Digital Video Broadcasting - Cable (DVB-C)
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Erstellt/Zuletzt bearbeitet: 05-Aug-2005/02-Feb-06
Systemzeit: Samstag, 22.11.2008, 20:40:37.
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Übersicht
Digital Video Broadcasting - Cable (DVB-C) ist eine
Variante von DVB, die für die Übertragung von digitalen Mehrwertdiensten
über Kabelanschluss verwendet wird. In der Regel ist das die digitale
Verbreitung von Fernsehsignalen.
Technik
Die Qualität der übertragenen, MPEG-2-komprimierten Signale hängt dabei
maßgeblich von Qualität des Quellmaterials, des verwendeten Encoders
sowie der für die Übertragung bereitgestellten Nutzbandbreite innerhalb
eines DVB-Multiplexes ab. Je niedriger die Bitrate pro Programm, desto
mehr Programme können parallel auf einem Kanal in einem Multiplex
übertragen werden, jedoch desto schlechter ist die Qualität. Mithilfe
eines statistischen Multiplexing kann die einem Signal zugeteilte
Bandbreite auch dynamisch je nach Bedarf in Echtzeit erfolgen.
Verschiedene Services sind oft (anbieterseitig) zu so genannten
digitalen Bouquets (oder Paketen) zusammengefasst. Als Modulation kommt
dabei die sogenannte Quadraturamplitudenmodulation QAM64 zum Einsatz.
(Das Verfahren ähnelt dem der PAL-Farbübertragung). Zwei um 90°
phasenverschobene gleichfrequente Träger werden in je 8 Amplitudenstufen
(entspricht 3 bit) geometrisch addiert. Somit ergeben sich insgesamt
8*8=64 Zustände (entsprechend 6 bit) die gleichzeitig übertragen werden.
Neben der digitalen Übertragung von Fernseh- bzw. Videosignalen stellt
DVB-C weitere Dienste bereit. Zum einen können parallel zum
Fernsehsignal auch Radiosender übertragen werden, die vergleichsweise
wenig Bandbreite erfordern. Zum anderen können aber auch interaktive
Dienste und Anwendungen realisiert werden.
In Ausbaugebieten mit erweiterter Bandbreite (862 Megahertz), ist oft
eine Rückkanal-Fähigkeit realisiert. Das bedeutet, dass auch
bidirektionale Dienste wie Internet (unter Verwendung eines Kabelmodems)
denkbar sind, sofern diese vom Kabelnetzbetreiber angeboten werden.
Durch die digitale Ausstrahlung können synchronisiert mit dem Bildsignal
auch interaktive Funktionen wie z. B. MHP, EPG und digitalem Videotext
angeboten werden. Auch kommerzielle Dienste wie Video-on-Demand (VOD)
und Pay-per-View (PPV) sind umsetzbar. Diese unter dem Begriff
Bezahlfernsehen (Pay-TV) verfügbaren Angebote werden verschlüsselt
ausgestrahlt und sind gegen Bezahlung einer Gebühr abonnierbar. Die
Entschlüsselung erfolgt dann über den Digitalreceiver (z. B. dBox) durch
Benutzung einer personalisierten Dekoderkarte. Diese wird über eine
standardisierte Schnittstelle (CI-Interface) angesprochen.
Im Vergleich zu DVB-S ist das Programmangebot über DVB-C stark
eingeschränkt, da die Bandbreite durch die Verbreitung mittels Kabel
beschränkt ist.
Hintergrund
In Deutschland gab es bis zur Privatisierung der aus Steuergeldern
finanzierten Kabelnetze nur einen Anbieter für Kabelfernsehen, die
Deutsche Telekom. Diese ging aus der Deutschen Bundespost hervor.
Seit dem Verkauf der Kabelnetze durch die Deutsche Telekom an ein
Bieter-Konsortium existiert bundesweit ein Wettbewerb (innerhalb der
einzelnen Bundesländer hingegen gibt es wiederum ein Monopol) und es
gibt verschiedene Kabelanbieter. Zu den größten Kabelanbietern zählt die
Kabel Deutschland GmbH und DigiKabel. Letztere ging aus der MediaVision
GmbH hervor, einer 100-prozentigen Tochter der Deutschen Telekom.
Die Kabelnetze sind auf verschiedene Netzebenen aufgeteilt. Regionale
Kabelbetreiber werden von überregionalen Anbietern mit höherer Netzebene
versorgt, der Endkunde vom regionalen Anbieter.
Trotz Privatisierung der Kabelnetze existiert leider immer noch ein
Quasi-Monopol unter den Kabelanbietern. Der Kunde kann nur das Angebot
nutzen, das von dem Kabelanbieter angeboten wird, der die jeweilige
regionale Netzebene besitzt und den Anschluss des Kunden stellt.
Zum einen ist der Kunde somit von der Programmauswahl und dem
Programmangebot des Anbieters abhängig, zum anderen kann es zu
Mehrfachbelastungen kommen - für den Kabelanschluss ist eine Grundgebühr
zu entrichten und viele Anbieter verlangen zusätzlich Gebühren für
einzeln zu abonnierende Programmpakete. Diese sind beispielsweise über
Satellit oder mittels Antenne kostenlos empfangbar.
Da insbesondere im nicht voll ausgebauten Kabelnetz nur eine begrenzte
Kapazität für Sender zur Verfügung steht, legen die
Landesmedienanstalten fest, welche Anbieter ihr Programm in ein
Kabelnetz einspeisen dürfen. Bei der Auswahl gelten im
Rundfunkdienste-Staatsvertrag festgelegte Regeln.
Angebot
Das digitale Kabelangebot steckt in Deutschland (im Vergleich zu den
USA) noch in den Kinderschuhen. Neben den öffentlichen-rechtlichen
Sendern und dem Bezahlfernsehanbieter Premiere gibt es nur ein
überschaubares Angebot im Kabel, meist in Form kostenpflichtiger
ausländischer Programmpakete.
Privatanbieter sind selten verfügbar, da sowohl Kabelnetzbetreiber als
auch Programmanbieter (vor allem die Fernsehsender, weniger die
Radioprogramme) Gebühren für die Kabelverbreitung verlangen. Eine
weitere Hürde sind die Gebühren selbst. Manche Kabelanbieter versuchen
für normalerweise frei zu empfangende Sender (so genannte FTA-Programme;
Free-to-Air) zusätzliche Gebühren zu verlangen, indem sie sie zu Paketen
zusammenfassen, die der Kunde separat abonnieren und bezahlen soll
(zusätzlich zu den Grundgebühren).
In Konkurrenz zu DVB-S und dem relativ neuen DVB-T (beide kostenlos zu
empfangen), muss das Preis-Leistungs-Verhältnis von einigen
Kabelanbietern überdacht werden, um konkurrenzfähig zu bleiben. Hier hat
oftmals der kleine örtliche Netzbetreiber das beste Angebot.
Netmarks
DVB-C.rundfunkinfo.de - Programmangebot der Kabel Deutschland,
dvb-c.rundfunkinfo.de.
Quelle und Lizenz
Anmerkungen
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