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Joseph Meyer

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10-Mar-2005/14-Jan-07


Übersicht

Joseph Meyer (* 9. Mai 1796 in Gotha, † 27. Juni 1856 in Hildburghausen), deutscher Verleger. Meyer gründete 1826 das Meyersche Bibliographische Institut in Gotha, das heute Teil des Bibliographischen Instituts & F.A. Brockhaus AG (BIFAB) ist. Er war auch erster Herausgeber von Meyers Konversations-Lexikon.

Leben und Werk

Joseph Meyer wurde in Gotha als Sohn eines Schuhmachers geboren, lernte in Frankfurt am Main als Kaufmann und kehrte nach beendeter Lehrzeit in seine Heimat zurück, um hier die kaufmännische Leitung des väterlichen Geschäfts zu übernehmen. Das Unternehmen war zwar mittlerweile zu einer kleinen Fabrik gewachsen, Meyer suchte jedoch nach größeren Herausforderungen und verließ Gotha bald wieder.

1816 ging er nach London, wo er zunächst in einem Handelshaus arbeitete, dann jedoch Spekulationsgeschäfte auf eigene Rechung betrieb; nach drei Jahren war er jedoch dermaßen mit Schulden überhäuft, dass der Vater sein Vermögen opfern mußte, um diese zu tilgen. Auch Meyers nächste Unternehmung, eine »Gewerbe- und Hülfsanstalt« für die verarmte Weberbevälkerung, war ein finanzieller Mißerfolg, die er nach weiteren drei Jahren aufgeben mußte.

Meyer kehrte wieder nach Gotha zurück, wo er das »Correspondenzblatt für Kaufleute« herausgab; nach diesen ersten Erfolgen im Verlagsgeschäft gab er u.a. für den Hennings'schen Verlag eine deutsche Bearbeitung von Shakespeares Werken heraus. Im eigenen Verlag begründete er 1825 die belletristische Zeitschrift »Meyer's British Chronicle« und gab ein »Handbuch für Kaufleute« heraus.

Der große Erfolg dieser publizistischen Unternehmungen läßt sich auf zwei Faktoren zurückführen: zum einen auf den ungewöhnlich günstigen Preis der Werke, zum anderen auf die bis dahin in Deutschland unbekannt buchhändlerische Vertriebsmethode des lieferungsweisen Erscheinens größerer Werke; Meyer kann damit als Begründer des Subskriptionswesens in Deutschland angesehen werden.

Auf dem Subskriptionsprinzip baute Meyers nächste große Unternehmung auf, für die er das Bibliographische Institut gründete. Dort gab er zunächst verschiedene Ausgaben der älteren deutschen Klassiker heraus, die mit Porträts und Biographien versehen waren; die Meyerschen Klassikerbändchen entwickelten sich zu einem phänomenalen Erfolg und wurden zu hunderttausenden verkauft.

Meyer setzte seine Tätigkeit als Verleger fort mit der »Bibliothek der Kanzelberedtsamkeit« und dem Andachtsbuch »Der Familientempel« fort.

Im Herbst 1828 siedelte Meyer auf Einladung des Herzogs von Meiningen mit seinem Geschäft nach Hildburghausen über. 1830 betätigte er sich mit der Gründung der Zeitschrift »Der Volksfreund« erstmals politisch, allerdings mußte er dieses Vorhaben bald wieder einstellen.

1838 begann er mit der Herausgabe des periodisch erscheinenden Bilderwerks »Meyer's Universum«, das er bis zu seinem Tod fortführte; es hatte in den 1830er Jahren bis zu 8.000 Abonnenten und erschien zeitweilig in zwölf Sprachen, war jedoch aufgrund seiner freimütigen Ansichten ständig bedroht durch Zensur und Verbote.

Daneben gab das Bibliographische Institut u.a. Ausgaben griechischer und römischer Klassiker heraus (unvollendet), veröffentlichte verschiedene Ausgaben der Bibel mit Auflagen in Millionenhöhe und legte seine Ausgabe der deutschen Klassiker in verschiedenen Varianten neu auf (»Familienbibliothek«, »Nationalbibliothek«, »Groschenbibliothek«). Meyer gab auch die Sammelwerke »Volksbibliothek für Naturkunde«, »Geschichtsbibliothek« und das »Große Konversationslexikon« heraus, das 1840 bis 1855 in 52 starken Oktavbänden erschien.

Daneben veröffentlichte er mehrere geografische Werke sowie große und kleine Kartenwerke und betrieb einen Kunstverlag, der das Ziel verfolgte, die klassischen Kunstwerke älterer und neuerer Zeit in hochwertigen Stichen ebenso zum Gemeingut des Volkes zu machen, wie es ihm mit seinen Klassikerbändchen gelungen war.

Ende der 1830er Jahre, als in Deutschland das Interesse am Eisenbahnbau erwachte, entdeckte Meyer ein neues Betätigungsfeld und plante ein »Centraldeutsches Eisenbahnnetz«; das Vorhaben war zwar 1837 durch Aktienzeichnungen finanziell abgesichert, scheiterte dann jedoch an der Konzessionsverweigerung der Hannoverschen Regierung.

Nachdem Meyers Interesse an industriellem Engagement geweckt war, bemühte er sich um die Wiederbelebung der rohstoff- und mineralfördernden Industrie in Thüringen; in kostspieligen Versuchen gelang es ihm, reichhaltige Kohlenlager, Eisen-, Kupfer- und Silberminen sowie Kobalt- und Nickelgruben nachzuweisen und zu erwerben. Meyer verausgabte sich dabei jedoch dermaßen, dass er bis 1842 eine schwere Erkrankung ausheilen mußte.

Nach seiner Genesung gründete er 1845 die »deutsche Eisenbahnschienencompagnie«, geriet jedoch in die wirtschaftlichen Verwerfungen, die der Revolution von 1848 folgten, tat sich jedoch dennoch als deren Unterstützer hervor und übersandte beispielsweise dem Landesherren eine »Reformadresse«. In den darauf folgenden Jahren der Reaktion gehörte Meyer zu den politisch Verfolgten und mußte eine Haftstrafe wegen eines »Preßvergehens« abbüßen. Nach seiner Freisetzung fand Meyer noch einemal Kraft für eine neue Unternehmung, den Plan zum Bau der Werrabahn, verstab jedoch am 27. Juni 1856 an einem Schlaganfall (?).

Netmarks

Allgemeine Deutsche Biographie: Joseph Meyer,
aronsson.se/adb/21/602.

Quelle und Lizenz

Ein Teil dieses Textes basiert auf einem Artikel aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, sowie auf dem Eintrag zu Joseph Meyer in der Allgemeinen Deutschen Biographie (ADB).

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Stand: 14:57, 23. Jan 2005.
Lizenz: GNU Free Documentation License.

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