DSL-Kunde wurde ich erstmals Mitte 2000 bei der Telekom. Den Anschluß
beauftragte ich online in Verbindung mit der Teilnahme an der T-Online
Langzeit-Marketingstudie und den damit verbundenen Vergünstigungen.
Wenige Tage nach der Bestellung erhieltich per Post eine Broschüre
und Zugangsdaten von T-Online. Wenige Tage später folgte eine
Auftragsbestätigung durch die Telekommit einem Installationstermin, der
auch eingehalten wurde.
Eine Selbstmontage von Splitter und DSL-Modem war damals noch nicht
möglich, da die Leitung erst vermessen werden mußte. Das ging bei mir
relativ rasch, bei einem Bekannten verbrachte der Telekom-Monteur
allerdings einen ganzen Tag mit Messen (Berlin, Prenzlauer Berg).
Die Installation der Hardware klappte reibungslos, auch kann ich
nicht über unangemessene Wartezeiten klagen. Soweit verlief die
Bereitstellung -- zu meiner Überraschung -- ziemlich problemlos. Im
Bekanntenkreis waren zuvor weitaus mehr Probleme und Wartezeiten
aufgetreten.
Der ersten Euphorie folgte allerdings rasch Ernüchterung, als ich
erstmals eine Verbindung aufbauen wollte. Die von T-Online
bereitgestellten Treiber für Windows NT erwiesen sich rasch als äußerst
unflexibel und ziemlich unbrauchbar, auch unter Linux wollte es mit
Roaring Penguin nicht klappen.
Einige Telefonate später war dann der Anschluß tatsächlich auch
seitens der Telekom aktiviert (was hatte der Monteur eigentlich
gemessen?). In den nächsten Wochen folgte dann ein Betriebssystemwechsel
zu Windows 2000; das "Killer-Feature" war der hervorragende
RASPPoE-Treiber von Robert Schlabbach, eine Freeware, die leider nicht
für Windows NT verfügbar ist.
In der Praxis erwies sich T-DSL dann auch als komfortabler und
deutlich performanter als der bisherige Internet-Zugang via ISDN. In
einigen Fällen waren die Zugänge für mehrere Tage gestört (vgl.
Datenbank mit inoffiziellen Störunsmeldungen,
www.friedenau.de), insgesamt
überwiet aber ein positives Gesamtbild.
Das änderte sich aber, als ich beruflich feststellte, daß an mehreren
Firmenstandorten Probleme mit T-DSL auftraten: Wahrend der alte
Firmenstandort in Berlin-Zehlendorf über mehrere T-DSL-Anschlüsse zur
Ergänzung der 2 MBit/s Festverbindung verfügte, konnten zwei neue
Standorte in Berlin-Tiergarten und Berlin-Moabit nicht erschlossen
werden.
Als ich im Winter 2000 begann, einen privaten Umzug vorzubereiten,
stellte sich dasselbe Problem: Auch Moabit, immerhin ziemlich im Zentrum
von Berlin, gehörte nicht zum T-DSL-Ausbaugebiet.
Nachdem die Online-Verfügbarkeitsprüfung im Dezember 2000 noch ein
"verfügbar" für die Waldenserstrasse gemeldet hatte, änderte sich die
Angabe im Januar 2001 in ein "Ausbau geplant für das II. Quartal 2001".
Im März änderte die Verfügbarkeitsprüfung erneut ihre Meinung, aber
leider nicht in ein "verfügbar", sondern in einen geplanten Ausbau im
III. Quartal. Die Konkurrenz war da schneller, die
Online-Verfübarkeitsprüfung von Mannesmann-Arcor meldete ein fröhliches
"verfügbar" für ISDN und DSL. So stellte ich Ende März einen ISDN- und
DSL-Antrag bei Mannesmann-Arcor und
kündigte T-Online, T-DSL und T-ISDN.
Das klappe leider nicht, wie man es
erwarten sollte: Trotz zunächt positiver Verfügbarkeitsprüfung konnte
dann doch kein DSL-Anschluß bereitgestellt werden und dann begann Arcor,
mich mit Werbung zuzupflastern, nahezu täglich kamen per Post
"Angebote", gelegentlich in doppelter Ausführung -- für so ziemlich alle
anderen Arcor-Produkte, nur nicht für DSL. Schließlich widerrief ich
entnervt meinen Antrag auf einen Arcor ISDN-DSL-Anschluß; auch das
klappe leider nicht bei Arcor (nach
meinen Erfahrungen funktioniert dort eigentlich nichts).
Nach einer mittleren Odyssee durch alle mir bekannten Anbieter von
DSL-Anschlüssen, angefangen von Berlikom über
Otelo, QSC,
Streamgate,
Victorvox bis hin zu
Yahoo! fragte ich systematisch die
Verfügbarkeit ab -- immer mit negativem Ergebnis (wie ist das eigentlich
in ländlichen Regionen?). Der ISDN-Anschluß blieb also bei der Telekom.
Völlig überraschend erhielt ich Mitte 2001 ein Schreiben von der
Telekom, daß mein T-DSL-Anschluß demnächst freigeschaltet würde. Den
hatte ich zwar nicht beantragt, aber was solls. Ich hatte noch den
Splitter und das
Modem von meinem letzten
DSL-Anschluß, also konnte ich das auch sofort testen. Tatsächlich
meldetet der NTBBA ab dem versprochenen Datum auch ein SYNC.
Der Antrag auf T-Online flat dauerte rund eine Woche, wie gewohnt
kamen die Zugangsdaten per Einschreiben. Der Anschluss funktionierte
einige Wochen probelmlos
Ein mittleres Drama ergab sich, als der Anschluss für rund zwei
Wochen ausfiel; es folgten tägliche Telefonate mit der Telekom-Hotline;
zunächst wurde behauptet, der Berliner Server sei ausgefallen, später
war dann angeblich T-Online schuld. Aber auch das Problem wurde gelöst
und seitdem ist T-DSL bei mir wieder stabil.
Insgesamt hinterlässt T-DSL einen positiven Eindruck. In folgenden
Punkten besteht jedoch m.E. Verbesserungsbedarf:
Software und Treiber.
Die mitgelieferte T-Online-Software ist eine Krankheit,
insbesondere die Treiber. Wer mit
Windows unterwegs ist,
sollte unbedingt auf den Schlabbach-Treiber (RASPPPOE, s.u.)
zurückgreifen, der ist schlank und stabil. Eine weitere Alternative
ist ein separater Gateway-Rechner, der nebenbei auch noch Firewall
und Proxy spielen kann, unter
Linux; eine empfehlenswerte und von Diskette lauffähige
Mini-Distribution ist beispielsweise Coyote Linux.
Bandbreite.
Alle ADSL-basierten
Technologien sind, wie der Name bereits sagt, asymmetrisch. Eine
(optionale) Beschaltung mit einem höheren Upstream von
beispielsweise 256 oder 284 kBit/s Upstream wäre wünschenswert.
Support.
Für T-DSL gibt es mittlerweile durchaus brauchbare
Installationshilfen und Tools, z.B. den T-DSL SpeedManager oder den
T-DSL / PPP over Enthernet Installationstest. Hier wäre
wünschenswert, diese Tools und Installationshilfen auch für andere
Plattformen, insbesondere Linux,
bereitzustellen. Ausserdem muss die Verbindlichkeit der Auskünfte
der telefonischen Hotline verbessert werden. Ich kann damit leben,
wenn der Anschluss mal ausfällt, die Telekom muss das aber auch
bestätigen und in der Lage sein, eine ungefähre Dauer der Störung
anzugeben; jede Abstreite-Taktik weist auf unzureichende
Professionalität hin.