3. Juli 1991: Der Student Linus Torvalds beginnt mit der Entwicklung
des Linux-Kernels, dessen erste Version 0.01 er am 17. September 1991
unter der GNU GPL veröffentlicht.
21. April 1993: NCSA veröffentlicht die erste Vollversion von Mosaic,
einen der ersten grafischen Web-Browser.
16. August 1993: Gründung des Debian-Projekts durch Ian Murdock;
Entwicklung von Debian GNU/Linux zwischen August und Dezember 1993. Das
Projekt wird ab November 1994 für ein Jahr von der Free Software
Foundation gesponsort.
22. Oktober 1993: Rick Gates veröffentlicht folgenden Beitrag in der
Newsgroup alt.internet.services:
Wow! An Internet Encyclopedia!
The more I thought about this, the more I realized that such a resource,
containing general, encyclopedic knowledge for the layman, would be an
important tool for some types of research, and for the Net.Citizenry in
general.
Ahh.. but what about contributors... where will you find authors to
write the short articles you need? Well, I'd first have to start out by
finding some way of communicating with an extremely diverse set of
people... everyone from linguists, to molecular biologists, from animal
rights activists to zymurgists, and from geographers to gas
chromotographers. Guess what? :-) The Net provides just such an arena!
So I thought about it some more...
... and came to the conclusion that this is a good idea!
Der Begriff Interpedia wurde von R. L. Samuell, einem der ersten
Diskussionsteilnehmer zum Vorschlag, geprägt.
Bald wurde ein Projekt mit Namen Interpedia innerhalb einer Mailingliste
und später in einer Usenet Newsgroup diskutiert
(comp.infosystems.interpedia). Es war als eine über das Internet zu
verbreitende Enzyklopädie geplant, die es jedem ermöglichen sollte,
Artikel in Form von Webseiten an einen zentralen Katalog beizutragen. Es
gab jedoch Differenzen über Formate und Festlegungen der
Weiterverbreitung. Das Projekt blieb im Planungsstadium und lief
schließlich aus. Andere Webprojekte (wie Suchmaschinen etc.) traten an
seine Stelle.
1994: Ward Cunningham entwickelt die Idee der "simplest online database
that could possibly work", die er durch Kombination mit
Hypertext-Elementen zu WikiWiki ausbaut. Das Verb Wikiwiki ist
Hawaiianisch und bedeutet "sich beeilen", "schnell machen", "eilen". Er
richtet mit seiner Wiki-Software das Portland Pattern Repository (PPR,
[1] ) ein, das sich u.a. mit Extreme Programming beschäftigt.
1994: Die Encyclopædia Britannica erscheint erstmals auf CD-ROM.
April 1994: Gründung von Netscape durch Marc Adreessen und Jim Clark.
Dezember 1995: Microsoft kündigt Pläne an, "to embrace and extend the
Internet".
1996: Veröffentlichung des Web-Browsers/-Editors Amaya, basierend auf
INRIAs Grif.
1996: Die Microsoft Encarta erscheint erstmals in deutscher Sprache auf
CD-ROM. Sie enthält rund 50.000 Artikel mit insgesamt 19,1 Millionen
Wörtern (?) sowie über 25.000 Medienelemente.
1996: Der Brockhaus Multimedial erscheint erstmals; er enthält rund 17
Millionen Wörter, 240.000 Artikel und 315.000 Stichwörtern, darunter
120.000 Wörterbucheinträgen, rund 18 Stunden Ton sowie mehr als 300
Videos und Animationen.
1996 bis 1999: Brockhaus. Die Enzyklopädie in 24 Bänden erscheint
in der 20. Auflage mit rund 260.000 Stichwörtern auf 17.000 Seiten, die
durch circa 35.000 Abbildungen, Karten und Tabellen ergänzt werden. Der
Schweizer Investor Jacob Safra übernimmt das Verlagshaus der
Encyclopædia Britannica zu einer Kaufsumme von rund 130 Millionen
US-Dollar.
1998: Die Distributed Encyclopedia – Versuch des heutigen
Wikipedia-Teilnehmers Ulrich Fuchs, im Internet eine freie Enzyklopädie
aufzubauen. Das Projekt kam jedoch nie über Artikel zu Sauna, Sherry und
Linux hinaus und wurde gegen 1999 wieder eingestellt. Wesentliche Teile
der beiden erstgenannten Artikel finden sich heute in der englischen
Wikipedia (vgl. [2] ).
1998: Gründung von Everything2.
Juli 1999: Ankündigung, dass es keine gedruckte Neuauflage der
Encyclopædia Britannica mehr geben werde; die Enzyklopädie solle
zukünftig ausschließlich online und auf CD-ROM angeboten werden. Die
letzte Auflage der Britannica erschien in 32 Bänden und kostete
umgerechnet rund 2.700 Mark; dagegen wurden allein in Europa jährlich
etwa 150.000 CD-ROMs für jeweils etwa DM 140 verkauft.
Oktober 1999: Auf der Frankfurter Buchmesse erklärt Vorstandmitglied
Florian Langenscheidt, die große vierundzwanzigbändige
Brockhaus-Enzyklopädie werde nie auf CD-ROM erscheinen; im Herbst 2002
kommt das Produkt dann allerdings doch auf den Markt – zum stolzen Preis
von rund tausend Euro. Gleichzeitig kündigt das Bibliographische
Institut & F.A. Brockhaus AG zusammen mit der Verlagsgruppe Holtzbrinck
die Gründung des kommerziellen Wissensportals Xipolis.net im Web an.