Die Wikipedia hat ein starkes Grassroots-Element, daher sind viele
Entscheidungsprozesse vom Demokratie-Prinzip geprägt; allerdings
konstituiert die Wikipedia selbst, dass keinesfalls alle Prozesse
notwendigerweise demokratisch ablaufen müssen.
Beispiele hierfür sind Entscheidungen über die technische Funktionalität
der MediaWiki-Software,
die fast ausschließlich von einer Elite an fähigen Programmierern
gefällt werden; wer nicht programmieren kann, darf zwar Wünsche in Form
von »Feature Requests« äußern, es gibt jedoch keinen Anspruch darauf,
dass diese Wünsche jemals umgesetzt werden.
Auch Abstimmungen erfolgen nicht zwangsläufig demokratisch:
Beispielsweise gibt es keinen Mechanismus, um eine bestimmten Grad an
Partizipation sicherzustellen; so wird es prinzipiell möglich,
pseudodemokratische Entscheidungen im »Hinterzimmer« und unter
weitestgehendem Ausschluß der Öffentlichkeit durchzuziehen.
Nicht zuletzt gibt es auch keine definierten Sanktionen gegen
antidemokratische Vorgehensweisen einzelner Wikipedia-Benutzer oder
-Administratoren: Grundsätzlich sind also quasi alle klassischen
Argumente der politischen Demokratiekritik auf die demokratischen
Anteile in der Wikipedia anwendbar.
Fazit: Die Wikipedia enthält zwar starke demokratische Elemente, sie ist
jedoch auch in ihrem Selbstverständnis keine Demokratie.