|
| |
Hypertext und Hypermedia
Ihr Benutzername: Besucher
Online auf dieser Seite: 5 aktive User.
- Wer ist gerade online?
Home : Wissen : Ordnung : Hypertext
Erstellt/Bearbeitet:
12-Aug-2003/14-Jan-07
Übersicht
Als Hypertext bezeichnet man die nicht-lineare Organisation von
heterogenen Objekten, deren netzartige Struktur durch logische
Verbindungen (Verweise oder Links) zwischen atomisierten
Wissenseinheiten (Knoten, z. B. Texte oder Textteile) hergestellt
wird (Verweis-Knoten-Konzept).
Die Begriffe Hypertext und Hypermedia werden meistens synonym benutzt;
Hypertext betont dabei jedoch den textuellen Anteil, Hypermedia dagegen
mehr den multimedialen.
Nutzen
Hypertexte bieten gegenüber der linearen Informationsdarstellung den
Vorteil, eine größere Komplexität redundanzfrei oder zumindest
vergleichsweise redundanzarm vermitteln zu können.
Durch die assoziative Struktur eines Hypertextes ähneln Hypertexte auch
grundsätzlich eher der Funktionsweise des menschlichen Denkens als
lineare Texte.
Probleme
Ein alle Hypertexte betreffendes Problem ist das Information-Retrieval,
also das gezielte Auffinden von Informationen in einem nichtlinearen
Text, während literate Menschen über Jahrhunderte in der Rezeption von
linearen Texten geschult wurden, beginnt man heute erst den Umgang mit
komplexen Hypertexten zu erlernen.
Ein weiteres Grundproblem ist die Navigation in Hypertexten, da häufig
eine vom Autor vorgegebene Lesestruktur (z. B. Guided Tour) fehlt; in
der Folge können sich als Folge einer Linkitis ein Information Overload,
die Überflutung mit ungeordneten Informationen, und das Phänomen des
Lost in Hypertext, also die Desorientierung im Informationssystem
einstellen.Problemlösungsansätze hierzu sind durch virtuelle Mindmaps
und Web-Ontologien in Arbeit, die auf eine stärker enzyklopädieartige
Strukturierung und pluralistische Versifikation ihrer Mind Tools
hinarbeiten. Mit einer systematisierten Internet-Oberflächensprache ist
der Begriff Headtext dem des Hypertext vorzuziehen.
Erst in Ansätzen gelöst ist auch das Problem der Visualisierung von
Hypertexten, also die grafisch aufbereitete Darstellung der
typischerweise netzwerkförmigen und daher nicht hierarchisch
präsentierbaren Struktur eines Hypertextes (siehe auch Hyperbolic Tree).
Eine Annäherungslösung wird auf einer persönlichen
Wissensorganisationsebene wie der Linux- oder Windows-Anwendung
bestehen, auf der komplexere Präsentationsmöglichkeiten bestehen und
netzwerktechnisch mit dem Internet verbunden eine symbiotische Beihilfe
bei der effizienten Internetsuche leisten, - wenigstens mental als Mind
Tool. Eine auf systematisierte Wort-Zahl-Bild-Ton-Arrangements beruhende
Internetsprache Headtext, gestaltet es zunehmend zum Transnet.
Anwendungen
Die Wikipedia – oder das gesamte World Wide Web – ist ein Beispiel für
einen komplexen Hypertext, je nachdem, was als Bezugsrahmen genommen
wird.
Auch viele Software-Dokumentationen, Hilfe-Texte und Nachschlagewerke
wie die elektronischen Ausgaben des Brockhaus und der Encyclopædia
Britannica sind als Hypertext konzipiert.
Geschichte und Entwicklung
Hypertextuelle Strukturen sind seit Jahrhunderten bekannt; die im
Aufschreibesystem der Neuzeit ausdifferenzierten Erschließungshilfen für
lineare Texte wie Inhaltsverzeichnise, Indices, Querverweise und
Fußnoten sowie jegliche Verweissysteme entsprechen funktional einem
Hypertext, der einzige Unterschied besteht darin, dass zum einen die
Verweisziele nicht vor Ort präsent sein müssen und zum anderen, dass das
Verfolgen der Verweise nicht mechanisiert bzw. automatisiert ist; als
Vorläufer heutiger digitalsierter Hypertexte gilt daher beispielsweise
Agostino Ramellis Bücherrad aus dem 15. Jahrhundert und Roussels
Lesemaschine, eine Art Wechselrad für Notizzettel,siehe Zettels Traum
von A. Schmidt. Literaturgeschichtlich prominent ist Joyce' vertracktes
Werk Finnegans Wake,das an semantische Netze des Hypertext erinnert.
Das moderne Hypertext-Konzept wurde erstmals von Vannevar Bush im Jahr
1945 in einem Artikel As We May Think im Journal The Atlantic Monthly
erwähnt. Er sprach darin über ein zukünftiges System Memex (für Memory
Extender), das das Wissen eines bestimmten Gebietes elektronisch
aufbereitet leicht zugänglich darstellen kann. Die Kernidee des Konzepts
ist zum einen, dass das Verfolgen von Verweisen mit elektronischer Hilfe
erleichtert wird und zum anderen, dass Bücher und Filme aus einer
Bibliothek verfügbar gemacht und angezeigt werden können. Die Idee von
Hypertext ist also von Anfang an mit alten Utopien von der "universellen
Bibliothek" verbunden (siehe auch Bibliotheksutopie).Daher ist es kein
Zufall,das der Herausgeber der Universalklassifikation Paul Otlet als
frühester Pionier des Hypertext gilt und diese Universalsprache
völkerverbindend einsetzen wollte.Er gilt nicht von ungefaehr als
Mitbegründer des Völkerbunds,aus dem die UNO hervorging.
Der Gesellschaftswissenschaftler Ted Nelson (Projekt Xanadu) prägte den
Begriff "Hypertext" im Jahr 1965.
Eines der ersten Hypertextsysteme, das einer größeren Gruppe zugänglich
war, war HyperCard der Firma Apple, das mit den Apple Macintosh
Computern ausgeliefert wurde.
Das heute am weitesten verbreitete Hypertext-System ist der
Internet-Dienst World Wide Web (WWW), obwohl ihm einige wichtige
Funktionen früherer Hypertextsysteme fehlen. So ist zum Beispiel das
Problem der so genannten toten Links (engl. dead links oder dangling
links) im WWW ungelöst. Auch die Implementierung der Uniform Resource
Identifiers (URIs) ist über die im Web gebräuchlichen URLs nur
unvollständig erfüllt. Im Gegenzug erlaubt das WWW aber auch das
Einbinden von nichtsprachlicher Datentypen. Dadurch ist es, obwohl auf
Hypertext beruhend, streng genommen ein Hypermedia-System. Die Sprache,
in der die Texte des World Wide Web beschrieben werden, heißt HTML;
Web-Dokumente werden von Webdesignern konzipiert und erstellt.
Siehe auch
- Intertextualität
- Intermedialität
Quelle und Lizenz
Ein Teil dieses Textes basiert auf einem Artikel aus
Wikipedia, der freien Enzyklopädie.
Artikel |
Bearbeiten |
Diskutieren|
Drucken |
Versionen |
Backlinks.
Stand: 09:54, 18. Feb 2005.
Lizenz: GNU Free
Documentation License.
Anmerkungen
| |
Hypertext |
|
Ihr Name: Besucher (nicht angemeldet).
Online: 5 aktive User.
|
|
Anmelden | Abmelden
|
|
|
Benachrichtigen bei Änderungen: |
|
|
|
|
|