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Brockhaus Enzyklopädie
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Home : Wissen : Werke : B : Brockhaus.Conversationslexikon
10-Dec-2003/14-Jan-07
Übersicht
Brockhaus ist eine Marke der Verlagsgruppe Bibliographisches
Institut & F.A. Brockhaus AG, unter der Wörterbücher und Lexika
herausgegeben werden; weitere bekannte Marken der Verlagsgruppe sind Duden
und Meyer.
Geschichte und Entwicklung
Vorgänger-Lexikon von Löbel und Franke
Von Brockhaus aufgekauft und fortgeführt wurde das Conversations-Lexikon -
Conversations-Lexicon oder kurzgefaßtes Handwörterbuch für die in der
gesellschaftlichen Unterhaltung aus den Wissenschaften und Künsten
vorkommenden Gegenstände mit beständiger Rücksicht auf die Ereignisse der
älteren und neueren Zeit in 6 Bänden von Renatus Gotthelf Löbel und
Christian Wilhelm Franke.
Es erschienen 2 Nachtragsbände in verschiedenen Verlagen: Leipzig: F. A.
Leupold 1796-1800 und Leipzig: J. C. Werther 1806 und bereits vom F. A.
Brockhaus: Amsterdam 1810 und Leipzig 1811.
Brockhaus 1805-1984
Friedrich Arnold Brockhaus (1772-1823) begann 1805 mit seinem Verlag in
Amsterdam. 1808 erwarb er auf der Leipziger Buchmesse das unvollständige
»Conversationslexikon mit vorzüglicher Rücksicht auf die gegenwärtigen
Zeiten« von Löbel und Franke, gab dazu zwei Ergänzungsbände heraus. Die 2.
Auflage in 10 Bänden erschien 1812-1820, wurde ein Erfolg und legte den
Grundstock für die heute in 20. Auflage erscheinende »Brockhaus
Enzyklopädie«. 1811 verlegte Brockhaus seinen Verlag nach Altenburg in
Thüringen, Deutschland.
In der Vorrede der Redaktion und Verlagshandlung zum 15. Band der 11.
Auflage des Brockhaus von 1868 wird die Zielsetzung des Werkes beschrieben:
»Das Conversations-Lexikon [hat] die Flüssigmachung und
Popularisierung der wissenschaftlichen, künstlerischen und technischen
Ergebnisse, nicht für die die geschäftliche Praxis, sondern für die
Befriedigung und Förderung der allgemeinen Bildung zur Aufgabe. [...]
Denn jene allgemeine Bildung ist nichts Geringeres als die humane
Bildung, welche das Individuum innerhalb des Culturlebens seiner Zeit
erlangt, die für ihren Ausgangspunkt die Berufsbildung voraussetzt und,
wie den intellectuellen so den moralischen Menschen umfassend, als der
Quellpunkt socialer und nationaler Kraft und Entwicklung betrachtet
werden muß.[...] Den Kreis der Ideen und Thatsachen, wie er sich für den
einzelnen unabsehbar in Geist, Geschichte und Natur auseinanderlegt, in
begrenztem Rahmen, gleichsam als Mikrokosmos, zur Anschauung zu bringen,
nicht zur Lösung eines wissenschaftlichen Problems oder zur Uebung einer
Kunstfertigkeit, sondern um den Menschen als solchen mit der Welt, die
über seinen alltäglichen Horizont hinausliegt, bekannt zu machen, indem
ihm die Einsicht in den Begriff und den organischen Zusammenhang der
Dinge, sowie die Uebersicht über das Ganze, wenn nicht erschlossen, so
doch erleichtert wird«.
1817-1818 zog der Verlag nach Leipzig um, wo Brockhaus später dann auch eine
eigene Druckerei betrieb. In der Buchstadt Leipzig erschienen dann auch die
weiteren Auflagen des Lexikons, ferner Werke aus den Gebieten Geschichte,
Literatur (F. Rückert, die Memoiren Casanovas u.a.), Philosophie (A.
Schopenhauer), die »Leipziger Allgemeine Zeitung«, J. P. Eckermanns
»Gespräche mit Goethe«. Das Programm wurde später durch
populärwissenschaftliche Schriften und Reisewerke (F. Nansen, S. Hedin)
erweitert. Das eigentliche Hauptarbeitsgebiet des Verlags sind jedoch immer
die Nachschlagewerke gewesen.
Nach 1945 wurde das Stammhaus in Leipzig enteignet und in Wiesbaden setzte
der F. A. Brockhaus-Verlag die Produktion fort und firmierte als F.A.
Brockhaus.
Bibliographisches Institut 1826-1984
Das Bibliographische Institut wurde 1826 von Joseph Meyer (1796-1856) als
Verlagsbuchhandlung in Gotha gegründet, später nach Hildburghausen und
schließlich 1874 nach Leipzig verlegt. Durch die Herausgabe preiswerter
Klassikerausgaben und durch neue Werbe- und Vertriebsmethoden gewann Meyer
neue Käufer- und Leserschichten. Neben dem 52-bändigen »Großen
Conversations-Lexicon für die gebildeten Stände« (1840-1855) und dem »Meyers
Konversationslexikon« erschienen weitere Reihenwerke wie »Meyers Universum«,
»Meyers Reiseführer«, »Meyers Atlanten« und »Brehms Tierleben«. Das 1880 von
Konrad Duden herausgegebene »Orthographische Wörterbuch« bildete die
Grundlage für eine einheitliche deutsche Rechtschreibung.
Das Bibliographische Institut wurde 1915 in eine Aktiengesellschaft
umgewandelt und nach der Enteignung 1946 in der DDR als Volkseigener Betrieb
fortgeführt. 1953 gelang es den Aktionären, den Sitz des Unternehmens in die
Bundesrepublik, und zwar nach Mannheim, zu verlegen.
Fusion 1984
1984 fusionierten die beiden deutschen Lexikonverlage: F.A. Brockhaus und
Bibliographisches Institut AG. Seit 1985 ist Mannheim Unternehmenssitz des
Verlags »Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG«. 1988 wird der
Verlag Langenscheidt KG zum Mehrheitsaktionär des Buchverlags.
Nach der Wiedervereinigung nahmen beide Verlage ihre Tätigkeit auch in
Leipzig wieder auf, der dortige VEB Brockhaus wurde von der Treuhand an die
Verlagsgruppe verkauft. Insgesamt gliedert sich das Verlagsprogramm in vier
Bereiche, die durch eigene Verlagsnamen gekennzeichnet sind:
- F. A. Brockhaus,
- Dudenverlag,
- Meyers Lexikonverlag
- B.I.-Taschenbuchverlag.
Seit 1999 bietet der Verlag Teile seines Textbestandes unter der Website
Xipolis.net im Internet an.
2003 wurde der Harenberg-Verlag gekauft und in die Firmengruppe
eingegliedert.
Auflagenübersicht
- 1. Auflage 1796-1808 "Conversationslexicon" 6 Bände + 2 Zusatzbände
- 2. Auflage 1812-1819 "Conversations-Lexikon" 10 Bände
- 3. Auflage 1814-1819 "Conversations-Lexicon" 10 Bände
- 4. Auflage 1817-1819 "Hand-Enzyclopädie" 10 Bände
- 5. Auflage 1819-1820 "Real-Encyclopädie" 10 Bände
- 6. Auflage 1824 "Real-Encyclopädie" 10 Bände
- 7. Auflage 1827 "Real-Encyklopädie" 12 Bände
- 8. Auflage 1833-1837 "Real-Encyklopädie" 12 Bände
- 9. Auflage 1843-1848 "Real-Encyklopädie" 15 Bände
- 10. Auflage 1851-1855 "Real-Encyklopädie" 15 Bände
- 11. Auflage 1864-1868 "Real-Encyklopädie" 15 Bände
- 12. Auflage 1875-1879 "Conversations-Lexikon" 15 Bände
- 13. Auflage 1882-1887 "Conversations-Lexikon" 16 Bände
- 14. Auflage 1892-1895 "Konversations-Lexikon" 16 Bände
- 15. Auflage 1928-1935 "Der Große Brockhaus" 20 Bände
- 16. Auflage 1952-1957 "Der Große Brockhaus" 12 Bände
- 17. Auflage 1966-1974 "Brockhaus Enzyklopädie" 20 Bände
- 18. Auflage 1977-1981 "Der Große Brockhaus" 12 Bände
- 19. Auflage 1986-1994 "Brockhaus Enzyklopädie" 24 Bände
- 20. Auflage 1996-1999 "Brockhaus Enzyklopädie" 24 Bände
- 21. Auflage 2004 ff. "Brockhaus Enzyklopädie" 30 Bände (aktuelle Ausgabe)
Siehe dazu ausführlicher:
Verlagsprogramm
Siehe
Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG (BIFAB).
Siehe auch
Literatur
Anja Zum Hingst: Die Geschichte des Großen Brockhaus. Vom
Conversationslexikon zur Enzyklopädie (Buchwissenschaftliche Beiträge aus
dem Deutschen Bucharchiv München; 53; Zugl.: Erlangen, Univ.,
Magisterarbeit, 1991). Wiesbaden: Harassowitz, 1995. ISBN 3-447-03740-7
Heinz Sarkowski: Das Bibliographische Institut: Verlagsgeschichte und
Bibliographie 1826-1976. Mannheim: Bibliographisches Institut, 1976. ISBN
3-411-01368-0
Netmarks
Susanne Hübscher, Katrin Pollems-Braunfels, Daniela Webe: Die Brockhaus
Enzyklopädie, 2001, http://www.lrz-muenchen.de/~lexika/1005bruebersicht.html
- Historische Entwicklung, Verlagsstruktur, Vertrieb und Marketing
Downloadseite des Duden Brockhausverlages für PDA-Versionen von Brockhaus
und Duden pdassi.de/vshop/?id=3217
Mit dem Brockhaus ins 21. Jahrhundert Interview des MDR mit
Brockhaus-Chefredakteurin Annette Zwahr (April 2004). Geht auch auf Interna
wie die Auswahl neuer Stichwörter und die Fusion der beiden Redaktionen (Ost
und West) ein
Anmerkungen
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