Informationstheorie
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Erstellt/bearbeitet: 05-Nov-2005/14-Jan-07
Systemzeit: Mittwoch, 19.11.2008, 14:23:45.
Home : Wissen : Theorie : Information : Theorie
Übersicht
Als Informationstheorie (engl. information theory)
bezeichnet man grundlegende Aussagen über das Wesen von
Information. Die bekannteste derartige
Grundlegung ist die mathematische Informationstheorie.
Mathematische Informationstheorie
Die
mathematische Informationstheorie geht auf Arbeiten von Claude
Shannon (1916–2001) aus dem Jahr 1948 zurück, die sich mit den
statistischen Gesetzmäßigkeiten der Übermittlung, Verarbeitung, Messung
und Repräsentation von Informationen (= Nachrichten) sowie der Kapazität
von Kommunikationssystemen befaßt. Shannon formulierte als Grundannahme:
»The fundamental problem of communication is that of
reproducing at one point, either exactly or approximately, a message
selected at another point«.
Ziel der mathematischen Informationstheorie ist es, die Kommunikation
unter Menschen strukturell und quantitativ zu erfassen; ihr liegt dabei
ein lineares Modell von Kommunikation – das sog. Sender-Empfänger-Modell
– zu Grunde, das auch in der Nachrichtentechnik eingesetzt wird. Die
Informationstheorie geht dabei jedoch über das syntaktische
Sender-Empfänger-Modell hinaus: Die Bedeutung und der Informationsgehalt
sind immer von dem semantischen Kontext einer Übertragung abhängig.
Shannon geht davon aus, dass in allen Informationssystemen (z.B.
Fernschreiber, Telefon, Fernsehen) Nachrichten (z.B. Worte, Meßdaten)
von einer Informationsquelle produziert und mit Hilfe eines
Übermittlungskanals an einen Bestimmungsort übermittelt (= gesendet)
werden; dabei werden die Signale (= Codes; z.B. Buchstabenfolgen, Morse-
oder Binärcode) übersetzt (= codiert).

Abbildung: Modell eines
Kommunikationssystems nach Shannon mit der Nachrichtenquelle und -ziel,
Sender und Empfänger, Signal und Störquelle (Quelle: Michael Hofferer,
Einführung in die Informationstheorie, 7. Januar 1999, online
unter [1];
entsprechend bei Shannon 1948 in [2]
und in Kloock/Spahr 2000: 218 etc.).
Shannon definierte dazu ein Maß für den Informationsgehalt einer
Nachricht; der Informationsgehalt einer Nachricht gibt an, wieviel
Information in dieser Nachricht übertragen wurde:

Dem setzt er den durchschnittlichen Informationsgehalt pro Nachricht
(= Entropie) entgegen; Entropie ist ein Maß für die Menge an
Zufallsinformation, die in einem System oder einer Informationsfolge
steckt:

Dabei ist p(mi) die Wahrscheinlichkeit der
Nachricht mi; mit ihr kann die Kapazität des
Übertragungskanals bestimmt werden, die erforderlich ist, um die
Nachricht von ihrer Quelle zu übertragen. Die Kanalkapazität ist Teil
der informationstheoretischen Beschreibung des Kanals. Sie gibt an, wie
hoch die maximale Bitrate ist, die über einen Kanal fehlerfrei
übertragen werden kann:

Das quantitative Maß der Informationsmenge (= Entropie H) ist
durch diese Formel eindeutig definiert.
Die Shannon'sche Formel des Maßes der Information »konvergiert
mit Ausnahme des negativen Vorzeichens mit jener Formel, die Ludwig
Boltzmann als Maß der Entropie eines dissipativen Systems im Sinne der
Thermodynamik anschrieb« (Kloock/Spahr 2000: 218):

H ist also in der statistischen Thermodynamik die Entropie
oder in der mathematischen Informationstheorie der Informationsgehalt,
der in Bit angegeben wird. pi ist die
Wahrscheinlichkeit (probability) des Auftretens eines
informationellen Ereignisses i, also wann das i-te Zeichen
erscheint.
Netmarks
Maria Oelinger: Informationstheorie und Codierung. Skript
und Prüfungsprotokolle - Entropie, Rauschfreie Codierung,
Verrauschtes Codieren, Grundlagen der Codierungstheorie u.a.,
www.oelinger.de/maria/it_codi.
Literatur
Michael Kary, Martin Mahner: »Warum Shannons
'Informationstheorie' keine Informationstheorie ist«, in:
Naturwissenschaftliche Rundschau 57(11), S. 609 - 616 (2004), ISSN
0028-1050.
Daniela Kloock, Angela Spahr: Medientheorien. Eine
Einführung (2., korr. u. erw. Aufl.; UTB für Wissenschaft:
Uni-Taschenbücher; 1986). München: Fink 2000. ISBN 3-8252-1986-0 (UTB),
ISBN 3-7705-3223-6
Holger Lyre: Informationstheorie. München: Fink 2002.
ISBN 3-7705-3446-8 - Einführung in die Informationstheorie mit Ausblick
auf die aktuellen Forschungen Lyres zur Quantentheorie der Information.
Tor Nørretranders: Spüre die Welt. Rowohlt 1994; ISBN
3-4980-4637-3 - Einführung in die Welt der Information, der Entropie und
des Bewußtseins.
J. R. Pierce: An Introduction to Information Theory:
Symbols, Signals and Noise (2nd ed.). Dover Publications, Inc., New
York 1980.
Claude E. Shannon: »A mathematical theory of
communication«, in: Bell System Technical Journal, Vol.
27, July and October (1948): 379-423, 623-656 - Im Volltext online unter
cm.bell-labs.com/cm/ms/what/shannonday/paper.html in den
Dateiformaten PostScript, PDF und LaTeX.
D. Slepian (Hrsg.): Key Papers in the Development of
Information Theory. New York: IEEE Press, 1974.
W. Weaver, C. E. Shannon: The Mathematical Theory of
Communication. Urbana, Illinois: University of Illinois Press, 1949
(Neuauflage 1963).
Quellennachweise
Bildquellennachweise: • Promotionmaterial © Amazon.de•
• Claude Elwood Shannon; Quelle:
turnbull.dcs.st-and.ac.uk via
de.wikipedia.org; Lizenz: Public Domain. • Modell eines
Kommunikationssystems nach Shannon; Quelle: Michael Hofferer,
Einführung in die Informationstheorie, 7. Januar 1999, online unter
[1].
Anmerkungen
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