Griechenland (griechisch früher Ελλάς, Hellás, heute Ελλάδα,
Elláda) liegt in Südost-Europa und grenzt an Albanien, Mazedonien,
Bulgarien und die Türkei und ist ein Anrainerstaat des Mittelmeers.
Griechenland ist eine parlamentarische Demokratie und hat ein
Einkammerparlament mit 300 Abgeordneten, von denen 288 auf vier Jahre
gewählt und 12 von den Parteien gestellt werden.
|
Flagge |

Die Flagge Griechenlands besteht aus neun gleich großen,
horizontalen Streifen in blau und weiß. Unterbrochen werden die
Streifen links oben von einem Kreuz. Sie soll "Gottes Weisheit,
Freiheit und das Land" symbolisieren.
Die Streifenflagge wurde im März 1822 offiziell gehisst, sie
unterlag aber öfters kleinen Änderungen im Laufe der Zeit. So
variierte das Blau immer wieder, manchmal ohne Bedeutung,
manchmal politisch motiviert: während der Zeit des Königs Otto
I. wurde ein Mittelblau bayrischen Ursprungs verwendet. Die
Militärjunta 1967-74 setzte ein sehr dunkles Blau ein. Im
modernen Flaggengesetz ist dagegen von einem Hellblau die Rede.
Das Blau symbolisiert das Meer und den Himmel, das Weiß steht
für die Reinheit des Kampfes um die Unabhängigkeit. Das Kreuz
ist byzantinischen Ursprungs und weist auf die Verbundenheit
Griechenlands mit der orthodoxen Kirche hin, und die neun
Streifen entsprechen der Anzahl der Silben in Ε-λευ-θε-ρί-α ή
Θά-να-τος (E-lef-the-ri-a i tha-na-tos, deutsch Freiheit oder
Tod). |
|
Wappen |

Das hier abgebildete offizielle Staatswappen Griechenlands ist
seit dem 7. Juni 1975 in Gebrauch. Es zeigt ein blaues Schild in
welchem sich ein aus der oberen linken Ecke der Flagge
Griechenlands bekanntes durchgehendes weißes Kreuz befindet.
Dieses Schild ist umgeben von einem Lorbeerkranz. Eine erste
Version dieses Wappens wurde bereits 1827 bekannt. Das Wappen
war damals Symbol der Freiheitskämpfe, die zur Unabhängigkeit
Griechenlands vom Osmanischen Reich im Jahre 1830 führten. |
|
Wahlspruch: |
Ελευθερία ή Θάνατος (Elefthería í thánatos, »Freiheit oder Tod«) |
|
Amtssprache |
Griechisch |
|
Hauptstadt |
Athen |
|
Staatsoberhaupt |
Karolos Papoulias |
|
Regierungschef |
Kostas Karamanlis |
|
Fläche |
131.940
km² |
|
Einwohnerzahl |
11.050.000 |
|
Bevölkerungsdichte |
80,5 Einwohner pro km² |
|
BIP/Einwohner |
15.625
US-$
(2004) |
| Währung |
Euro |
| Zeitzone |
UTC +2 |
|
Nationalhymne |
Imnos pros tin Eleftherian |
|
Kfz-Kennzeichen |
GR |
|
Internet-TLD |
.gr |
|
Vorwahl |
+30 |
|
|
 |
|
|
 |
|
|
 |
Geographie
Topographie Griechenlands
Ungefähr ein Viertel der Fläche Griechenlands entfällt auf etwa 9841
Inseln, von denen 167 bewohnt sind. Die größten davon sind:
- Kreta (ca. 8.260 km²)
- Euböa (ca. 3.657 km²)
- Lesbos (ca. 1.630 km²)
- Rhodos (ca. 1.400 km²)
- Chios (ca. 840 km²)
- Kephalonia (ca. 780 km²)
- Korfu (ca. 579 km²)
- Samos (ca. 480 km²)
- Náxos (ca. 430 km²)
Siehe auch: Liste griechischer Inseln
Regionen auf dem griechischen Festland:
- Attika
- Epirus
- Makedonien
- Mittelgriechenland
- Peloponnes
- Thessalien
- Thrakien
Die Region Makedonien im Norden Griechenlands ist nicht mit dem
selbständigen Staat ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien zu
verwechseln.
Siehe auch Liste der Städte in Griechenland.
Verwaltungsgliederung
Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Griechenlands
Griechenland ist in 13 Verwaltungsregionen (griech.
περιφέρειες/periphéries, Sg. περιφέρεια/periphéria) gegliedert, die
wiederum in 51 Präfekturen (griech. νομοί/nomí, Sg. νομός/nomós)
untergliedert sind.
Bevölkerung
Neben der griechischsprachigen Mehrheitsbevölkerung existieren noch
einige sprachliche Minderheiten. Die wichtigsten Minderheitssprachen
sind:
- Albanisch
- Aromunisch (in Zentralgriechenland ca. 100.000 aktive Sprecher
der Gruppe der Aromunen oder auch Vlachen, ca. 300.000 passive
Sprecher)
- Bulgarisch, gesprochen von ca. 30.000 muslimischen Pomaken
- Slawomazedonische Sprache, gesprochen von slawischsprachigen
Bewohnern Nordwestgriechenlands
- Türkisch 150.000 in Thrakien
Türken und Pomaken sind zusammen als muslimische Minderheit anerkannt
und genießen einige besondere Rechte, wie Schulunterricht in türkischer
Sprache, Verwendung von Schulbüchern aus der Türkei (gem. bilateraler
Vereinbarungen), Koranschulen etc. Sie sind über je 3 Abgeordnete von
Nea Dimokratia und PASOK im Parlament vertreten.
Religion
Nominell gehören 95% der Bevölkerung der Griechisch-orthodoxen Kirche
an, auf dem größten Teil des Festland dem Autokephalen Orthodoxen
Erzbistum von Griechenland mit Sitz in Athen, auf den Inseln und dem
Ostzipfel des Festlandes um Thessalonike dem "Ökumenischen Patriarchat
von Konstantinopel" mit Sitz in İstanbul. Die Zahl regelmäßiger
Kirchenbesucher ist in Griechenland noch deutlich höher als in den
meisten anderen Ländern Europas. Die Orthodoxe Kirche übt auch
wesentlichen Einfluss auf das Bildungswesen aus und ihre besondere
Stellung als Staatskirche ist in der griechischen Verfassung festgelegt;
andererseits untersteht sie teilweise dem Staat, zum Beispiel müssen
alle Bischöfe vom Parlament bestätigt werden.
Daneben gibt es unter den Bürgern etwa 100.000-140.000 Muslime
(größtenteils türkischer Abstammung), etwa 121.000 katholische Christen
des griechischen und des lateinischen Ritus,*[1] dann etwa 50.000 Zeugen
Jehovas, etwa 30.000 protestantische (meist evangelikale) Christen
verschiedener Richtungen, und etwa 5.000 Juden.
Die etwa 700.000 Albaner in Griechenland sind meist nominell Muslime,
Katholiken oder Orthodoxe, aber die überwiegende Mehrheit praktiziert
ihren Glauben nicht.
Siehe auch: Katholische Kirche in Griechenland
Religionsgeschichte
Zur vorchristlichen Religionsgeschichte siehe Griechische Mythologie
Politik
Innenpolitik
Am 7. März 2004 fand in Griechenland ein Regierungswechsel statt. Die
konservative Partei Nea Dimokratia (ND) löste die bisher regierende
sozialistische Partei PASOK ab. Am 8. März 2004 beauftragte
Staatspräsident Konstantinos Stefanopoulos den Spitzenkandidaten der
Konservativen Kostas Karamanlis mit der Regierungsbildung. Schon einen
Tag später, am 9. März 2004, stellte er seine neue Regierungsmannschaft
vor. Zum neuen Außenminister ernannte er den Diplomaten Petros
Molyviatis. Dieser gilt als Fachmann für die Zypernfrage. Die
Verhandlungen über die Wiedervereinigung der Insel scheiterten jedoch
durch die Ablehnung des Annan-Planes durch die griechischen Zyprioten
Ende April 2004.
Die neue griechische Regierung hat 19 Minister, darunter zwei Frauen.
Karamanlis erklärte zudem die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele
im August 2004 zur Chefsache, da sein Regierungsteam in dieser Hinsicht
unter großem Zeit- und Handlungsdruck stand. Die mit Hilfe der UNO
geführten Verhandlungen über eine Wiedervereinigung Zyperns scheiterten,
weshalb am 1. Mai 2004 nur der griechische Teil der Mittelmeerinsel der
Europäische Union beitrat. Die neue Regierung wird nach Presseberichten
weiter eine Annäherung mit der Türkei anstreben. Der türkische
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan war einer der ersten Politiker,
die Karamanlis zu seinem Sieg gratulierten.
Die beiden größten Partein Nea Dimokratia und Pasok beherrschen seit
1974 die griechische Politik, die kommunistische KKE spielt eine
wesentliche Rolle. Die Sitzverteilung im griechischen Parlament, der
Vouli ton Ellinon, sieht derzeit wie folgt aus: Nea Dimokratia - 165
PASOK - 117 KKE - 12 SYN - 6
Siehe auch Politische_Parteien_in_Griechenland
Innenpolitisch steht Griechenland vor zahlreichen Herausforderungen.
Diese liegen im wesentlichen in den Bereichen der Haushaltspolitik und
der Konsolidierung des immer noch dramatisch defizitären Staatshaushalts
und der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die trotz des konstanten
beachtenswerten Wirtschaftswachstums der letzten Jahre immer noch auf
hohem Niveau verharrt bei gleichzeitig massiver Teuerung. Ein weiteres
ungelöstes Problem ist der massive Zuzug, vor allem illegaler als in der
Landwirtschaft geschätzter billiger Arbeitskräfte, von Ausländern v.a.
aus Albanien, Rumänien und Bulgarien. Mit einer gleichzeitig steigenden
Kriminalitätsrate v.a. im Bereich der Eigentumsdelikte -in der
Vergangenheit eine quantité negligeable- begünstigt dieses Umfeld
vermehrt soziale Spannungen und latent fremdenfeindliche Tendenzen in
der Bevölkerung.
Außenpolitik
Der außenpolitische Kurs Griechenlands steht oftmals im Gegensatz zu
dem seiner Bündnispartner in EU und NATO. Der Ministerpräsident der 90er
Jahre Andreas Papandreou galt mit seinen immer wiederkehrenden
nationalistischen Eskapaden als Enfant terrible in der EU. Der in der
Bevölkerung tief verwurzelte Anti-Amerikanismus und das schwierige
Verhältnis Griechenlands zu seinen Nachbarn sowie tiefe Prägungen aus
der Geschichte machen Griechenlands Außenpolitik zu einem komplexen
Thema.
Insofern sind die schrittweise Aussöhnung und die immer besser
werdenden Beziehungen zum ehemaligen Erzfeind Türkei ein revolutionärer
Schritt. Griechenland gilt als einer der größten Befürworter eines
EU-Beitritts Ankaras. Auch wenn Griechenlands Position zum
Zypern-Konflikt eindeutig ist, so hat die Ablehnung des Annan-Plans das
Verhältnis zur Türkei nicht wesentlich belastet. Das Verhältnis zu
Albanien, mit dem der faktische Kriegszustand erst 1987 beendet wurde,
kann mittlerweile als ausgeglichen betrachtet werden, die Kontakte zu
Sofia und Bukarest sind sehr gut. Mit Bulgarien wurde die Eröffnung 3
neuer Grenzübergänge vereinbart.
Die diplomatischen Beziehungen zum nördlichen Nachbarn Mazedonien
befinden sich zwar im Ausbau und der Ausblick ist positiv. Das
Verhältnis bleibt jedoch wegen des nach wie vor ungelösten Namensstreits
belastet, verstärkt wieder nach Anerkennung der Republik Mazedonien
durch Washington im November 2004.
Die Beziehungen zu Serbien sind traditionell exzellent. Serbien gilt
immer noch als jahrhundertealter einziger Verbündeter, den man auf dem
Balkan hat. Die durchweg pro-serbische Haltung im Jugoslawienkrieg und
die dezidiert geschlossen ablehnende Haltung gegen das NATO-Bombardement
auf Serbien 1999 belasteten jedoch das gespannte Verhältnis zur NATO,
auch wenn Griechenland offiziell seine Bündnistreue betont.
Gesundheitswesen
Im griechischen Gesundheitssystem genießen, ähnlich wie in
Großbritannien, alle griechischen und ausländischen Bürger, die in
Griechenland tätig sind, einen staatlichen Versicherungsschutz. Der Arzt
kann wählen zwischen dem Dienst im öffentlichen Bereich oder einer
Privatpraxis; beide Varianten zusammen sind nicht möglich. Die
Versorgung kann in zwei Kategorien eingeteilt werden:
Die primäre Versorgung der staatlichen Versicherung, wobei hier
ungleiche Verhältnisse bei den ärztlichen Dienstleistungen in Städten,
städtischen Randgebieten und ländlichen Bezirken bestehen. In den
städtischen Zentren ist die primäre staatliche ärztliche Versorgung
deutlich besser als auf dem Land, weil es gut organisierte Ärztehäuser
gibt, die von den Versicherten aller Bereiche zwecks ihrer Behandlung
aufgesucht werden. Die sekundäre private Versorgung, wie man sie
gewöhnlich in Privatpraxen sowie den Hauptstädten der Regierungsbezirke
und in den Städten der größeren Inseln findet. Die von zahlreichen
Touristen in Anspruch genommene ärztliche Versorgung der Inseln wird
hauptsächlich von einzelnen, frei praktizierenden Ärzten, von privaten
Gesundheitszentren mit meist sehr guter Facharztausstattung, sowie von
Landärzten wahrgenommen.
Die staatliche Versorgung ist nicht ganz auf mitteleuropäischem Stand
(v.a. spezielle OP-Verfahren betreffend), während die Privatversorgung
mitteleuropäischen Standard hat. Teilweise ist sogar in Notfällen kein
Vorzeigen des persönlichen Krankenheftes notwendig, wenn der Patient
nicht stationär behandelt wird. Dies gilt für alle Personen, die sich in
Griechenland aufhalten.
Kultur und Gesellschaft
Griechische Philosophie
Artikel: Philosophie der Antike
Griechische Kunst
Hauptartikel: Kunstgeschichte Griechenlands
Griechische Küche
Hauptartikel: Griechische Küche
Griechische Literatur
Hauptartikel: Griechische Literatur
Griechische Musik
Hauptartikel: Griechische Musik
Sport
Fußball ( Fußball in Griechenland )
Basketball ( Griechischer Basketball )
Volleyball
Wasserball
Gewichtheben
Adel
Laut Artikel 4 Absatz 7 der griechischen Verfassung werden
"griechischen Staatsbürgern (...) Adelstitel oder Rangbezeichnungen
weder verliehen noch anerkannt."
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Griechenlands, siehe auch: Griechenland
(Liste der Herrscher).
Das antike Griechenland samt den kleinasiatischen Städten wird als
Wiege Europas bezeichnet, insbesondere aufgrund der griechischen
Philosophie (siehe: Platon, Aristoteles). Nachdem Rom Griechenland im
Jahre 146 v. Chr. zur römischen Provinz machte, wurde es nach der
Reichsteilung 395 Bestandteil des oströmischen bzw. byzantinischen
Reiches bis zu dessen Untergang.
Zu Details siehe: Antikes Griechenland und Byzantinisches Reich
Seit 1453 Teil des Osmanischen Reichs kam es ab 1821 zum großen
Volksaufstand. Als einer der wichtigsten geistigen Wegbereiter dieses
Volksaufstands gilt Rigas Velestinlis (1757-1798). Durch das Londoner
Protokoll vom 3. Februar 1830, vom Osmanischen Reich am 24. April
anerkannt, wurde Griechenland zum selbständigen Staat erklärt. Somit war
Ioannis Kapodistrias bis zu seiner Ermordung das erste Staatsoberhaupt.
Im Jahr 1832 wurde dann Prinz Otto von Bayern als Otto I. Griechenlands
erster (neuzeitlicher) König. Allerdings umfasste dieser Staat nur den
kleineren Teil des heutigen Staatsgebiets. Die meisten Inseln sowie der
Norden Epirus und Nordosten Makedonien des heutigen Staates (mit
Thessaloniki) kamen erst durch die beiden Balkankriege 1912-1913 an
Griechenland, als das schwächelnde Osmanische Reich sich dort nicht mehr
gegenüber den mit Serbien und zeitweise Bulgarien verbündeten Griechen
behaupten konnte.
Nach dem Ersten Weltkrieg versuchte das mit der Entente verbündete
Griechenland mit Billigung der Siegermächte (Völkerbundsmandat) die
türkische Niederlage zu nutzen, um außer dem von Bulgarien gewonnen
Westthrakien auch Osthrakien und das damals mehrheitlich von Griechen
bewohnte Gebiet von Smyrna (heute İzmir) unter seine Kontrolle zu
bringen. Ziel war die Umsetzung der Megali Idea (Großen Idee), welche
vom damaligen Ministerpräsidenten Eleftherios Venizelos mit dem Ausdruck
"Griechenland der zwei Kontinente und fünf Meere" als außenpolitisches
Ziel konkretisiert wurde. Doch 1922 endete der Griechisch-Türkische
Krieg mit einer verheerenden griechischen Niederlage in der
Kleinasiatischen Katastrophe. Im Vertrag von Lausanne 1923 wurde ein
radikaler Bevölkerungsaustausch vereinbart: Alle noch in großen Teilen
der Türkei verstreut lebenden Griechen (mit Ausnahme der Istanbuler
Griechen und einiger Inselgriechen) wurden nach Griechenland vertrieben
(etwa 1,5 Mio.), im Gegenzug mussten an die 500.000 meist türkische
Muslime Griechenland verlassen, mit Ausnahme der Muslime in Thrakien.
Die Flüchtlingsquote in Griechenland nach diesem Krieg betrug ca. 25 %,
wesentlich mehr als etwa in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg.
Im Zweiten Weltkrieg lehnte Griechenland unter dem Diktator General
Metaxas ein italienisches Ultimatum zur Kapitulation ab. (Der Tag der
Ablehnung wird heute als Nationalfeiertag, der sogenannte "Nein-Tag",
begangen, da Metaxas ein Telegramm lediglich mit dem Wort Όχι, also
Nein, an Italien gesendet haben soll.) Daraufhin wurde Griechenland von
Italien angegriffen, konnte aber die italienischen Truppen schlagen und
bis weit hinter die albanische Grenze zurückdrängen. Erst durch das
militärische Eingreifen der deutschen Wehrmacht im April-Mai 1941 über
Jugoslawien und Bulgarien wurde der griechische Widerstand gebrochen.
Italien, Deutschland und Bulgarien errichteten ein hartes
Besatzungsregime. Gegen die bald erstarkende Partisanenbewegung griffen
die Besatzungsmächte mehrfach kriegsverbrecherisch auf brutale Weise
durch: In verschiedenen Orten, unter anderem in Kalavrita und Distomo,
wurde als "Vergeltung" für Partisanenüberfälle die jeweilige
Dorfbevölkerung von der Wehrmacht oder "Sondereinheiten" ermordet, ohne
dass bisher von deutscher Seite eine Entschädigung dafür geleistet
wurde. Der bewaffnete Widerstand ging hauptsächlich von der
kommunistisch beeinflussten Volksbefreiungsarmee ELAS aus. Gleichzeitig
gab es aber auch rivalisierende royalistische Partisanen, die durch
Großbritannien unterstützt wurden. Nach militärischer Intervention
Großbritanniens am 5. Dezember 1944 wurde die ELAS entsprechend dem
Abkommen von Varkiza vom 12. Februar 1945 entwaffnet und demobilisiert.
Der Zweite Weltkrieg ging in Griechenland quasi direkt in den
Griechischen Bürgerkrieg über, der sich bald als Stellvertreterkrieg der
beiden politischen Pole entpuppte: Die griechischen Kommunisten, welche
die Hauptlast des Partisanenkampfes gegen das Besatzungsregime der
deutschen Wehrmacht getragen hatten, versuchten nun, nur halbherzig
unterstützt von der Sowjetunion und anfangs auch Jugoslawien (siehe
Landkarte mit Umfang jugoslawischer Ansprüche gegen Griechenland:1), die
Herrschaft über das befreite Griechenland zu erlangen, stießen jedoch
auf vornehmlich royalistische Gegenwehr, welche v.a. von Großbritannien
und den USA großzügig unterstützt wurde. Im Gegensatz zu allen anderen
osteuropäischen Staaten gelang den Kommunisten die Machtübernahme in
Griechenland jedoch nicht: Im auf beiden Seiten mit äußerster Härte,
auch gegenüber der Zivilbevölkerung, geführten Bürgerkrieg wurden die
kommunistischen Verbände immer mehr nach Nordwesten zurückgedrängt. Das
Ende der Unterstützung durch Jugoslawien besiegelte schließlich das Ende
ihrer militärischen Macht.
Grund für die spärliche Unterstützung durch die kommunistischen
"Bruderstaaten" war ein Geheimabkommen am Rande der Konferenz von Jalta
1945: Churchill und Stalin hatten dort ein Einflussverhältnis von "90%
West zu 10% Ost" für Griechenland vereinbart; dies wurde später von
vielen griechischen Kommunisten als "sowjetischer Verrat" empfunden, da
man lediglich ein Bauernopfer Stalins gewesen sei. Seit dieser Zeit gibt
es in Griechenland zwei Kommunistische Parteien (griechisch "KKE" für
Κομμουνιστικό Κόμμα Ελλάδας, lat.: Kommunistiko Komma Elladas, dt.:
Kommunistische Partei Griechenlands): die damals Desillusionierten
bildeten die "Inlands-KKE", die weiterhin linientreuen Stalinisten die
"Auslands-KKE".
Im Sinne eines strikten Antikommunismus blieben noch bis in die
1960er Jahre viele bürgerliche Freiheiten eingeschränkt, was die NATO
jedoch nicht davon abhielt, Griechenland 1952 aufzunehmen und so
strategisch im Westen zu verankern.
1967 ergriff in Reaktion auf Liberalisierungstendenzen ein
Militärregime unter Georgios Papadopoulos die Macht, während dessen
zahlreiche Oppositionelle eingesperrt, gefoltert, ermordet oder ins Exil
getrieben wurden, darunter der Komponist Mikis Theodorakis (sog.
Obristenputsch). Das Zypernabenteuer der Junta führte 1974 zum
Zusammenbruch der Diktatur und zur Rückkehr zur Demokratie unter
Konstantin Karamanlis.
Seit 1981 ist Griechenland Mitglied der EU. Die wirtschaftliche und
gesellschaftliche Modernisierung wurde durch die hohen EU-Hilfsgelder
(unter anderem für die Landwirtschaft) gefördert, doch der Abstand zu
den entwickelteren EU-Staaten blieb bestehen.
Angesichts der Umwälzungen im ehemaligen Jugoslawien ab 1989
versuchte Griechenland eine eigenständige, proserbische außenpolitische
Rolle zu spielen, oft in deutlicher Abgrenzung von EU und NATO. Dies
zeigte sich in der Namensfrage mit Mazedonien oder im Bosnien- und
Kosovokonflikt. Dies lag vor allem an den wirtschaftlichen Interessen
Griechenlands in dieser Region (Transitwege), aber auch ideologische
Parallelen spielten hierbei eine gewichtige Rolle. In jüngster Zeit
wurden unter der Regierung Simitis Schritte zur Entkrampfung des
griechisch-türkischen Verhältnisses, aber auch der Beziehungen zu den
Nachbarstaaten auf dem Balkan unternommen, die wirtschaftlich zunehmend
interessant werden für den griechischen Außenhandel und für
Auslandsinvestitionen.