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Information
Von Agon S. Buchholz für
Kefk Network Wissen, September 2005.
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Erstellt/bearbeitet: 14-Okt-2005/14-Jan-07
Systemzeit: Montag, 08.09.2008, 11:02:19.
Home : Wissen : Theorie : Information
Übersicht
Der Begriff Information wurde aus dem spätlat. informatio,
»Bildung durch Unterricht«, »Belehrung«, gebildet; dieses geht auf lat.
informatio, »Vorstellung«, »Erläuterung« zurück, diese wiederum auf lat.
informare, »durch Unterrichtung bilden«, »befähigen«, eigentlich
jedoch »formen« oder »eine Gestalt geben« (Duden Fremdwörterbuch;
entsprechend Kluge 2002: 440).
Bedeutungsebenen
Der Begriff Information wird umgangssprachlich mit einer ähnlichen
Bedeutung wie Nachricht oder Auskunft verwendet.
Dieser
Bedeutungskern ist nahezu vollkommen verschüttet in einer der heute
möglichen Bedeutungsvarianten von »Information« im Sinne von unaufgefordert zugesandter Werbung.
Spezifische Ansätze
Informationstheorie
In der Informationstheorie wird
Information als das Gegenteil zu Informationsentropie betrachtet; untersucht
wird dabei vor allem der Informationsgehalt einzelner Nachrichten, der nach
Claude Elwood Shannon durch die statistische Signifikanz einzelner Symbole
definiert ist.
Ein ähnlicher Ansatz ist der Entropie-Begriff in der Physik, der in der
Thermodynamik und der statistischen Mechanik verwendet wird; ein hoher Grad
an Ordnung eines Systems entspricht dabei hoher Negentropie bzw. geringer
Entropie, ein geringer Grad an Ordnung dagegen hoher Entropie bzw. geringer
Negentropie.
Informationswissenschaft
Im Kontext der Informationswissenschaft
wird Information als Hilfsmittel zur Lösung einer problematischen
Situation betrachtet. Eine problematische Situation liegt vor, wenn dem
Organismus kein Programm zur Lösung des Problems vorliegt; ein solcher
Zustand des Organismus wird dabei als Ungewißheit aufgefasst.
Information entsteht immer dann, wenn ein Organismus zur Problemlösung
Wissen benötigt, Information ist daher »Wissen in Aktion«
(Kuhlen).
Wersig schlägt dazu folgende Definitionen vor (Wersig 1988):
- Information (im weitesten Sinne) ist die Reduktion von
Ungewißheit, also einschließlich der Interozeption und der
nicht-kommunikativen Exterozeption.
- Information (im weiteren Sinne) ist die Reduktion von
Ungewißheit durch Exterozeption, also durch den Empfang von Signalen
außerhalb des Organismus.
- Information (im engeren Sinne) ist die Reduktion von
Ungewißheit aufgrund von Kommunikationsprozessen.
Flussers Kommunikologie
Der etymologische Begriffskern von Information ist das
»In-Form«-Bringen; im darauf aufbauendem Informationsbegriff von Vilém
Flusser ist Information das Informieren von Entropie, was wiederum
dem Auftauchen von Unwahrscheinlichem entspricht. Flusser stützt sich in
seinem Entropiebegriff auf die Wärmelehre der nachklassischen Physik, dabei
insbesondere auf den Zweiten Hauptsatz der Thermodynakik, der von Rudolf
Clausius formuliert wurde.
- Niedrige Entropie kennzeichnet Ordnung, Bestand,
Verfügbarkeit, Unwahrscheinlichkeit und Information.
- Hohe Entropie kennzeichnet Unordnung, Zerfall, Zerstreuung,
Auflösung, Nichtverfügbarkeit, Wahrscheinlichkeit, Redundanz und
Desinformation; Beispiele hierfür sind Kitsch, Rauschen, Begriffsmüll
und Unsinn.
Beispiel: Nicht-redundante Fotografien halten unwahrscheinliche Zustände
fest, reduzieren Entropie und sind daher Information. Redundante Fotografien
halten dagegen wahrscheinliche Zustände fest, erhöhen Entropie und sind
daher Desinformation.
Quellen
Ulrich Riehm: „Informationsinfrastruktur“. In: Marianne
Buder, Werner Rehfeld, Thomas Seeger und Dietmar
Strauch (Hrsg.): Grundlagen der praktischen Information und
Dokumentation. Ein Handbuch zur Einführung in die fachliche
Informationsarbeit. 4. völlig neu gefaßte Ausgabe. München, New
Providence, London, Paris: K. G. Saur 1997: 1034-1045.
Helmut F. Spinner: Die Architektur der Informationsgesellschaft.
Bodenheim: Philo 1998.
Gernot Wersig: Die Komplexität der Informationsgesellschaft
(Schriften zur Informationswissenschaft; 26). Konstanz: UVK, Univ.-Verl.,
1996.
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