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Typologie der Nachschlagewerke
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Home : Wissen : Nachschlagewerke : Typologie
10-Dec-2003/14-Jan-07
Übersicht
Die Verlage und Autoren sind in der Titelwahl für ihre Werke frei; so ist
die Bezeichnung Glossar, Wörterbuch, Handbuch, Lexikon, Fibel, Almanach,
Atlas usw. im Buchtitel nicht unbedingt mit der oben genannten Einteilung im
Einklang. Es gibt auch sehr spezielle
Fachlexika, die sich jedoch gerne
selbst als Enzyklopädie bezeichnen (Beispiel:
Hühner-Enzyklopädie), damit will
man, auch im Marketing, den Umfang des Werkes und seine Bedeutung noch
besonders hervorheben.
Man unterscheidet grob folgende Typen von Nachschlagewerken, wobei
Überschneidungen möglich sind:
Enzyklopädie
hat den weitesten Wissensumfang, im 19. Jahrhundert auch als
Konversationslexikon bezeichnet, da sie der Allgemeinbildung des Bürgertums
dienen sollte, die sich dann wiederum in der "gebildeten Konversation"
widerspiegelte. "Der Brockhaus" ist derzeit die einzige große allgemeine
Enzyklopädie in deutscher Sprache. Auch die Wikipedia möchte einmal eine Enzyklopädie
werden.
Siehe Enzyklopädie.
Lexikon
Die Bezeichnung Lexikon wird sowohl für enzyklopädische Nachschlagewerke
(Sachwörterbuch) als auch für Sprachwörterbücher verwendet. In der Regel
werden Enzyklopädien mit einem begrenzten Fachumfang (Fachlexika) eher als
Lexikon bezeichnet (z.B. Computerlexikon, Tierlexikon wie Brehms Tierleben
oder Künstlerlexikon wie der Thieme-Becker).
Siehe Lexikon.
Wörterbuch
sprachzentriert, einsprachig oder meistens zweisprachig, auch
mehrsprachig (als Übersetzung) - im Sinne eines Diktionärs (schweiz.), oft
jedoch fälschlicherweise auch als Lexikon bezeichnet.
Spezielle
Wörterbücher, die sich mit der Herkunft der Wörter befassen, bezeichnet man
als etymologische Wörterbücher. Ein Mundartwörterbuch wird auch als Idiotion
bezeichnet. Eine Spezialität ist ein Fremdwörterbuch, oder Fachwörterbuch.
Ein besonders umfangreiches Fachwörterbuch wird zum Fachlexikon.
In der
deutschen Sprache ist der Duden das wohl meist verwendete Wörterbuch. Ein
Wörterbuch ist aber auch gleichzeitig die eigentliche Grundlage von jedem
guten Nachschlagewerk.
Das allererste deutsche Wörterbuch war Abrogans, ein
handgeschriebenes lateinisch-althochdeutsches Wörterbuch (oder auch Glossar) aus dem 8. Jahrhundert, es gilt bisher auch als das erste deutsche Buch
überhaupt.
Das wohl umfangreichste Deutsche Wörterbuch der Gebrüder Grimm
wurde bereits 1838 mit dem Band 1 begonnen und erst im Jahr 1961 mit dem 32.
Band abgeschlossen.
Siehe Wörterbuch.
Handbuch
sachorientiert, jedoch meistens nicht alphabetisch, sondern thematisch
gegliedert, im Sinne einer Anleitung, inhaltlich eine Ergänzung zum Lexikon.
Gebrauchsanleitungen (zum Beispiel zu einem Computer oder zu einer Software
werden daher als Handbücher (engl. "manual", auch "handbook") bezeichnet.
Ein Handbuch als Lehrbuch wird oft auch als Kompendium bezeichnet.
Siehe Handbuch.
Glossar
Sammlung schwieriger Wörter und Begriffe mit den dazugehörigen
Erklärungen, themenzentriert, oft auch nur als Anhang zu einem anderen Werk,
zum Beispiel bei einem Handbuch.
Thesaurus
legt die (Fach-)Begriffe fest, oft ist ein Thesaurus die Grundlage eines
Projektes oder einer Institution, damit alle Beteiligten auch immer jeweils
den gleichen Terminus Technicus richtig anwenden.
Vokabular
Der Wortschatz eines Menschen, einer Personengruppe oder eines Gebietes
wird als Vokabular (Wörterverzeichnis) bezeichnet.
Verzeichnis
Register: z.B. Telefonbuch, Adressbuch, Branchenverzeichnis,
Denkmälerverzeichnis, Hochschulverzeichnis, Hotelführer usw.
Katalog
Ausstellungskataloge, Museumskataloge, Messekataloge, auch Bibliotheken,
Archive und Dokumentationen erschließen ihre Bestände mit einem Katalog,
häufig nur als Kartei oder heute in digitaler Form. Zu den meisten
Kunstausstellungen erscheinen Kataloge in Buchform, oft mit ergänzenden
Information zum Thema oder Künstler. Kommerzielle Kataloge von Lieferanten,
Versandhäusern oder Verlagen, auch das unverzichtbare VLB - (Verzeichnis
lieferbarer Bücher) - eine Bibliografie in Buchform, als CD-ROM oder online
- ist so ein Katalog.
Bibliografie
Verzeichnis von Literaturhinweisen, Bibliografien (auch Bibliographien)
sind spezielle Verzeichnisse, bzw. Kataloge für die Literatursuche (Bücher,
Zeitschrifen, andere Veröffentlichungen), meistens thematisch (nach
Gebieten), Branchenbibliografie oder räumlich (Nachlässe, Bibliotheken)
orientiert. Die Deutsche Nationalbibliografie (genauer Titel: "Deutsche
Nationalbibliografie und Bibliografie der im Ausland erschienenen
deutschsprachigen Veröffentlichungen") wird von der Deutschen Bibliothek
erstellt und ist die größte Datensammlung deutschsprachigen Literatur. Sie
erfasst alle eingesandten Pflichtexemplare der Veröffentlichungen in
Deutschland. In der Schweiz und Österreich so wie in den meisten anderen
Staaten gibt es ähnliche Institutionen.
Index
ein alphabetisches Verzeichnis (Register) meistens am Ende eines Textes
oder auch als gängige Abkürzung für das Verzeichnis von verbotenen oder
eingeschränkt zugänglichen Publikationen (z.B. der Index Librorum
Prohibitorum oder der Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende
Schriften).
Almanach
meistens ein Jahrbuch zu einem bestimmten Thema, z.B. Fischer-Almanach
oder Spiegelalmanach. Oft auch mit literarischen und künstlerischen
Inhalten.
Fibel
(von Bibel) ursprünglich ein Lehr- und Lesebuch, heute meistens ein
Nachschlagewerk mit unterschiedlich langen, begleitenden, oft auch
unterhaltsamen Texten, meistens alphabetisch geordnet: PC-Fibel,
Garten-Fibel usw.
Agenda
Kombination eines Kalenders mit einem Nachschlagewerk, in diesem Falle
chronologisch im Jahresablauf geordnet. Agenden gibt es zu vielen Themen und
sie verbinden den täglichen Gebrauchswert für die Zeitplanung mit allerlei
nützlichen Informationen.
Chronik
ist ein Lexikon, das nicht nach dem Alphabet, sondern nach der Zeitachse
gegliedert ist. In digitalen Nachschlagewerken ist diese Funktion durch
gezielte Datenbankabfrage gut als Zusatznutzen möglich, die Wikipedia ist
auch eine Chronik. Auch ein Lebenslauf oder eine Biografie, bzw.
Werkbiografie ist eine besondere Chronik, Künstler-Werkverzeichnisse werden
ebenfalls gerne chronologisch geordnet.
Monografie
ist ein Werk, das sich nur mit einem Thema beschäftigt, entweder als
Biografie, bzw. Werkmonografie einer Person oder als Nachschlagewerk zu
einer Sache, einem Thema: zum Beispiel ein Kunstwerk, eine Tier- oder
Pflanzenart, ein Gegenstand ("Alles über VW-Käfer").
Siehe Monografie.
Atlas
grafisch orientiert, oft geographisch (eine Kartensammlung), historisch,
politisch, aber auch zum Beispiel Anatomie-Atlas, Pilz-Atlas usw. - eine
Sammlung von Illustrationen mit Erklärungen.
Führer
heute auch gerne (englisch) Guide genannt, zum Beispiel: geografische
Führer (Reiseführer oder Reisehandbuch, Tourismusbuch), Museumsführer,
Ausstellungsführer, Opernführer, Restaurantführer sind Nachschlagewerke oder
besondere Kataloge für eine bestimmte Thematik. Sie sind meist thematisch,
jedoch oft auch alphabetisch gegliedert. Ein naturwissenschaftlicher,
biologischer, botanischer oder kulturhistorischer Führer könnte bei vielen
Abbildungen natürlich aber auch als Atlas bezeichnet werden ("Botanischer
Führer Mitteleuropa" oder "Atlas der Pflanzen in Mitteleuropa").
FAQ
Die Abkürzung FAQ bedeutet Frequently Asked Questions.Es handelt sich
dabei um eine Zusammenstellung von oft gestellten Fragen und den
dazugehörigen Antworten zu einem Thema.
Quelle und Lizenz
Ein Teil dieses Textes basiert auf einem Artikel aus
Wikipedia, der freien Enzyklopädie.
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Backlinks.
Stand: 12:55, 24. Feb 2005.
Lizenz: GNU Free
Documentation License.
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