Microsoft beschäftigt sich zumindest seit 1998 intensiv mit GNU/Linux,
Open Source und der GNU GPL; dies wurde spätestens 1998 durch die als
authentisch geltenden
Halloween-
Dokumente nachgewiesen. GNU/Linux wurde zunächst vor allem als
Konkurrent im Server-Bereich wahrgenommen, vor allem besorgten die
Microsoft- Führung jedoch die Implikationen der GNU GPL. So verglich
Microsofts CED Steve Ballmer GNU/Linux im Juni 2001 mit einem
"Krebsgeschwür":
»Wer Open-Source-Software einsetzt, muss auch den Rest seiner
Software zu Open-Source machen. [...] Linux ist ein Krebsgeschwür, das
in Bezug auf geistiges Eigentum alles befällt, was es berührt«
(Quelle:
www.suntimes.com/output/tech/cst-fin-micro01.html).
Im November 2002 wurde ein firmeninternes Papier von Microsoft bekannt,
in dem die bisherige Strategie gegenüber dem freien Betriebssystem
kritisiert wurde. Microsoft solle sich eher auf die Folgekosten einer
Installation von Linux oder Windows konzentrieren (vgl. hierzu
Total
Cost of Ownership und
Return
on Investment).
Eine neue Bedrohung nimmt Microsoft zunehmend auf dem Desktop- Segment
wahr; Linux-Distributor
SuSE
beispielsweise betrachtet jeden Anwender mit Desktop-PC als potenziellen
Kunden und
Red
Hat zielt mittlerweile auch auf Workstations. Der Anteil der
Linux-Desktops betrug 2001 jedoch nur 2,7 Prozent.
Im Dezember 2002 überraschten die Marktforscher der Meta Group (
www.metagroup.com)
mit der Prognose, das Microsoft Ende 2004 damit beginnen werde , einen Teil
seiner Produkte, insbesondere .Net-Komponenten sowie Back-Office-Produkte
(SQL Server, Internet Information Server und Exchange) auch für Linux
anzubieten.
Laut Microsoft könnte Open Source mittelfristig die Softwarepreise
senken: »In dem Ausmaß, in dem das Open-Source-Modell zunehmende
Marktakzeptanz gewinne, könnten die Produkt-Verkäufe des Unternehmens
zurückgehen, das Unternehmen gezwungen sein, die Preise für seine Produkte
zu senken und somit Umsätze und operative Gewinnmargen als Konsequenz daraus
zurückgehen« -- Microsoft in einer 10-Q-Pflichtmitteilung an die
US-Börsenaufsicht:
www.sec.gov.
Microsoft Deutschland: "Open-Sorce -- Pro und Contra.
Hintergründe für Ihre Argumentation",
www.microsoft.com/germany/partner/strategie/open-source-abgrenzung.
Microsoft Deutschland: "Windows versus Linux",
www.microsoft.com/germany/library/resourcesmod/linux_partner_brosch.pdf
[PDF].
Golem.de: "Microsoft liefert Argumente gegen Open Source
(Update). Broschüre soll Mitarbeiter und Partner mit Argumenten kontra Linux
wappnen" (Software), 09.04.2003, 10:50,
www.golem.de/0304/24943.html.
Heise Online: "Microsofts Leitfaden gegen Linux", Meldung
vom 08.04.2003 18:24,
www.heise.de/newsticker/data/anw-08.04.03-006.