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Windows NT

Versionen : Windows NT : Übersicht
04-Nov-2001/02-Feb-06


Übersicht

Windows NT ist das leistungsstarke 32-bit-Betriebssystem von
Microsoft. Es ist speziell für den Netzwerkbetrieb in Verbindung mit dem Client/Server-Konzept optimiert.

Microsoft vertreibt Windows NT in zwei Versionen:

  • Windows NT Server und
  • Windows NT Workstation

Beide Versionen werden ausschließlich auf CD-ROMs ausgeliefert. Windows NT 4.0 stellt sich in der Oberfläche von Windows 95 dar, hat jedoch im Inneren einen völlig anderen Aufbau.

Windows NT ist ein Betriebssystem das - ähnlich der Unix-Struktur - auf einer Kernel-Architektur aufgebaut ist, also nicht, wie Windows 3.11, nur auf eine DOS-Struktur aufsetzt.

Windows NT unterstützt sowohl preemptives Multitasking und
Multithreading sowie auch Multiprocessing (Verteilen von Programmteilen auf mehrere CPUs). Es ist auf bis zu 32 CPUs
skalierbar (Windows NT Workstation kann max. 2 CPUs ansprechen, für Windows NT Server gibt es je nach Prozessoranzahl unterschiedliche Lizenzen). Pro System werden 4 GB RAM unterstützt. Jeder Anwendung kann bis zu 2 GB virtueller Arbeitsspeicher zugewiesen werden. Datenspeicher  werden vom System bis zu 402 Mio. Terabyte untersützt.

Der Vertrieb von Windows NT wurde zum 01-Oct-2001 -- von einigen Ausnahmen (Restbestände, Downgrade von Windows 2000-Lizenzen) abgesehen -- eingestellt.

Netzwerkdienste

Im Lieferumfang ist die Unterstützung für folgende Protokolle enthalten:

  • TCP/IP,
  • NetBEUI,
  • IPX/SPX,
  • DLC und
  • AppleTalk.

Windows NT enthält Telnet und FTP-Clients sowie in der Server-Version einen Web-, Gopher- sowie einen FTP-Server-Dienst. Das Dynamic Host Configuration Protocol (DHCP) ermöglicht die dynamische Einrichtung und Verwaltung von TCP/IP-Adressen. Windows Internet Naming Service (WINS) ordnet den TCP/IP-Adressen Namen zu. Für den Administrator und Benutzer wird es dadurch leichter, in einem TCP/IP Netzwerk zu arbeiten.

Es ist ebenfalls leicht möglich, Windows NT in ein Novell NetWare-Netzwerk zu integrieren. Der Client Service für NetWare (CSNW) ermöglicht den Zugriff auf die Datei- und Druck-Services eines NetWare 3.x Servers. Der Gateway Service für NetWare (GSNW) bietet Arbeitsstationen im Windows NT Server-Netzwerk den Zugriff auf NetWare Server. Weiterhin werden Migrationstools angeboten, welche die Benutzerinformationen und Verzeichnisse übernehmen. Es ist somit möglich, mit einem Windows NT Server die komplette Benutzerverwaltung von NetWare zu übernehmen oder zu steuern.

Remote Access Service (RAS)

Windows NT unterstützt Fernzugriffe mit folgenden Protokollen:

  • NetBEUI,
  • IPX/SPX und
  • TCP/IP.

Der Fernzugriff kann über ISDN, X25 oder analoge Telefonleitungen realisiert werden. Als Client erlaubt Windows NT
Unix über PPP/SLIP, NetWare, LanRovers, Windows 3.x, Windows
95 sowie LAN Manager. Über diesen Remote Access Service
(RAS) sind bis zu 256 gleichzeitige Verbindungen erlaubt.

Routing and Remote Access Service (RRAS)

Mit RRAS (Routing and Remote Access Service) bietet Microsoft
einen Software-basierten Multiprotokoll-Router für Windows NT
Server 4.0. Der Service erweitert Windows NT um Multiprotokoll-Routing-Fähigkeiten sowie den Support von Virtual Private Networks (VPN) über PPTP (Point to Point Tunneling Protokoll). Für Windows NT 4.0 ist das Add-On kostenlos über den Microsoft-Webserver verfügbar. In Windows 2000 ist es als fester Bestandteil enthalten.

RRAS unterstützt Routing von TCP/IP und IPX. Als Routing-Protokolle werden RIP und OSPF unterstützt, sowie statisches Routing. Bei der Authentisierung über PAP/CHAP greift RaRAS auf die Windows NT Domain-User-Authentisierung zurück. Unterstützt werden zudem RADIUS-Clients. Zentraler Bestandteil
von RaRAS ist der Routing Table Manager. Hier werden die Routing-Tabellen verwaltet. Für Konfiguration und Management steht eine grafische Oberfläche zur Verfügung. RaRAS ist eine Alternative zu Hardware-Routern, besonders, wenn es um die Kopplung kleinerer Netze oder die Anbindung von Aussenstellen an ein zentrales Unternehmensnetz gibt. Die typische Übertragungskapazität dürfte sich in der Praxis zwischen 10.000 bis 50.000 Paketen pro Sekunde bewegen. Ein Kostenvorteil
gegenüber einer Hardware-Lösung ist, gerade bei ISDN, derzeit allerdings kaum mehr gegeben, da die nötige aktive ISDN-Karte
kaum noch Preisvorteile gegenüber einem kleinen ISDN-Router
bietet.

Systemadministration

Mit dem transaktionsbasierenden Dateisystem NTFS erlaubt
Windows NT eine Drag & Drop-Benutzerverwaltung, unter dem auch die Netzwerk-Zugriffsrechte bearbeitet werden können.

Werkzeuge wie der Systemmonitor, der die Server- und Netzwerkleistung analysiert, und die Ereignisanzeige, die die
Serveraktivität protokolliert, ergänzen Windows NT. Es erlaubt
zudem Festplatten-Duplexing, Plattenspiegelung und Datenträger-Striping mit Parität (RAID 5, nur bei Windows NT
Server). Eine USV Shutdown-Software ist ebenfalls im Betriebssystem integriert, mit welcher es möglich ist, über einen
seriellen Port des Windows NT-Systems die USV zu verwalten.

Multiuser-Unterstützung für Windows NT

Windows NT ist zwar ein Multitasking-, aber im Gegensatz zu Unix kein Multiuser-Betriebssystem. Dieses Defizites hatte sich der amerikanische Softwarehersteller Citrix Systems angenommen. Bereits 1992 schlossen Citrix und Microsoft ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft zur Entwicklung des Multiuser NT WinFrame. WinFrame ist die Grundlage für Application Publishing, einem neuen Weg für moderne Client/Server-Architekturen im PC-Umfeld. Die Grundidee von
Application Publishing ist nicht neu. Das Prinzip erinnert in weiten Teilen an Unix-basierende Netze mit X-Window Terminals.

Bei Application Publishing laufen die Anwendungen nicht auf dem
einzelnen Arbeitsplatz-PC, sondern auf dem Server. Der Arbeitsplatzrechner bekommt nur die Fensterdarstellung über das
Netz zugespielt, braucht also weder installierte Anwendungen  noch hohe Rechenleistung oder Speicherausbau.

Microsoft bietet die entsprechenden Erweiterungen in der Windows NT 4.0 Terminal Server Edition an. Damit können Windows Based Terminals (WBT) und PCs mit Windows 3.11, 95, 98 und Windows NT Workstation als Client eingesetzt werden. Microsoft setzt im Gegensatz zu Citrix auf das Remote-Display-Protokoll für die Kommunikation zwischen Server und Client. Für Systeme mit anderen Betriebssystemen, wie z.B. Unix, bietet Citrix Metaframe an. Mit dem darin enthaltenen Serviceprotokoll ICA (Independent Computing Architecture) können diese Systeme ebenfalls auf den Windows NT 4.0 Terminal Server zugreifen.

Internet Services

Im Windows NT Server ist auch der Internet Information Server
(Web-Server) integriert. Der Internet Information Server bietet die Errichtung eines eigenen Web-Servers mit den Diensten WWW, Gopher und FTP.

Windows NT 4.0 enthält einen DNS-Server (Domain Name Service), der in der alten Windows NT 3.51-Version oft vermisst wurde. Mit dem Remote Program Load (RPL) ist es möglich, diskless Workstations (ohne Festplatte) unter Windows 95/98 vom Windows NT Server zu booten. Datenbankanbindungen über ODBC können über Internet-Server realisiert werden.

Literatur

Allgemeine Literatur zu Windows NT - redaktionelle Auswahl durch Amazon.de:

Netmarks und Quellen

Golem.de: "Microsoft stellt Produktion von Windows NT 4.0 ein. Dementi: Kein Frühstart für Windows XP" (Software), 09.08.2001, 11:00,
www.golem.de/0108/15250.html.

Wie Microsoft auf Nachfrage von Golem.de mitteilte, wird das Unternehmen zum 1. Oktober dieses Jahres den Verkauf von Windows NT 4.0 einstellen. Davon sind alle Produktgruppen (Workstation, Server) von Windows NT 4 betroffen, wie der Microsoft- Pressereferent Thomas Baumgärtner erklärte. Ferner entkräftete er die Gerüchte um einen früheren Start von Windows XP.

pcbiography: "Windows",
members.fortunecity.com/pcmuseum/windows.htm.

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Literaturhinweise:
Microsoft Windows .NET Server 2003.
Die Neuerungen im Überblick
.
von Martin Kuppinger

Microsoft IIS 5.0 und ISA Server 2000.
von Ulrich Cuber

Microsoft. NET. Eine Einführung.
von David S. Platt

Microsoft Windows Sicherheit.
Das Praxisbuch
.
von Tobias Weltner und Kai Wilke

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