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Kabelnetz
Von Agon S. Buchholz für Kefk Network Research,
Technologie : Alternative Zugangstechniken :
Kabelnetz : Übersicht
10-Jun-2001/12-Feb-07
Übersicht
Als Kabelnetz bezeichnet man ein elektrisches Netzwerk bei dem alle
Leitungen als isoliertes Kabel, meist als Erdkabel ausgeführt sind. In
den meisten Städten sind die Stromnetze überwiegend als Kabelnetze
ausgeführt. Im engeren Sinn bezeichnet man als Kabelnetz ein
wegegebundenes Breitbandverteilnetz, das ursprünglich ausschließlich als
Distributionsmedium konzipiert war.
Im engeren Sinne besteht das Kabelnetzwerk selbst i.d.R. aus
Koaxialkabeln; das Gesamtsystem des Kabelnetzes umfasst außerdem noch
Verstärkern im Abstand von ca. zwei Kilometern sowie Netzabschlüssen an
beiden Endpunkten.
Die Kabelkopfstationen können, müssen jedoch nicht rückkanalfähig sein;
Rückkanalfähigkeit ist die Voraussetzung für Zweiwegekommunikation,
beispielsweise wenn das Kabelnetz gleichzeitig als
Telekommunikationsnetz, beispielsweise für die Internet-Anbindung
mittels Kabelmodem genutzt werden soll (siehe Zweiwegekabelnetz).
Kabelnetze in Europa
Über das dichteste Fernsehkabelnetz verfügten bereits 1997 die
Benelux-Staaten. Es erreicht etwa 90 Prozent aller Haushalte (Belgien:
98 Prozent, Niederlande: 92 Prozent, Luxemburg: 81,4 Prozent). In
Dänemark und Deutschland können rund 70 Prozent Kabelfernsehen
empfangen. Während es in Dänemark jedoch bereits 6.500 Betreiber von
Kabeldiensten gibt, herrschte in Deutschland noch bis Ende der 90er
Jahre das Monopol der DBPT.
| Land |
Kabelfernseh-
verbindungen |
Kabelfernseh-
Penetration |
| Belgien |
3.725.000 |
98,0% |
| Dänemark |
1.323.000 |
57,3% |
| Deutschland |
13.116.000 |
39,3% |
| Estland |
20.000 |
4,1% |
| Finnland |
780.000 |
36,3% |
| Frankreich |
1.206.000 |
5,9% |
| Großbritannien |
504.260 |
2,3% |
| Irland |
400.000 |
40,0% |
| Island |
1.105 |
1,3% |
| Kroatien |
72.750 |
9,7% |
| Litauen |
20.000 |
0,5% |
| Luxemburg |
117.000 |
81,4% |
| Niederlande |
5.700.000 |
92,0% |
| Norwegen |
642.696 |
36,6% |
| Österreich |
967.062 |
32,3% |
| Polen |
600.000 |
6,0% |
| Portugal |
10.000 |
0,3% |
| Rumänien |
16.985 |
0,4% |
| Slowakien |
133.736 |
7,3% |
| Slovenien |
220.000 |
40,0% |
| Spanien |
749.100 |
6,6% |
| Schweden |
1.931.000 |
50,3% |
| Schweiz |
1.908.000 |
77,1% |
| Tschechische
Republik |
300.000 |
8,1% |
| Türkei |
70.000 |
1,1% |
| Ungarn |
749.000 |
21,4% |
Daten für die Länder Bulgarien, Griechenland, GUS und Italien liegen
derzeit leider nicht vor (Vgl. Cable & Satellite Europe Magazine, Jan.
1994).
Deutsches Kabelnetz
Ausbau und Anschlussdichte
Insgesamt besteht das deutsche Kabelnetz für das Kabelfernsehen aus
1.200 Einzelnetzen mit mehr als 4.500 zentralen Verstärkerstellen, etwa
240.000 Verstärkerpunkten, 7,3 Millionen Signal-Übergabepunkten und über
440.000 Kilometer Kupfer-Koaxialkabel. Das Kabelnetz ist in vier
Netzebenen unterteilt. Das von der Deutschen Telekom verlegte und
betriebene Breitbandverteilnetz endet i.d.R. an einem definierten
Übergabepunkt (Local Loop); dieser befindet sich in der Regel im Keller
des Gebäudes, wo das private Hausverteilnetz beginnt.
Mit einer Verkabelungsrate von cirka 70 Prozent belegt Deutschland im
Vergleich zu anderen europäischen Staaten einen Mittelfeldplatz. Die
Zahl von 22 Millionen angeschlossenen Haushalten zeigt allerdings, dass
Deutschland zum bedeutendsten europäischen Markt für Kabelempfang
avanciert ist; 1994 belief sich die Anzahl der Teilnehmer noch auch nur
rund 15 Millionen.
Am 31. Dezember 1995 meldete die Deutsche Telekom 15,8 Millionen
Nutzer von Kabelanschlüssen; die Kabeldichte lag damit bundesweit bei
65,3 Prozent, der Versorgungsgrad bei 64,7 Prozent. Die höchste
Anschlußdichte aller Bundesländer verzeichneten Mecklenburg-Vorpommern
(75,1%) und Brandenburg (74,4%), der höchste Versorgungsgrad konnte in
Hamburg (99,4%) und Bremen (98,0%) erreicht werden.
Die niedrigste Anschlußdichte haben demnach Sachsen-Anhalt (56,9%)
und Schleswig-Holstein (61,4%), den niedrigen Versorgungsgrad haben
Thüringen (32,4%) und Sachsen-Anhalt (27,6%); auch Brandenburg (39,5%)
und Mecklenburg-Vorpommern (39,6%) zeichnen sich demnach durch einen
vergleichsweise niedrigen Versorgungsgrad aus. Die meisten an das
Telekom-Kabelnetz angeschlossenen Wohnungen gibt es in
Nordrhein-Westfalen (3,7 Mio.), Baden-Württemberg (2,0 Mio.) und Bayern
(2,3 Mio.).
Ausführliche, nach Versorgungsgrad und Anschlußdichte
aufgeschlüsselte Bestandsdaten der Bundesländer bietet die
Generaldirektion der Deutschen Telekom frei zugänglich unter [1]
an.
Eine graphische Darstellung der angeschlossenen und anschließbaren
Wohnungen bietet die Deutsche Telekom in der Übersichtsinformation
Kabelanschluß unter Bestand und Entwicklung.
Anfang 1997 forderte die Monopolkommission, die Deutsche Telekom
müsse ihr Kabelnetz verkaufen. Die Bundesregierung lehnte diese
Forderung noch im März 1997 mit der Begründung ab, ein solcher
Zwangsverkauf verstoße gegen Grundgesetz und Aktienrecht (vgl. Telekom
darf Netz behalten in: Die Welt vom 04. März 1997).
Genutzte Frenquenzbereiche
Seit nicht mehr nur der Frequenzbereich von 42 bis 302 MHz zur
Übertragung von Hörfunk und Fernsehen genutzt wird, sondern auch das
Hyperband (302 bis 446 MHz), können über Kupfer-Koaxialkabel derzeit
maximal 34 analoge Fernsehprogramme, 30 UKW-Stereoprogramme für den
Hörfunk und 16 digitale Hörfunkprogramme übertragen werden. Zahlreiche
Kabelnetzbetreiber rüsten ihr Netz für Frequenzen bis zu 862 MHz auf, um
neben analogen und digitalen Programmen auch eigene Dienste wie einen
Internetzugang (Rückkanalfähigkeit) oder Video on Demand anbieten zu
können.
Regulierung
Die Regelungskompetenz für die Verbreitung von Programmen über
Kabelnetze liegt bei den Bundesländern, d. h. die Einspeisung von
Satellitenprogrammen erfolgt nach Maßgabe der Bewilligungen durch die
jeweils zuständige Landesmedienanstalt. Bildet der Betreiber von
Kabelnetzen ein Grundprogrammpaket, muss dieses in jedem Fall die
öffentlich-rechtliche Grundversorgung sicherstellen, das heißt ARD, ZDF
und das jeweilige Dritte Programm enthalten. Darüber hinaus ist keine
Mindestgröße des Grundpakets vorgeschrieben. Alle weiteren Kanäle werden
nach inhaltlichen Belegungskriterien, Vielfalt, Nachfrage, lokalem Bezug
und medienwirtschaftlichem Engagement belegt.
Besonderheiten
Eine Besonderheit des deutschen Kabelmarkts stellt die Tatsache dar,
dass nicht wie in anderen Staaten die Kabelnetzbetreiber eine Gebühr für
das Weiterverbreiten der Programme an die Bezahlfernsehsender
entrichten, sondern die Sender für das Einspeisen ihrer Programme, das
sie in Anspruch nehmen, auch bezahlen müssen, und ihre
Abonnementsgebühren selbst bei den Kunden beitreiben müssen. Diese
Regelung soll dem Wettbewerb im deutschen Kabelnetz dienen, den große
Medienkonzerne naturgemäß gerne verhindern wollen.
Beispiel: Breitbandnetz von Kabel NRW
Das für Datendienste hochgerüstete Netz von Kabel NRW:
Aus Sicherheitsgründen sieht es Primär- und Sekundärringe mit
Glasfaserleitungen vor (Quelle: Network World Germany).
Weitere Anbieter
Siehe Breitband-Anbieter in
Deutschland.
Siehe auch
- Kabelkommunikation
- Digitales Fernsehen, Interaktives Fernsehen
- Fiber In The Loop, Fiber To The Neighborhood, Fiber To The Curb,
Fiber To The Basement
- Glasfaser
- Richtfunk
- Powerline Communications
- Kabel Deutschland
Literatur
Bernd Reder: "Breitband-Access:
Von DSL bis Ethernet. Noch kaum Konkurrenz für DSL" (Special Focus).
In: Network World Germany
11/2001, 08. Juni 2001, S. 22 ff.
Netmarks
Kefk Network Research: Kabelnetze als
Telekommunikationsnetze. Entwicklungen in den USA, Großbritannien und
Deutschland, 1996/97,
www.kefk.net/Research/Kabelnetze.
Quelle und Lizenz
Dieser Text basiert auf einem Artikel aus
Wikipedia, der
freien Enzyklopädie; er unterliegt in der in der Wikipedia
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Stand: 18:35, 4. Jan 2005
Der
Wikipedia-Artikel wiederum basiert zu großen Teilen aus einer
Textspende aus meiner Seminararbeit
Kabelnetze
als Telekommunikationsnetze aus dem Jahr 1996/97; dieses Material
ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht ohne meine
Genehmigung verbreitet werden.
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