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ADSL

20-Mar-1997/12-Feb-07


Asymmetric Digital Subscriber Line

Übersicht

Als ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line) bezeichnet man eine asymmetrische Datenübertragungstechnologie unter Verwendung von herkömmlichen Kupferkabeln (Twisted pair copper wiring). Entsprechende Modems übertragen 1,5 Mbps bis 9 Mbps downstream und 16 kbps bis 640 kbps upstream.

ADSL nutzt die Kupferdoppelader des Telefonnetzes und ist asymmetrisch ausgelegt; in Empfangsrichtung erreicht ADSL bis zu 6 MBit/s, für die Senderichtung stellt es dem Teilnehmer je nach Version weniger als 1 MBit/s zur Verfügung.

ADSL überbrückt -- im Gegensatz zu herkömmlichen Modems -- lediglich Entfernungen von einigen Kilometern. Damit erreicht es in der Regel die nächste Vermittlung, in der der Netzbetreiber für die Verschaltung mit dem Internet sorgen muß. ADSL verfügt über eine integrierte Fehlerkorrektur.

Als Anwendungen unter ADSL sind vor allem solche geeignet, die vor allem auf die Distribution ausgelegt sind, wie Internet-Zugang (Surfen im WWW), Video on demand bzw. Streaming Media, Remote LAN Access, Interactive Multimedia usw.

Um Telefonie (POTS oder ISDN) und ADSL gleichzeitig nutzen zu können sind sogenannte Splitter notwendig, die die genutzten Frequenzbereiche trennen bzw. zusammenführen und in das richtige Netzwerk einspeisen.

Das ADSL-Modem wird an einer beliebigen 10Base-T-Ethernet-Netzwerkkarte und über die Netzwerkeinstellungen im Betriebssystem an den Computer angeschlossen. So entsteht eine faktisch eine Festverbindung. Das Anwählen, wie bei einer ISDN- oder Analogmodemverbindung, kann entfallen; die Betreiber von ADSL-Zugängen legen jedoch üblicherweise das Protokoll PPP über die ADSL-Verbindung, um eine Möglichkeit zur zeitbasierten Abrechnung zu gewinnen.

Übertragungsgeschwindigkeit

Die Daten werden asymmetrisch, also je nach Richtung unterschiedlich schnell übertragen; zum Endanwender (downstream) sind maximal 8 MBit/s, zur Vermittlungsstelle (upstream) maximal 1 MBit/s möglich. Die Angaben zu den maximal erzielbaren Datenraten differieren in Abhängigkeit von der Länge der zu überbrückenden Distanzen zur Vermittlungsstelle (Leitungslänge).

Asymmetrische Übertragung

Der wohl entscheidende Vorteil von ADSL besteht darin, daß die vorhandenen Kuper-Kabelnetze ("POTS") weiterverwendet werden können. Die Kupfer-Doppeladern sind ineinander verdrillt bzw. gebündelt, um die Interferenzen und kapazitiven Einflüssen zu reduzieren. Werden nun viele symmetrische Signale gleichzeitig über mehrere solcher Leitungen übertragen, so wird durch Signalkopplung die Übertragungsgeschwindigkeit und die Signalreichweite deutlich begrenzt.
Bei der asymmetrischen Übertragung lassen sich Signalkopplung deutlich reduzieren. Wodurch sich höhere Datenrate erreichen lassen.

Frequency Division Multiplexing (FDM)

Die Technik von ADSL basiert auf die Trennung des nutzbaren Frequenzspektrums in drei Kanäle. Die Technik dazu nennt sich Frequency Division Multiplexing (FDM). FDM erzeugt über den schmalbandigen Frequenzbereich des POTS (bis 4kHZ) den Upstream-Frequenzbereich, an den sich der breitbandige Downstream-Frequenzbereich anschließt.

Es werden zwei Verfahren unterschieden:

  • ADSL mit Carrierless Amplitude/ Phase Modulation (CAP)

Das Übertragungsverfahren Carrierless Amplitude/ Phase Modulation (CAP) ist eine Variante der Quadratur Amplituden Modulation (QAM). Es handelt sich dabei um ein trägerloses Amplituden-/ Phasenmodulationsverfahren.

Die Trennung der Sende- und Empfangsrichtung erfolgt durch die Nutzung unterschiedlicher Frequenzbänder auf den Kupferkabel. Die eigentlichen Signale werden nur mit digitalen Filtern voneinander getrennt.

  • ADSL mit Discrete Multiton Modulation (DMT)

Das Übertragungsverfahren Discrete Multiton Modulation (DMT) ist ein Multi-Carrier-Verfahren. DMT verwendet in Upstream-Richtung 32 und in Downstream-Richtung 256 Kanäle mit je 4 kHz Bandbreite. Auf diese Weise läßt sich jeder Kanal mit einem geeigneten Modulationsverfahren optimieren. Im einfachsten Fall wird auf jedem Kanal das gleiche verwendet.

Liegen die Kanäle in hohen Frequenzbereichen, machen sich die schlechten Übertragungseigenschaften von Kupfer beim Datentransfer bemerkbar. Deshalb wird die Bitrate jedes Kanals an seiner Störanfälligkeit festgelegt.

DMT ist vom ANSI als ADSL-Standard festgelegt worden. Die Vorteile sind höhere Leistungen und Flexibilität bei vertretbarem technischem Aufwand, sowie Stabilität bei Zustandsänderung auf der Leitung.

Anwendungen und Einsatzgebiete

Einsetzbar ist ADSL bei allen Anwendungen, wo die Datenmenge zum Client größer ist als zum Server. Typische Einsatzgebiete wären demnach Internet- und Intranet-Anbindungen. Durch eine flexible Bandbreitenverteilung kann für jede Anwendung ein geeigneter Datendurchsatz gewählt werden.

Grundsätzliches Problem

ADSL hat, wie jedes andere schnelle Übertragungsverfahren, einen kleinen Haken: Das Empfangen von Daten mit der vollen Datenrate von 8 MBit/s ist nur möglich, wenn die Infrastruktur hinter den Modems, also beim Netzbetreiber, dazu ausgelegt ist, eine solch hohe Menge an Daten zu übertragen.

Ob ein Server mehrere oder sogar hunderte Anwender gleichzeitig mit so einer entsprechend hohen Übertragungsrate bedienen kann, ist relativ unwahrscheinlich.

Siehe auch

Bernd Reder, "Breitband-Access: Von DSL bis Ethernet. Noch kaum Konkurrenz für DSL" (Special Focus). In: Network World Germany 11/2001, 08. Juni 2001, S. 22 ff.

ADSL Forum Home Page,
http://www.adsl.com/home.html.

The TeleChoice Report on xDSL Online,
www.telechoice.com/xdslnewz/indexDSL.cgi.

TeleChoice Inc.'s View of xDSL Technologies: ADSL, SDSL, HDSL, and VDSL,
http://essential.org/listproc/isdn/0302.html.

ADSL Tutorial: Twisted Pair Access to the Information Highway (ADSL Forum),
www.adsl.com/adsl/adsl_tutorial.html.

 

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