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Kollektive Konstruktion von Wissen
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Erstellt/bearbeitet: 14-Okt-2005/14-Jan-07
Systemzeit: Mittwoch, 19.11.2008, 17:29:16.
Home : Wissen : Theorie : Wissen : Konstruktion
Übersicht
Angesichts der auf die Menschheit zukommenden Probleme (Umwälzungen im
Zuge der Globalisierung) ist es notwendig geworden, alle verfügbaren
menschlichen Denkressourcen zu mobilisieren (Ressourcenorientierung).
Voraussetzung ist, dass die Menschen in der Lage sind, Ihre intellektuellen
und emotionalen Ressourcen tatsächlich zu bündeln also intensiv und effektiv
zu kommunizieren. Daher muss in Schulen und Universitäten ein viel stärkerer
Akzent auf die Vermittlung von Kommunikationsfähigkeit gelegt werden. Eine
Unterrichtsmethode, die ganz auf den Aufbau von Kommunikationsfähigkeit
abzielt, ist Lernen durch Lehren. Das Internet bietet für die Kollektive
Konstruktion von Wissen das optimale Vehikel. Einige Anhänger der
Kondratjew-Theorie, z.B. Erik Händeler ("Die Geschichte der Zukunft
Sozialverhalten heute und der Wohlstand von morgen. Kondratieffs
Globalsicht", 2003) betrachten die neuen Kommunikationsmittel als
Voraussetzung zu einem neuen Wirtschaftszyklus, dem 6. Kondratjeff.
Als Modell für eine Struktur die zur effektiven Wissenskonstruktion führt,
kann das Gehirn herangezogen werden (siehe auch: Kollektive Intelligenz). So
können Internet-User metaphorisch als Neurone definiert werden, die in
großer Zahl und großer Frequenz miteinander interagieren. Bezogen auf das
Gehirn werden die "emergierenden" Ergebnisse dieser scheinbar chaotisch
verlaufenden Neuronen-Interaktionen (neuronale Netze) "Gedanken" genannt.
Auf das Internet übertragen können durch intensive Interaktionen zwischen
Menschen/Neuronen für die Menschheit relevante Problemlösungen erarbeitet
werden. Die Gehirnmetapher kann in besonderem Maße auf die kollektive
Erstellung von Enzyklopädien angewandt werden. Dies trifft besonders für
Enzyklopädien zu, die im Internet aufgebaut werden (z.B. die Wikipedia). Die
kollektiv erstellten Artikel lassen sich dann metaphorisch als Emergenz
betrachten: es können unzählige Menschen an der Produktion von Wissen
beteiligt werden. Wie im Nervensystem ergeben sich in Internet-Enzyklopädien
Spezialisierungen von Neuronenkonstellationen. Es werden einströmende
Informationen sortiert, selegiert, verworfen oder an die nächsthöhere
Instanz weitergeleitet. Es findet Komplexitätsreduktion und Veredelung
statt. Einfachere Aufgaben werden von peripheren "Neuronen" erledigt, andere
wiederum entwickeln Pläne und Perspektiven und übernehmen somit die Aufgabe
des Frontalcortexes. Wesentlich ist dabei, dass wie im Organismus zahlreiche
Prozesse erfolgen müssen (z.B. Kämpfe unter Neuronengruppen), die das
vegetative Überleben des Systems sichern ohne aber auf der Bewusstheitsebene
zu emergieren und die Reflexionsfähigkeit des Gesamtsystems zu
beeinträchtigen.
Quelle und Lizenz
Anmerkungen
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