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T-DSL

01-Apr-2001/12-Feb-07


Das Produkt T-DSL

Die Deutsche Telekom AG stellt mit T-DSL die Breitbandübertragungstechnik ADSL in Deutschland zur Verfügung. Zusammen mit T-ISDN oder T-Net (analog) und T-Online wird T-DSL im Paket angeboten.

Der Ausbau des T-DSL-Netzes ist noch nicht abgeschlossen. Der weitere Ausbau richtet sich nach der regionalen Nachfrage, so daß bis im Jahr 2003 mit einer weitestgehenden Versorgung der Kerngebiete zu rechnen ist. Eine nationale Vollversorgung ist aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen nicht vorgesehen.

Die Übertragungsgeschwindigkeit nimmt mit zunehmender Entfernung von der Vermittlungsstelle ab. Vor allem in ländlichen Gebieten sind die Endanwender häufig über sehr lange Kabelwege an die nächste Vermittlungsstelle angeschlossen. Hier ist es schwierig die ADSL-Technik zu realisieren.

Übertragungsrate und technische Ausrüstung

Mit T-DSL stehen, je nach Tarif, Übertragungsraten von 768 kbit/s bis 6 Mbit/s downstream und 128 kbit/s bis 576 kbit/s upstream zur Verfügung.

Für den Einsatz von T-DSL zur Nutzung eines Internet-Zugangs reicht ein handelsüblicher Computer mit einer Ethernet- oder ATM-Schnittstellenkarte. Dazu kommt ein ADSL-Modem und ein Splitter, der den Datenkanal und den Sprachkanal voneinander trennt, und an die richtigen Endgeräte weiterleitet. Der Splitter wird über eine vorhandene TAE-Dose eingebunden.

Der Splitter wird nach Telekom-Terminologie als BBAE (Breitband-Anschlußeinheit) und das ADSL-Modem NTBBA (Netzwerkterminationspunkt Breitbandangebot) bezeichnet.

Leistungsmerkmale

Die Anschlüsse des T-ISDN oder T-Net können parallel zum T-DSL über das selbe Kabel betrieben werden, ohne sich zu beeinflussen. Eine vorgeschaltete Weiche, der sogenannter Splitter, trennt den normalen Telefondienst vom T-DSL, so daß auch alle Leistungsmerkmale des T-ISDN synchron zu einer Breitband-Datenkommunikation via T-DSL möglich ist.

Anders als beim ISDN steht pro Leitung aber nur ein Kanal zur Verfügung. Da die Frequenzbereiche in Kanäle aufgeteilt sind, ist aber eine Mehrfachnutzung der Leitung möglich. So kann gleichzeitig eine Videokonferenz und ein Telefonat geführt oder ein Fax verschickt werden. Die Aufteilung der Signale zum jeweiligen Endgerät wird vom Splitter durchgeführt.

Technische Realisation

ADSL nutzt zweiadrige Kupferleitungen mit einer Bandbreite von 1,1 MHz. Dabei gibt es zwei Verfahren:

  • FDM: Aufteilung des Frequenzbereichs,
  • EC: Nutzung desselben Frequenzbereichs mit Echo Compensation, wie aktuelle Modems,

Die Bandbreite wird bei ADSL geteilt in einen Bereich bis 4 kHz, der für analoges Telefonieren benutzt wird, den Bereich 30-130 kHz (Uplink) und darüber (Downlink). Alle ADSL-Varianten sind asymmetrisch, d.h. der Downlink ist schmalbandiger als der Uplink.

ADSL erlaubt also die Kombination mit analoger Telefonie, nicht jedoch mit ISDN. Die Daten werden dabei in 4 kHz breiten Frequenzbändern moduliert, das Verfahren heißt DMT. Es gibt mit CAP noch ein zweites, welches aber sensibler auf Störungen reagiert.

T-DSL mit ISDN ist eine besondere Variante, die die Bandbreite geringfügig einschränkt, damit aber genug Raum auch für ISDN gewinnt: Es wird EC genutzt, der Frequenzbreich beginn aber erst bei ca. 120 kHz.

Splitter

Der Splitter trennt POTS/ISDN und DSL auf und stellt auf zwei Ports einmal den ISDN- oder Telefon-Bereich sowie den genutzten ADSL-Bereich bereit. Der ADSL-Bereich geht an den NTBBA, der die Echo Compensation macht, DMT moduliert/ demoduliert und einen Ethernet-Port (MDI-X) hat. Der ISDN-Teil an den NTBA, der daraus den S0-Bus macht. Für Kunden ohne ISDN hat der Splitter einen Umschalter, der die Trennfrequenz wechselt, der NTBBA bleibt der gleiche.

T-DSL endet immer in der jeweiligen Vermittlungsstelle (bzw. in einem zentraleren POP) und wird von der Telekom angeboten. T-DSL alleine stellt jedoch noch keinen Internet-Zugang dar, sondern bietet nur ein Übertragungs-Verfahren für Daten, mit der Besonderheit, dass es parallel zum ISDN/POTS funktioniert. Es muss daher mit einem Internet-Zugang eines Providers kombiniert werden, der IP bis zum Standort des AC liegen hat. Das kann T-Online sein, es sind aber auch andere im Kommen.

PPP over Ethernet (PPPoE)

T-DSL benutzt das Protokoll PPPoE (PPP over Ethernet). Ethernet-Netzwerkkarten beherrschen mehrere Protokolle, sie können also TCP/IP und PPPoE transportieren.

Access Concentrator (AC)

Der AC (Access Concentrator) packt das IP des Internets in PPP-Pakete ein, diese dann in Ethernetframes, die gehen zum DSLAM, von dort zum Kunden, dort aus dem NTBBA heraus auf das Ethernet, über eine Shcnittstelle wie eth0 unter Linux gelangen die PPPoE-Frames in den Rechner, von wo sie zum PPPoE-Treiber (z.B. rp-pppoe oder RASPPPoE) gelangen. Der PPPoE-Treiber richtet ein virtuelles Device wie ppp0 unter Linux ein, packt die PPPoE-Frames aus und schickt sie auf dieses Device - dieses Device bekommt daher auch die IP-Nummer (dynamisch).

Die Netzwerkkarte routet zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch kein TCP/IP aus dem Internet - das sind andere Frames, PPPoE eben. Daher spielt es keine Rolle, was eth0 sonst noch so macht, welches IP-Netz (oder gar NetBEUI) auf dieser Karte auch noch draufliegt. Und natürlich ist dem PPPoE auch egal, ob das IP-Pakte sind, die kurz zuvor als PPPoE-Pakete schon einmal durch dieses Interface gegangen sind.

Daher geht es auch mit einer Karte. Hat man eine zweite, braucht man dort nicht einmal eine IP-Nummer draufzulegen (und schon gar kein Netz und erst recht keine Route). Das IP-Routing (bzw. NAT) findet nämlich zwischen dem ppp0 vom PPPoE-Treiber und dem TCP/IP-Protokoll von eth0 statt. Sinngemäß geht das auch unter Windows, wobei aber Routing/ Masquerading dort nicht serienmäßig vorhanden sind.

Grafische Darstellung (am besten verfolgt man die +++-Linie):

..... ISDN/Telefonie
                                                 Internet
----- IP                                            | IP
                                                    |
+++++ pppoe (verpacktes IP)                     AC/Router
                                ISDN oder           +
#### pppoe-Treiber               analoge            +pppoe in ATM
                                Telefonie           +
                                      .             +
                                      ............  +
                                                 .  +
                                                 .  +
                                                 DSLAM in
                                          der Vermittlungsstelle
                                                   .+
                                                   .+
                                                   .+
                                              Telefonleitung
                                                   .+
                                                   .+(EC/DMT)
                                                   .+
                                                Splitter
                                                 .  +
                                      ............  +pppoe, in ATM,
                                      .             +EC/DMT-moduliert
                                 Telefon/ISDN       +
                                                    +
                               -----------------    +
Rechner1   Rechner2   Rechner3 | Linux-Rechner |  NTBBA
eth0        eth0      eth0     |               |    +
 |            |         |      |  IP-Stack     |    +pppoe
 |            |         |      |(Routing/NAT)  |    +
 |            |         |      |   |     |     |    +
 |            |         |      |   |     |IP   |    +
 |            |         |      |   |     |     |    +
 |            |         |      | IP|    ppp0   |    +
 |            |         |      |   |    ####   |    +
 |            |         |      |   |      +    |    +
 |            |         |      |   |      +    |    +
 |            |         |      |  eth0+++++    |    +
 |            |         |      |   |+          |    +
 |            |         |      -----------------    +
 |            |         |          |+               +
 |            |         |          |+IP/pppoe       +
 |            |         |  IP      |+               +
 |            |   IP    `-------- HUB +++++++++++++++
 |      IP    `-------------------'|
 `---------------------------------'

Ob also das pppoe über eine separate Karte Richtung ppp0 geht, oder über die gleiche wie die restlichen IP-Pakete, ist egal (sieht man vom zusätzlichen Kollisions-Potenzial und Sicherheitslücken ab). Vorteil obiger Variante ist, dass sich auch z.B. Rechner 2 per pppoe einwählen kann, ohne dass man was umstecken muss. Anfangs ging das sogar gleichzeitig, inzwischen geht das nicht mehr (jedenfalls bei mir). Generell gilt dabei, die AGB zu beachten, obiges ist bei T-Online nur für einen Benutzer erlaubt (wenn man mit zwei Rechnern surfen möchte).

Theoretisch ist das pppoe eigentlich überflüssig (was der NTBBA da demoduliert, ist dem egal, und DSL ist sowieso eine Standleitung), aber damit man nicht jedem Kunden eine feste IP-Nummer geben muss, damit man auch zeitabhängige Tarife abrechnen kann und damit auch Zugänge zu anderen Internet-Providern (nicht zu verwechseln mit anderen ADSL-Providern!) über den T-DSL-Anschluss möglich sind, benutzt man das bewährte PPP: Es kümmert sich um die Autorisierung beim Provider, um die IP-Nummer und erzeugt bei An- und Abwahl Datensätze zur Abrechnung.
Es ist aber bei anderen ADSL-Anbietern (nicht am normalen Telekom-Anschluss und nicht mit ISDN zusammen) durchaus möglich (und im Profibreich auch üblich), dass IP direkt transportiert wird. Dazu passen aber obige Skizze nicht mehr.

Das alles ist nicht etwa nur graue Theorie. Das funktioniert auch praktisch so (hier bei mir)! Weder die Win-Rechner (z.B. Rechner 2) als auch der Linux-Rechner haben eine 2. Ethernet-Karte. Und auch Win kann das prima, d.h. während man von Win aus über T-DSL online ist, kann man auf der gleichen Ethernetkarte im LAN kommunizieren und z.B. heruntergeladene Dateien auf einem Netzlaufwerk speichern.

Bedenken sollte man aber: Die Autorisierung beim pppoe läuft im Klartext. Rechner 1 oder Rechner 3 könnten also das Passwort mitsniffen, da ein Hub alle Pakete einfach nur verteilt. Das eignet sich also nur für Heim-Lösungen. Ein Switch an Stelle des Hub verhindert das aber (und erlaubt nebenbei die Sache sogar in einem 100-MBit-Netz).

Außerdem gehen Broadcasts aus dem lokalen Netz durch die Bridge im NTBBA, so dass theoretisch jemand im Netz des AC Informationen über die Netztopologie daheim gewinnen könnte.

Welche Verkabelung/Hardware man benutzt, hängt von der Situation ab. Bei 2 Rechnern, die per Crossover-Kabel verbunden sind, oder bei bestehendem BNC-Netz ohne Hub ist eine 2. Ethernetkarte billiger als ein Hub oder Switch. Wenn ein Slot frei ist, stellt die 2. Karte auch die sichere Variante dar.

Sollen jedoch alle Rechner direkten Zugang haben (es gibt ja Dinge, die über Proxies nicht gut funktionieren), oder hat man keinen Slot mehr frei, oder wenn ein Hub sowieso vorhanden ist, geht es eben auch ohne eine zweite Ethernetkarte.

Wenn man das dann noch in einem 100er Netz realisieren möchte, oder Sniffen verhindern muss, ist ein Switch angesagt. Nur wenn man nicht auf einem Rechner routen kann oder will, muss der Router her, den z.B. die Telekom dafür auch anbietet.

(Anmerkung: Dieser Text basiert teilweise auf Gernot Zanders Text T-DSL Übersicht in der Version 1.7 vom 2000/12/24)

Siehe auch

Erfahrungsberichte : T-DSL der Deutschen Telekom AG.

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