulegen (und schon gar
kein Netz und erst recht keine Route). Das IP-Routing (bzw. NAT) findet
nämlich zwischen dem ppp0 vom PPPoE-Treiber und dem TCP/IP-Protokoll von
eth0 statt. Sinngemäß geht das auch unter Windows, wobei aber Routing/
Masquerading dort nicht serienmäßig vorhanden sind.
Grafische Darstellung (am besten verfolgt man die +++-Linie):
..... ISDN/Telefonie
Internet
----- IP | IP
|
+++++ pppoe (verpacktes IP) AC/Router
ISDN oder +
#### pppoe-Treiber analoge +pppoe in ATM
Telefonie +
. +
............ +
. +
. +
DSLAM in
der Vermittlungsstelle
.+
.+
.+
Telefonleitung
.+
.+(EC/DMT)
.+
Splitter
. +
............ +pppoe, in ATM,
. +EC/DMT-moduliert
Telefon/ISDN +
+
----------------- +
Rechner1 Rechner2 Rechner3 | Linux-Rechner | NTBBA
eth0 eth0 eth0 | | +
| | | | IP-Stack | +pppoe
| | | |(Routing/NAT) | +
| | | | | | | +
| | | | | |IP | +
| | | | | | | +
| | | | IP| ppp0 | +
| | | | | #### | +
| | | | | + | +
| | | | | + | +
| | | | eth0+++++ | +
| | | | |+ | +
| | | ----------------- +
| | | |+ +
| | | |+IP/pppoe +
| | | IP |+ +
| | IP `-------- HUB +++++++++++++++
| IP `-------------------'|
`---------------------------------'
|
Ob also das pppoe über eine separate Karte Richtung ppp0 geht, oder
über die gleiche wie die restlichen IP-Pakete, ist egal (sieht man vom
zusätzlichen Kollisions-Potenzial und Sicherheitslücken ab). Vorteil
obiger Variante ist, dass sich auch z.B. Rechner 2 per pppoe einwählen
kann, ohne dass man was umstecken muss. Anfangs ging das sogar
gleichzeitig, inzwischen geht das nicht mehr (jedenfalls bei mir).
Generell gilt dabei, die AGB zu beachten, obiges ist bei T-Online nur
für einen Benutzer erlaubt (wenn man mit zwei Rechnern surfen möchte).
Theoretisch ist das pppoe eigentlich überflüssig (was der
NTBBA da demoduliert, ist dem egal, und DSL ist sowieso eine
Standleitung), aber damit man nicht jedem Kunden eine feste IP-Nummer
geben muss, damit man auch zeitabhängige Tarife abrechnen kann und damit
auch Zugänge zu anderen Internet-Providern (nicht zu verwechseln mit
anderen ADSL-Providern!) über den T-DSL-Anschluss möglich sind, benutzt
man das bewährte PPP: Es kümmert sich um die Autorisierung beim
Provider, um die IP-Nummer und erzeugt bei An- und Abwahl Datensätze zur
Abrechnung.
Es ist aber bei anderen ADSL-Anbietern (nicht am normalen
Telekom-Anschluss und nicht mit ISDN zusammen) durchaus möglich (und im
Profibreich auch üblich), dass IP direkt transportiert wird. Dazu passen
aber obige Skizze nicht mehr.
Das alles ist nicht etwa nur graue Theorie. Das funktioniert auch
praktisch so (hier bei mir)! Weder die Win-Rechner (z.B. Rechner 2) als
auch der Linux-Rechner haben eine 2. Ethernet-Karte. Und auch Win kann
das prima, d.h. während man von Win aus über T-DSL online ist, kann man
auf der gleichen Ethernetkarte im LAN kommunizieren und z.B.
heruntergeladene Dateien auf einem Netzlaufwerk speichern.
Bedenken sollte man aber: Die Autorisierung beim pppoe läuft im
Klartext. Rechner 1 oder Rechner 3 könnten also das Passwort mitsniffen,
da ein Hub alle Pakete einfach nur verteilt. Das eignet sich also nur
für Heim-Lösungen. Ein Switch an Stelle des Hub verhindert das aber (und
erlaubt nebenbei die Sache sogar in einem 100-MBit-Netz).
Außerdem gehen Broadcasts aus dem lokalen Netz durch die Bridge im
NTBBA, so dass theoretisch jemand im Netz des AC Informationen über die
Netztopologie daheim gewinnen könnte.
Welche Verkabelung/Hardware man benutzt, hängt von der Situation ab.
Bei 2 Rechnern, die per Crossover-Kabel verbunden sind, oder bei
bestehendem BNC-Netz ohne Hub ist eine 2. Ethernetkarte billiger als ein
Hub oder Switch. Wenn ein Slot frei ist, stellt die 2. Karte auch die
sichere Variante dar.
Sollen jedoch alle Rechner direkten Zugang haben (es gibt ja Dinge,
die über Proxies nicht gut funktionieren), oder hat man keinen Slot mehr
frei, oder wenn ein Hub sowieso vorhanden ist, geht es eben auch ohne
eine zweite Ethernetkarte.
Wenn man das dann noch in einem 100er Netz realisieren möchte, oder
Sniffen verhindern muss, ist ein Switch angesagt. Nur wenn man nicht auf
einem Rechner routen kann oder will, muss der Router her, den z.B. die
Telekom dafür auch anbietet.
(Anmerkung: Dieser Text basiert teilweise auf Gernot Zanders Text
T-DSL Übersicht
in der Version 1.7 vom 2000/12/24)