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Suda
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Home : Wissen : Werke : S : Suda
10-Dec-2003/07-Jun-07
Übersicht
Die Suda (altgr. η Σουδα) ist das umfangreichste erhaltene
byzantinische Lexikon; es entstand vermutlich um 970.
Die Suda enthält über 31.000 Lemmata und ist – im Gegensatz zu den meisten
anderen Nachschlagewerken dieser Zeit – alphabetisch gegliedert und kann
daher als sehr früher Vorläufer moderner Konversationslexika gedeutet
werden.
Die Suda enthält zahlreiche Artikel über Leben und Werk antiker Autoren
sowie über antike Geographie und Geschichte. Der Inhalt ist wenig
verlässlich, da anscheinend viel aus dem Gedächtnis zitiert worden ist und
die benutzten Quellen bereits ihrerseits unzuverlässig waren. Da das Lexikon
viele in den Dunklen Jahrhunderten untergegangene Werke zitiert, ist es für
die Klassische Philologie eine unersetzliche Quelle.
Dem humanistischen Philologen Justus Lipsius wird der Satz zugeschrieben:
pecus est Suidas, sed pecus aurei velleris - Suidas ist ein Schaf, aber ein
Schaf mit goldener Wolle.
Quellen
Das Werk wurde vermutlich von mehreren Autoren kompiliert aus älteren,
überwiegend verloren gegangenen antiken Lexika von Eudemos, Helladios,
Longinos, Eirenaios und Pamphilios sowie Scholien zu Werken klassischer
Autoren wie Aristophanes, Homer, Sophokles, Thukydides, Lukianos.
Neuere Forschungen deuten darauf hin, dass möglicherweise überwiegend
jüngere Vorlagen verwendet wurden, so beispieslweise die Συναγωγη λεξεων
χρησιμων und Harpokration. Die Hinweise auf antike Historiker gehen
vermutlich ebenfalls nicht auf die Originaltexte zurück, sondern überwiegend
auf Constantinus Porphyrogennetos.
Titel
Das Werk wird heute als Suda zitiert. Es wurde bis etwa 1930 einem Autor
namens Suidas (auch Souidas oder Soudas) zugeschrieben, ein Autor dieses
Namens ist aber sonst nicht bekannt; dieser Irrtum geht vermutlich bereits
auf Eustathios von Thessalonike zurück. Wahrscheinlich handelt es sich daher
bei dem (fälschlich als Suidas gelesenen) Wort Suda in den Handschriften um
den Titel des Werks, nicht um den Namen eines Verfassers. Der Titel bedeutet
wahrscheinlich "Schanzwerk" oder "Befestigungsanlage".
The Suda On Line (SOL)
Die Suda steht teilweise in digitaler Form zur Verfügung; seit Januar 1998
erarbeitet eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern die web-basierte
Edition The Suda On Line (SOL) unter http://www.stoa.org/sol/ (vgl.
Präsentation); die Übersetzung und Kommentierung steht unter der
Creative-Commons-Lizenz Attribution-NonCommercial-ShareAlike ([1]).
Ausgaben
1928-38: Ada Adler: Suidae Lexikon, 5 Bde., Leipzig
1854: I. Bekker: Suda (Auszug), Berlin
1619: griechische Ausgabe, Genf
1581: Suidae Historica, Caeteraque omnia quae ulla ex parte ad cognitionem
rerum spectant... Liberalitate Magnif. & Generosi viri D. Caroli Villingeri,
Baronis a Schoenberga, Caesareae Maiestati a consilijs, opera ac studio
Hier. VVolfii annis abhinc XVII in Latinum sermonem conversa, nunc vero &
emendata & aucta..., Basel
1564: Übers. von Hieronymus Wolf, erschienen bei Johannes Oporin und
Johannes Herwagen, Basel - die erste lateinische Ausgabe der Suda
Siehe auch
Literatur
Wilhelm von Christ: Geschichte der griechischen Literatur, Teil 2/2, 6.
Aufl. 1924, S. 1091 ff.
Friedrich Nietzsche: Ueber die litterarhistorischen Quellen des Suidas, 1866
Hans L. Flach: Untersuchungen über Eudokia und Suidas, 1987 (Nachdr. d.
Ausg. Leipzig 1879) ISBN 3764803118
C. Theodoridis: Quellenkritische Bemerkungen zum Lexikon des Suidas. In:
Herm. 116, 1988, 468
Erich Trapp, Johannes Diethart, Georgios Fatouros, Astrid Steiner, Wolfram
Hörandner: Studien zur byzantinischen Lexikographik; darin u.a.: A. Steiner:
Byzantinisches im Wortschatz der Suda (Byzantina Vindobonensia, Bd. 18).
Wien 1988
Wolfram Hörandner, Erich Trapp: Lexicographica Byzantina. Beiträge zum
Symposion zur byzantinischen Lexikographie (Wien, 1.-4. 3. 1989); darin
u.a.: H. Hunger: Was nicht in der Suda steht, oder: Was konnte sich der
gebildete Byzantiner des 10./11. Jahrhunderts von einem
"Konversationslexikon" erwarten? (Byzantina Vindobonensia, Bd. 20). Wien
1991
Netmarks
Suda On Line - eine im Entstehen begriffene englischsprachige
Übersetzung,
www.stoa.org/sol.
HELIOS: Hypertextual Experimental Layout of Information for an On-line
Suda (Lexicon) / Classical studies, College of William and Mary,
www.wm.edu/CAS/classical_studies/wehutt/contents.html.
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