Pierer ist der Sohn des Altenburger Mediziners und Verlegers Johann
Friedrich Pierer (1767-1832).
Er wurde zunächst bei einem Geistlichen zusammen mit dem späteren General
Joseph von Radowitz erzogen, besuchte dann die Landesschule Pforta und
studierte 1811–1813 Medizin an der Universität Jena.
In den Befreiungskriegen war er ab 1813 war er Angehöriger der
preußischen Freiwilligeneinheit Lützowsches Freikorps bis zu deren Auflösung
1814. Danach kämpfte er im Yorck'schen Korps in der preußischen Armee. 1813
nahm er an der Völkerschlacht bei Leipzig teil (wo er bei der Erstürmung von
Wachau schwer verwundet wurde), 1815 an der Schlacht bei Waterloo.
Nach Kriegsende war er mehrere Jahre als Lehrer an der Divisionsschule in
Posen tätig.
1820 trat er als Teilhaber in das väterliche Druckereigeschäft ein. Der
Vater hatte seinen früheren Verlag „Literarisches Comptoir“ zwar 1816 an
Friedrich Arnold Brockhaus verkauft, doch ab 1823 gründete er mit dem
„Literatur-Comptoir“ auch wieder einen Verlag.
Heinrich August Pierers Name ist vor allem mit dem von ihm ab 1824
bearbeiteten Konversationslexikon verbunden, das von August Daniel von
Binzer begründet und zunächst vom Vater bearbeitet worden war. 1824-1837
erschien das Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit oder neuestes
encyclopädisches Wörterbuch der Wissenschaften, Künste und Gewerbe in 26
Bänden unter der Herausgeberschaft H. A. Pierers und A. D. von Binzers.
1832 übernahm Heinrich August Pierer den väterlichen Betrieb ganz, der
von da an unter H. A. Pierer firmierte.
Zu seinen Lebzeiten veröffentlichte Pierer noch eine 2. Auflage des
Lexikons in 32 Bänden (1840-1846, mit insgesamt ca. 17.000 Seiten). Die 3.
Auflage in 17 Bänden (1849-1852), deren Beginn er noch erlebte, wurde
bereits von seinem Sohn Eugen Pierer (1823-1890) betreut.
Heinrich August Pierer starb 1850 und wurde auf dem „Katholischen
Friedhof“ in Altenburg begraben (sein Grab ist heute nicht mehr auffindbar).
Seine Söhne Eugen Pierer und Victor Pierer (1826-1855) übernahmen den
Betrieb.
Nach seinem Tod erschienen bis 1888 noch vier weitere Auflagen des
Lexikons.
J. Braun: Pierer, Heinrich August. In: Allgemeine Deutsche Biographie
(ADB). Bd. 26, S. 117,
aronsson.se/adb/26/117.
Christine Schmidt: Pierer, Heinrich August, in: Neue Deutsche Biographie,
Band 20, S. 430f.