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Übersicht
Ein konventioneller Text, z.B. ein Roman, besitzt genau einen Anfang und
genau ein Ende; der Leser beginnt an dem fest definierten Startpunkt und
liest den Text bis zum fest definierten Ende; die Lesereihenfolge wird dabei
von der Abfolge der Seiten bestimmt, die in einer sequentiellen Folge
gelesen werden. Daß der Anfang vorne ist, ist eine willkürliche kulturelle
Konvention, bei Chinesen beginnt ein Buch beispielsweise hinten – doch auch
der Chinese liest einen Roman sequentiell.
Bei einem Hypertext existiert keine zwangsläufige Abfolge der Seiten,
statt einer linearen Struktur werden Hypertexte assoziativ gelesen, ihre
Lesesequenz ist nichtlinear. Hypertext bietet den Lesern mehrere
Alternativen an, jeder Leser bestimmt beim Lesen, welchem »Pfad« er folgen
will. Hypertext ist also keine Technologie oder Produkt, sondern eine (Zugriffs-)
Struktur; neu ist bei Hypertext eigentlich nur
die Implementation im Computer, der über eine Schnittstelle (z.B. eine
graphische Benutzeroberfläche) das Verfolgen von Hyperlinks automatisiert
(natürlich leistet Hypertext idealtypisch noch weitaus mehr; siehe hierzu
Leistungen von Hypertext).
Hypertext-Vorläufer
Das Hypertextprinzip ist keineswegs neu; es können folgende Kategorien
unterschieden werden:
Anmerkungen dienen dazu, den Gedanken im Text zu kommentieren, zu
ergänzen und zu erweitern; sie ähneln damit der Hypertextstruktur, da
eine Assoziation ausgeführt wird (allerdings ist es die des Autors);
(Bibel, Talmud, Klassiker, Kommentare). Zu den Anmerkungen zählen neben
den Kommentaren auch Fuß- und Endnoten in wissenschaftlichen
Publikationen. Zur Kategorie Anmerkungen zählen neben den "offiziellen"
Anmerkungen des Autors oder Kommentators natürlich auch die
individuellen Anmerkungen des Lesers, die er beispielsweise als
Randnotizen im Text annotiert.
Querverweise können, wie Anmerkungen, den Text ergänzen oder
erweitern; häufig werden Querverweise auch genutzt, um Aussagenm im Text
zu belegen (Literaturhinweise und Quellennachweise). Querverweise können
auf Segmente innerhalb einer Textgesamtheit (Querveerweise auf eine
andere Textstelle) verweisen, aber auch über den aktuellen Text hinaus
verweisen. Handelt es sich um ein anderes Buch oder gar um eine andere
Mediengattung (z.B. Buch --> Film) kommt es häufig zu
Beschaffungsproblemen.
Nachschlagewerke wie Wörterbücher und Lexika verwenden heute fast immer
hypertextartige Strukturen.
Verzeichnisse, z.B. Literaturverzeichnisse, Abbildungs-, Tabellen-,
Formelverzeichnisse usw. sind ebenfalls fast immer als Verweissysteme
strukturiert.
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