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Byzantinisches Reich
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Erstellt/Zuletzt bearbeitet: 06-Sep-2005/03-Feb-06
Systemzeit: Sonntag, 07.09.2008, 09:46:05.
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Übersicht
Das Byzantinische Reich (verkürzt auch nur Byzanz)
bezeichnet, nach dem ursprünglichen Namen seiner Hauptstadt Byzanz
(eigentlich Konstantinopel), das aus hellenistischer Kultur, dem
Römischen Staatswesen und der (im kulturellen Ursprung jüdischen)
Christlichen Religion entstandene Kaiserreich im östlichen
Mittelmeerraum. Das Reich entwickelte sich aus dem östlichen Teil des
Römischen Reiches (Oströmisches Reich, Ostrom). Während das Westreich im
Jahr 476 bzw. 480 endgültig unterging, bestand das Byzantinische Reich
bis zur Eroberung seiner Hauptstadt Konstantinopel durch die Osmanen im
Jahre 1453, verlor aber nach den arabischen Eroberungen im 7.
Jahrhundert weitgehend seinen spätantiken Charakter. Das Byzantinische
Reich sah sich Zeit seines Bestehens als unmittelbar und einzig
legitimes, weiterbestehendes Römisches Kaiserreich. In diesem Sinne
beanspruchte der byzantinische Kaiser das Supremat über alle
christlichen Staaten des Mittelalters. Dieser Anspruch konnte aber
spätestens seit etwa 600 n.Chr. nicht mehr durchgesetzt werden.
Das Wesen von Byzanz
Die Byzantiner – und die Griechen bis ins 19. Jahrhundert hinein –
betrachteten und bezeichneten sich selbst als Römer („Rhômaioi“), das Wort
Griechen („Hellênes“) wurde fast nur für die vorchristlichen, heidnischen
griechischen Kulturen und Staaten verwendet. Die heute üblichen
Bezeichnungen Byzantiner und Byzantinisches Reich sind modernen Ursprungs.
Zeitgenossen sprachen immer von Basileia tôn Rhômaiôn (Reich der Römer) oder
Rhômaikê Autokratia (Römisches Kaiserreich). Nach ihrem Selbstverständnis
waren sie nicht die Nachfolger des Römischen Reiches – sie waren das
Römische Reich an sich. Dies war staatsrechtlich auch der Fall, zumal Byzanz
in einem intakten, an die Spätantike erinnernden Zustand existierte (es
hatte ja keinen so massiven Bruch wie im Westen gegeben), der sich erst nach
und nach veränderte und zu einer Gräzisierung des Staates unter Herakleios
führte. Allerdings war bereits vorher die allgemein vorherrschende nationale
Identität des oströmischen Reiches überwiegend griechisch. Griechisch war
nicht nur die Amtssprache (seit Herakleios, vorher war es Latein), sondern
auch die Sprache der Kirche, der Literatur und aller Handelsgeschäfte. Das
byzantinische Reich war zwar ein multi-ethnischer Staat, der außer Griechen
auch Armenier, Juden, Ägypter, Syrer, Illyrer und Slawen einschloss, aber
die meisten Gebiete, über die er sich erstreckte, waren seit Jahrhunderten
hellenisiert, also dem griechischen Kulturkreis angeschlossen. Hier lagen
bedeutende Zentren des Hellenismus wie Konstantinopel, Antiochia, Ephesus,
Thessalonike und Alexandria, und hier bildete sich auch die
griechisch-orthodoxe Form des Christentums heraus.
Griechenland selbst spielte im byzantinischen Reich keine sonderlich
bedeutende Rolle, da die neben der Hauptstadt wirtschaftlich und militärisch
bedeutsamsten Gebiete die orientalischen Provinzen des Reiches waren. Als
diese verloren gingen, spielte Kleinasien eine wichtige Rolle. Als auch dies
teilweise im 11. und endgültig im 14. Jahrhundert an Invasoren fiel, begann
bereits der Abstieg von der Welt- zur Regionalmacht und schließlich zum
Kleinstaat.
Das Byzantinische Reich besaß – im Gegensatz zu den meisten anderen Reichen
des Mittelalters – auch nach dem Einfall der Araber noch eine straff
organisierte Bürokratie, deren Zentrum Konstantinopel war. Es verfügte über
Beamte und ein gutes Finanzwesen, über staatliche Monopole und eine stehende
Armee. Kein Reich westlich des Kaiserreich China konnte etwa über so große
Beträge verfügen wie Byzanz. Der Kaiser wiederum herrschte de facto
uneingeschränkt über Reich und Kirche – und dennoch war in keinem anderen
Staat (in diesem Fall kann man wirklich von einem Staat sprechen) eine so
große Durchlässigkeit der Aristokratie gegeben wie in Byzanz, welches eine
Mischung aus römischem Staatswesen, griechischer Kultur und christlichem
Glauben (Lit.: G. Ostrogorsky) darstellte und sich immer noch dem Gedanken
der antiken Universalmacht verpflichtet fühlte. Nur Byzanz, so die
zeitgenössische Vorstellung, war die Wiege des wahren Glaubens und der
Zivilisation. In der Tat war das kulturelle Niveau in Byzanz zumindest bis
ins Hochmittelalter hinein höher als in allen anderen Reichen des
Mittelalters, eingeschlossen des islamischen Bereichs.
In weiten Teilen wissen wir nur wenig über das „Neue Rom“. Relativ wenige
Aktenstücke sind uns überliefert, und in Teilen schweigt auch die
byzantinische Geschichtsschreibung, die mit Prokopios von Caesarea, Michael
Psellos, Anna Komnene und Niketas Choniates über einige ganz hervorragende
Vertreter verfügte. Wenn uns daher für einige Zeiträume nur kirchliche
Quellen zur Verfügung stehen, so darf dies nicht zu der Annahme verleiten,
Byzanz sei ein theokratischer Staat gewesen. Die Religion war wohl oft
bestimmend, aber die Quellenlage ist in Teilen und besonders für die Periode
vom 7. bis 9. Jahrhundert zu dürftig, um ein klares Bild zu erhalten. Erst
in späterer Zeit bessert sich die Quellenlage etwas.
Die ältere westeuropäische Forschungsmeinung sah in Byzanz oft nur eine
dekadente, halb orientalische Despotie (so etwa Edward Gibbon). Dieses Bild
wurde längst verworfen (Bury, Mango, Lilie unter anderem). Es wird
inzwischen immer darauf hingewiesen, dass Byzanz als der Vermittler von
kulturellen Werten und dem Wissen der Antike Unschätzbares geleistet hat. Es
war zudem der „Schutzschild“ Europas über viele Jahrhunderte hinweg, erst
vor den Persern und Steppenvölkern, später vor dem Islam. Erst nach der
verheerenden Plünderung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer im Jahr 1204
konnte das Byzantinische Reich diese Funktion nicht mehr wahrnehmen.
Grundriss der byzantinischen Geschichte
Der spätrömische und frühbyzantinische Staat
Die Wurzeln des Byzantinischen Reiches liegen in der
römischen Spätantike (284 bis zum Beginn des 7. Jahrhunderts). Der römische
Kaiser Konstantin der Große baute die bis dahin eher kleine altgriechische
Kolonialstadt Byzanz im Jahr 330 um, und machte sie als Nova Roma (Neu-Rom)
im bewussten Gegensatz zum heidnischen (Alt-)Rom (das schon seit der
Tetrarchie des Kaisers Diokletian nicht mehr ständige Residenzstadt war) zur
"Hauptstadt" der Osthälfte des Römischen Reiches bzw. zur Kaiserresidenz.
Der offizielle Name wurde jedoch schnell durch den in der Umgangssprache
gebräuchlichen Konstantinopel ersetzt (heute heißt sie İstanbul), und auch
der Name "Byzanz" hielt sich noch über Jahrhunderte. Konstantinopel blieb
auch unter den nachfolgenden Kaisern Verwaltungszentrum, wenn sich auch
gerade in der Frühzeit nicht alle Kaiser dort längere Zeit aufhielten. So
verbrachte Valens und Julian Apostata auch längere Zeit im Osten des Reiches
(Antiochia). Nach dem Tod des Kaisers Theodosius I. 395 wurde das Reich in
eine östliche und eine westliche Hälfte unter seinen beiden Söhnen Honorius
und Arcadius aufgeteilt. Solche Reichsteilungen hatte es schon früher
gegeben, aber diesmal erwies sie sich als endgültig: Arcadius, der in
Konstantinopel residierte, gilt daher oft als erster Kaiser des Oströmischen
beziehungsweise Byzantinischen Reiches. Dennoch galten alle Gesetze in
beiden Reichshälften, und der Konsul des jeweils anderen Teiles wurde
anerkannt. Andere Forscher zählen übrigens bereits Konstantin oder erst
Herakleios als die ersten byzantinischen Herrscher.
Im späten 4. Jahrhundert, zur Zeit der beginnenden Völkerwanderung, war
zunächst die östliche Reichshälfte Ziel germanischer Stämme, wie der West-
und der Ostgoten. Zu Beginn des 5. Jahrhunderts richteten sich deren
Angriffe aber zunehmend auf das ökonomisch und militärisch schwächere
Westreich. Vereinzelt musste sich Ostrom der Angriffe der Sassaniden
erwehren, des einzigen gleichrangigen Konkurrenten Roms, mit dem aber
zwischen 387 und 502 fast durchgängig Frieden herrschte. 410 wurde die Stadt
Rom zum ersten Mal von den Westgoten erobert. Ostrom versuchte allerdings
gerade gegen die Vandalen das Westreich zu unterstützen (die erfolglose
Flottenexpedition von 467/468 wurde von Ostrom getragen). Allerdings hatte
das Reich unter Kaiser Leo I. schwer mit dem Problem der germanischen
Hilfstruppen zu kämpfen. Meistens handelte es sich ab der Mitte des 5.
Jahrhunderts bei dem amtierenden Magister militum um einen Germanen.
Doch konnte das Problem zum Ende des 5. Jahrhunderts durch die Heranziehung
der Isaurier in den Militärdienst gelöst werden, die ein Gegengewicht zu den
Germanen bildeten. Während der letzte weströmische Kaiser Romulus Augustulus
im Jahr 476 von dem germanischen Heerführer Odoaker abgesetzt wurde (der
letzte anerkannte Kaiser war allerdings Julius Nepos, der 480 in Dalmatien
verstarb) erstarkte das Ostreich zusehends. Die Germanenreiche erkannten nun
den oströmischen Kaiser als ihren nominellen Oberherren an. Kaiser
Anastasios I. stärkte zudem die Finanzkraft des Reiches, was später der
Expansionspolitik unter Justinian I. zu Gute kam.
Im 6. Jahrhundert eroberten unter Kaiser Justinian I. (527-565) die beiden
byzantinischen Feldherren Belisar und Narses sogar große Teile der
weströmischen Provinzen – Italien, Nordafrika (Africa) und Teile von Spanien
– zurück und stellten damit das Römische Reich für kurze Zeit fast in seiner
alten Größe wieder her. Doch die Kriege in West und Ost sowie die Pest, die
ab 542 die Mittelmeerwelt heimsuchte, schwächten das Reich erheblich.
Während der Regierungszeit Justinians, in den 530er Jahren, wurde auch die
Hagia Sophia erbaut, für lange Zeit die größte Kirche der Christenheit. Es
war eine wichtige Übergangszeit vom spätantiken Staat zum byzantinischen,
auch wenn man Justinian, den "letzten römischen Imperator" (Ostrogorsky)
sicherlich noch zur Antike zu zählen hat. Unter seinen Nachfolgern nahm dann
auch die Bedeutung und Verbreitung der lateinischen Sprache im Reich immer
weiter ab.

Abbildung: Das byzantinische Reich von ca. 526-600.
Justinian hinterließ seinen Nachfolgern jedoch leere Kassen,
und sie waren nicht imstande, mit den neuen Angreifern fertig zu werden, die
ab der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts an den Grenzen auftraten. Die
Langobarden besetzten Italien, die Slawen überrannten seit etwa 580 große
Teile des Balkans. Mit dem gewaltsamen Tod des Maurikios, der einen
vorteilhaften Frieden mit den Sassaniden hatte schließen können und
energisch gegen die Slawen vorgegangen war, eskalierte die militärische
Krise. Seit 602 erlangten die Perser bzw. Sassaniden zeitweilig die
Herrschaft über die meisten östlichen Provinzen. Bis 619 hatten sie sogar
Ägypten und Syrien, und somit die reichsten oströmischen Provinzen erobert.
Sie wurden zwar durch Kaiser Herakleios (610-641) zurückerobert, der das
Sassanidenreich 628 schließlich entscheidend schlug. Nach dieser Anstrengung
waren die Kräfte des Reichs jedoch erschöpft.
Der plötzlichen Expansion der von ihrem neuen, muslimischen Glauben
angetriebenen Araber hatte es nicht mehr viel entgegen zu setzen. In der
Schlacht am Jarmuk am 20. August 636 unterlagen die Römer einem Heer des
zweiten Kalifen Omar, und der ganze Süden des Reichs, einschließlich Syriens
und Palästinas ging verloren (siehe auch Islamische Expansion).
Im Gegensatz zu seinem langjährigen Rivalen, dem Perserreich der Sassaniden,
konnte sich das oströmische bzw. byzantinische Reich jedoch immerhin
erfolgreich gegen eine vollständige islamische Eroberung verteidigen; es
mußte sich aber nach Kleinasien zurückziehen. Dabei führte die militärische
Krise und der endgültige Verlust der reichsten Provinzen zu einer massiven
Veränderung im Reich, in dem nun Griechisch endgültig das Lateinische
verdrängte. Die spätantiken Strukturen von Staat und Gesellschaft
verschwanden in dieser Zeit zu großen Teilen. Von nun an ist es angebracht,
statt von Ostrom von Byzanz zu sprechen.
Was das Reich an Gebieten verlor, gewann es an Gleichförmigkeit. Die antike
Zivilisation war seit Jahrhunderten von der Existenz zahlreicher größerer
und kleinerer Städte (poleis) geprägt gewesen; diese Zeit endete nun. Die
meisten Städte wurden aufgegeben oder schrumpften auf die Größe von (oft
befestigten) Dörfern. Nur Konstantinopel blühte und widerstand innerhalb
eines Jahrhunderts drei schweren Belagerungen (626, 674-678 und 717/718).
Die südlichen bzw. orientalischen Provinzen unterschieden sich kulturell
nicht unerheblich vom Norden und gehörten seit dem 5. Jahrhundert
mehrheitlich den orientalisch-orthodoxen, monophysitischen Kirchen an, die
mit der griechisch-orthodoxen Kirche der nördlichen Provinzen im Streit
lagen. Dieser Streit war wohl einer der Gründe für die baldige Akzeptanz der
neuen muslimischen Herren Syriens und Ägyptens. Der Norden gelangte so aber
zu größerer Geschlossenheit und höherer Kampfbereitschaft.
Kaiser Konstans II. (641-668) verlegte seine Residenz von 661-668 ins
sizilianische Syrakus, um von dort aus die Seeherrschaft gegen die Araber zu
sichern, doch kehrten seine Nachfolger wieder in den Osten zurück.
Währenddessen blieb Konstantinopel weiter die größte Stadt der westlichen
Welt. Mehrfache Versuche, Konstantinopel zu erobern – unter anderem durch
die Araber und später durch die Rus – schlugen alle fehl angesichts der
überlegenen byzantinischen Flotte und ihres Monopols, der
geheimnisumwitterten brandstiftenden Waffe, des griechischen Feuers. Danach
begann das Reich sich zu erholen und konnte vor allem im Donauraum langsam
wieder seine Stellung konsolidieren. Es blieb nun auf den Balkan und
Kleinasien beschränkt, hinzu kamen noch Gebiete in Italien sowie bis 698 in
Nordafrika.
Allerdings wurde das berühmte System von Militärprovinzen, den so genannten
Themen, wohl erst nach der Regierungszeit des Herakleios geschaffen, um den
ständigen Angriffen und dem Sinken des städtischen Lebens außerhalb der
Hauptstadt zu begegnen. Tendenzen, die bereits seit langem vorhanden waren,
kamen nach 636 in vielen Bereichen von Staat und Gesellschaft voll zum
Tragen, zugleich endeten zahlreiche Traditionsstränge - die spätantike Phase
des oströmischen Imperiums gelangte an ihr Ende, und es entstand das
byzantinische Reich des Mittelalters.
Die mittelbyzantinische Epoche – Zwischen Abwehr und Hegemonie
Mehrmals belagerten die Araber Konstantinopel, zuletzt
717–18. Byzanz verlor die Seeherrschaft und konnte mit Mühe Kleinasien
halten, wo es immer wieder zu arabischen Überfällen (Razzien) kam. Das
gesamte 8. Jahrhundert war von diesen Abwehrkämpfen geprägt, in dem die
Initiative fast ausschließlich bei den Feinden von Byzanz lag. Auf dem
Balkan befand sich Byzanz ebenfalls in der Defensive, konnte aber
Griechenland nach und nach von den Slawen zurück gewinnen. Dafür erwuchs dem
Reich ein neuer Gegner, nämlich in Gestalt der Bulgaren, die erfolgreich
eine eigene Staatsbildung anstrebten.
Der militärisch erfolgreiche Kaiser Leo III. der Isaurier entfachte 730 den
Bilderstreit, der zu einem während eines Jahrhunderts immer wieder
aufflackernden Bürgerkrieg führte. Anfang des 9. Jahrhunderts erholte sich
das Reich, wenn es auch vorerst gegen die Bulgaren nichts ausrichten konnte,
die sich erfolgreich behaupteten.
Auf die Krisenzeit des 8. Jahrhunderts, folgten im 9. und vor allem im 10.
Jahrhundert einige bedeutende Erfolge. Unter Nikephoros II. Phokas wurde
Kreta von den Arabern zurückerobert. Johannes I. Tzimiskes weitete den
byzantinischen Einfluss bis nach Syrien und Palästina aus, während die
Bulgaren nieder gehalten wurden. Byzanz schien wieder auf dem Weg zur
Hegemonialmacht zu sein.

Abbildung: Byzanz und Europa um das Jahr 1000.
Das Reich erreichte seinen Höhepunkt unter den makedonischen
Kaisern des 10. und frühen 11. Jahrhunderts. Durch die im Jahre 987
vollzogene Heirat der Schwester von Kaiser Basileios II. mit dem russischen
Großfürsten Wladimir breitete sich der orthodoxe Glaube allmählich in
Russland aus. Die russische Kirche unterstand dem Patriarchen von
Konstantinopel. Basileos II. eroberte in jahrelangen Kämpfen das
donaubulgarische Reich, was ihm den Beinamen Bulgaroktonos ("Bulgarentöter")
einbrachte. Im Jahre 1018 wurde Donaubulgarien byzantinische Provinz, was
einen weiteren Höhepunkt in der Geschichte des Byzantinischen Reiches
darstellte.
Wie Rom zuvor, fiel es trotzdem bald in eine Periode von Schwierigkeiten,
die in hohem Grade durch das Wachstum des Landadels verursacht wurden, der
das Themensystem untergrub. Bloß mit seinen alten Feinden, dem Heiligen
Römischen Reich und dem Kalifat der Abbasiden konfrontiert, hätte es sich
vielleicht erholen können, aber um die gleiche Zeit erschienen neue
Eindringlinge auf der Szene, die wenig Grund hatten sein Ansehen zu
respektieren – die Normannen, die Italien eroberten und die Seldschuken, die
hauptsächlich an Ägypten interessiert waren, aber auch Raubzüge nach
Kleinasien, dem wichtigsten Rekrutierungsgebiet für die byzantinische Armee,
unternahmen. Nach der Niederlage von Kaiser Romanos IV. im Jahr 1071 bei
Mantzikert gegen Alp Arslan, den seldschukischen Sultan, ging der Großteil
Kleinasiens verloren, unter anderem auch deshalb, da innere Kämpfe um den
Kaiserthron ausbrachen und keine gemeinsame Abwehr gegen die Seldschuken
errichtet wurde.
Die Zeit der Komnenenkaiser – Erneutes Aufbäumen
Die letzten Jahrhunderte der byzantinischen Geschichte
wurden durch einen Usurpator, Alexios I. Komnenos, geprägt, der anfing, die
Armee auf Basis eines Feudalsystems (Pronoia) wiederherzustellen. Es
gelangen ihm bedeutende Fortschritte gegen die Seldschuken und auf dem
Balkan gegen die Petschenegen. Sein Aufruf um westliche Hilfe brachte
ungewollt den ersten Kreuzzug hervor, der ihm half Nicäa und die Westküste
Kleinasiens zurück zu erobern. Allerdings hatte der Kreuzzug (auf dem es
bereits zu Spannungen zwischen den Kreuzfahrern und den Byzantinern gekommen
war) schwerwiegende Folgen, denn die späteren Kreuzzüge entwickelten sich
zunehmend feindselig. Alexios gewährte venezianischen Händlern Zugang zu
vielen byzantinischen Häfen, doch die Republik Venedig – paradoxerweise
einst selbst ein Vorposten byzantinischer Kultur im Westen – wurde zu einer
ernsten Bedrohung für das Reich.
Unter Kaiser Johannes II. Komnenos (1118-1143), dem Sohn des
Alexios I., und dessen Sohn Manuel I. Komnenos (1143-1180) gelang es, die
byzantinische Stellung in Kleinasien und auf dem Balkan zu festigen. Manuel
I. Komnenos hatte sich nicht nur mit den Angriffen des Normanischen
Königreiches von Süditalien her und dem zweiten Kreuzzug (1147-1149)
auseinanderzusetzen, er betrieb auch eine ehrgeizige Westpolitik, die auf
territoriale Gewinne in Italien und Ungarn abzielte; dabei geriet er auch in
Konflikt mit Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Auch im Osten konnte er gegen
die Seldschuken Erfolge erzielten; sein Versuch, ihr Reich völlig zu
unterwerfen, endete allerdings in der vernichteten Niederlage in der
Schlacht von Myriokephalon 1176. In der Folge konnten die Seldschuken ihre
Macht auf die benachbarten muslimischen Reiche in Kleinasien
(Danishmendiden) und auch gegen Byzanz zur Mittelmeerküste hin ausdehnen.
Das Reich wurde unter den nachfolgenden Angeloi-Kaisern von schweren inneren
Krisen erschüttert, die schließlich dazu führten, dass sich Alexios IV. an
die Kreuzfahrer wandte und sie dazu bewegte, für ihn und seinen Vater den
Thron zu kämpfen. Als die erhoffte Bezahlung ausblieb, kam es zur
Katastrophe: Unter dem Einfluss Venedigs eroberten die Ritter des vierten
Kreuzzugs 1204 Konstantinopel und gründeten das kurzlebige Lateinische
Kaiserreich. Damit schwächten sie jedoch die byzantinische Macht dauerhaft,
was fatale Folgen haben sollte.
Verfall und Untergang
Nach der Eroberung von Konstantinopel durch die Lateiner
entstanden drei byzantinische Nachfolgestaaten: Nicäa, wo Kaiser Theodor I.
Laskaris im Exil die byzantinische Tradition aufrecht erhielt, das Epirus
und das Kaiserreich Trapezunt, welches sich unter Nachkommen der Komnenen
bereits vor der Eroberung Konstantinopels abgespalten hatte.

Abbildung: Die Belagerung Konstantinopels durch den
türkischen Sultan Mehmed II. im Jahr 1453
Thedoros I. Laskaris und seinem Nachfolgern Johannes III.
Dukas Batatzes (1222-1254) gelang es, in Westkleinasien ein wirtschaftlich
blühendes Staatswesen aufzubauen und die Grenze zu den Seldschuken, die sich
nach ihrer Niederlage gegen die Mongolen 1243 im Niedergang befanden, zu
stabilisieren. Gestützt auf diese Machtbasis konnten die Laskariden
erfolgreich auch in Europa expandieren, Thrakien und Makedonien erobern und
die Konkurrenten um die Rückgewinnung Konstantinopels (Reich von Epiros, das
nach einer Niederlage gegen die Bulgaren 1230 stark geschwächt war, und das
Bulgarenreich, das auch durch den Mongoleneinfall 1241 stark beeinträchtigt
wurde) aus dem Feld schlagen. Nach der kurzen Regierung des hochgebildeten
Theodoros II. Laskaris (1254-1258) konnte der erfolgreiche Feldherr Michael
Palaiologos die Regentschaft für den minderjährigen Johannes IV. Laskaris
übernehmen, den er schließlich blenden und in ein Kloster schicken ließ und
so die neue Dynastie der Palaiologen, die das Reich bis zu seinem Untergang
regieren sollte, begründen. Michael VIII. Palaiologos (1259-1282) konnte
eine Allianz seiner Gegner (Epiros, Fürstentum Achaia, Königreich Sizilien,
Serbien und Bulgarien) 1259 in der Schlacht bei Pelagonia in Makedonien
besiegen und 1261 durch einen glücklichen Zufall aus Konstantinopel wieder
einnehmen. Seine Hauptsorge galt aber nun der Sicherung des europäischen
Besitzstandes und vor allem der Hauptstadt gegen erneute Kreuzzugsversuche
aus dem Westen (vor allem durch Karl I. Anjou, der die Staufer in
Unteritalien ablöste); deshalb ging Michael VIII. 1274 auch die
innenpolitisch höchst umstrittene Union von Lyon mit der Westkirche ein, um
den Papst von der Unterstützung von Kreuzzügen abzuhalten. Als Karl I. Anjou
dennoch einen Angriff vorbereitete, konnte die byzantinischen Diplomatie
1282 einen Aufstand in Sizilien (Sizilianische Vesper) in Gang setzen.
Daneben aber vernachlässigten die Palaiologen die Grenzverteidigung im
Osten, was den verschiedenen türkischen Staaten, die sich während des
Zerfalls des Seldschukenreiches etablierten, die Expansion nach
Westkleinasien ermöglichte, das sukzessive bis in die 1330er Jahre fast
vollständig dem Reich verloren ging.
Während sich in Kleinasien auf dem ehemaligen Reichsgebiet
verschiedene türkische Emirate etablierten (Menteshe, Aydin, Germiyan,
Saruhan, Karasi und die Osmanen in Bithynien), leistete sich das Reich
mehrere Bürgerkriege (die längsten zwischen Andronikos II. Palaiologos
(1282-1328) und seinem Enkel Andronikos III. Palaiologos in den Jahren von
1321 bis 1328; zwischen Johannes V. Palaiologos und Johannes VI.
Kantakuzenos von 1341 bis 1347 und 1353/1354); dabei suchten beide Parteien
die Hilfe der Nachbarn (Serbien, Bulgaren, aber auch Aydin und Osmanen).
Dies ermöglichte auch dem Serbenreich unter Stefan Uroš IV. Dušan zu
beherrschenden Macht des Balkans aufzusteigen und Makedonien, Albanien und
Thessalien zu erobern; allerdings zerfiel das Reich des Stefan Dušan nach
seinem Tod 1355 in mehrere Teilstaaten. Während also die christliche
Staatenwelt des Balkan zerstritten war, setzten sich ab 1352 die Osmanen
auch in Europa fest und konnten in das noch byzantinische Thrakien
expandieren, das sie bis in die 1370er Jahre großteils eroberten. Nach einem
ersten Sieg über die Serben 1371 an der Maritza konnten sie sukzessive auch
Makedonien einnehmen; das zu einem Kleinstaat gewordene Byzanz
(Konstantinopel samt Umland, Thessalonike mit Umland, einige Ägäisinseln,
Despotat von Mistra auf der Peloponnes) wurde den Osmanen tributpflichtig.
Mehrmals ersuchte Byzanz im Westen um Hilfe und bot dafür sogar die
Kirchenunion (1439 auf dem Konzil von Ferrara und Florenz) an, was jedoch am
Widerstand der byzantinischen Bevölkerung scheiterte. Nach der Schlacht auf
dem Amselfeld 1389 und der Niederlage der westlichen Kreuzfahrer 1396 bei
Nikopolis schien die Lage des Reiches aussichtslos, doch gewährte die
Niederlage der Osmanen gegen Timur Leng bei Angora 1402 den Byzantinern
einer kurze Atempause. Nachdem sich das Osmanenreich aber wieder
stabilisiert hatte, wurde Konstantinopel wieder schnell zum Ziel der
osmanischen Expansionspolitik und fiel nach einem ersten, erfolglosen
Angriff im Jahre 1422 am 29. Mai 1453 nach knapp zweimonatiger Belagerung an
Mehmed II. Die Stadt wurde drei Tage lang geplündert. Der letzte
byzantinische Kaiser, Konstantin XI., fiel während der Kämpfe um die Stadt.
Der Fall von Byzanz ist ein Wendepunkt der Geschichte. Stefan Zweig
schildert den historischen Moment in den "Sternstunden der Menschheit" in
unvergleichlicher Form: "Etwas ganz Unwahrscheinliches hat sich begeben.
Durch eine der vielen Breschen der Außenmauern sind unweit der eigentlichen
Angriffsstelle ein paar Türken eingedrungen. Gegen die Innenmauer wagen sie
sich nicht vor. Aber als sie so neugierig und planlos zwischen der ersten
und der zweiten Stadtmauer herumirren, entdecken sie, daß eines der kleinen
Tore des inneren Stadtwalls, die sogenannte Kerkaporta, durch ein
unbegreifliches Versehen offen geblieben ist. Es ist an sich nur eine kleine
Tür, in Friedenszeiten für die Fußgänger bestimmt, während jener Stunden, da
die großen Tore noch geschlossen sind; gerade weil sie keine militärische
Bedeutung besitzt, hat man in der allgemeinen Aufregung der letzten Nacht
offenbar ihre Existenz vergessen."
Der 29. Mai gilt auch heute noch bei den Griechen als Unglückstag, denn es
begann die lange türkische Fremdherrschaft, während der nur die Religion als
bindende Kraft erhalten blieb. Bis 1461 wurden auch die restlichen Städte –
wie Trapezunt am östlichen Schwarzen Meer und Misthra auf der Halbinsel
Morea (Peloponnes) – ebenfalls erobert. Lediglich Monemvasia auf dem
Peloponnes blieb frei und unterstellte sich 1464 dem Protektorat Venedigs.
Das Byzantinische Reich, das sich als eines der langlebigsten der
Weltgeschichte erwiesen hatte, war damit untergegangen.
Die Anfangs- und Enddaten der Unabhängigkeit der Hauptstadt, 395 und 1453,
galten lange als zeitliche Grenzen des Mittelalters.
Das kulturelle Fortwirken von Byzanz
Das Byzantinische Reich führte die Kultur und das Wissen der
Antike bis ins späte Mittelalter fort und gab es an die islamische Welt
weiter. Byzantinische Flüchtlinge brachten die alten Schriften der
griechischen Philosophen in die italienischen Städte und lösten dort –
zusammen mit dem etwa gleichzeitig erfundenen Buchdruck – die Renaissance
aus. Am längsten bestand die byzantinische Kultur auf dem damals noch
venezianischen Kreta fort, das erst 1669 von den Osmanen erobert werden
konnte.
Bis heute wirkt die byzantinische Kultur fort vor allem im Ritus der
östlich-orthodoxen Kirchen. Durch byzantinische Missionsarbeit verbreitete
sich das orthodoxe Christentum bei vielen slawischen Völkern und ist bis in
die Gegenwart die vorherrschende Konfession in Osteuropa und Griechenland,
wie auch in Teilen von Südosteuropa und Kaukasien, sowie bei den meisten
arabischen Christen. Die byzantinische Kultur und Denkweise hat alle
orthodoxen Völker tief geprägt.
Die slawischen Reiche auf dem Balkan und am Schwarzen Meer übernahmen neben
der orthodoxen Kirche auch profane byzantinische Bräuche. Vor allem Russland
sollte das Erbe des Byzantinischen Reiches fortführen. Schon im 9.
Jahrhundert kamen die Rus mit Byzanz in Kontakt, und in Folge entwickelten
sich – trotz immer wiederkehrender Versuche von Seiten der Rus
Konstantinopel zu erobern – intensive wirtschaftliche und diplomatische
Beziehungen zwischen dem Byzantinischen Reich und der Kiewer Rus, die 988
zum Übertritt der Rus zum orthodoxen Glauben führten. In den folgenden
Jahrhunderten wurden auf ostslawischem Gebiet zahlreiche prachtvolle Kirchen
nach byzantinischem Vorbild gebaut, byzantinische Priester und Mönche
brachten die kyrillische Schrift mit und machten die Russen mit rudimentärer
griechischer Philosophie vertraut. Die russische Architektur und Kunst hat
neben skandinavischen und slawischen vor allem byzantinische Wurzeln.
Nach dem Untergang des Byzantinischen Reichs übernahm dann das russische
Moskowiterreich in vielen Teilen byzantinisches Zeremoniell. Der Patriarch
von Moskau errang bald eine ähnlich prominente Stellung innerhalb der
orthodoxen Kirche wie vormals der Patriarch von Konstantinopel. Moskau sah
sich bald als Drittes Rom in der Nachfolge Konstantinopels. Iwan III.,
Herrscher des Großfürstentums Moskau, heiratete die Nichte von Konstantin
XI., Zoe, und übernahm den byzantinischen Doppeladler als Wappentier. Iwan
IV., genannt „der Schreckliche“, war der erste moskowitische Herrscher, der
sich schließlich offiziell zum Zaren (Caesar) krönen ließ.
Die beinah kontinuierlich betriebene panslawistische Hegemonialpolitik
Russlands kann in diesem Sinne als Fortwirken des römisch-byzantinischen
Gedanken eines universalen Kaiserreichs interpretiert werden. Die russische
Außenpolitik richtete sich vor allem gegen das Osmanische Reich und hatte
bis in das 20. Jahrhundert hinein die Rückeroberung Konstantinopels für die
orthodoxe Christenheit zum Ziel.
Aber auch die osmanischen Sultane betrachteten sich als legitime Erben des
Byzantinischen Reiches, obwohl die seldschukischen und osmanischen Türken
jahrhundertelang Erzfeinde der Rhomäer gewesen waren und das Byzantinische
Reich letztlich vernichtet hatten.
Schon Sultan Mehmed II. bezeichnete sich als „Kayser-i Rum“ (Kaiser von Rom)
- die Sultane stellten sich somit ganz bewusst in die Kontinuität des
(Ost-)Römischen Reiches, um sich zu legitimieren. Das Osmanische Reich, das
sich in der Auseinandersetzung mit Byzanz entwickelte, hatte mit diesem mehr
als nur den geografischen Raum gemeinsam. Der Historiker Arnold J. Toynbee
bezeichnete das Osmanische Reich - allerdings sehr umstritten - als
Universalstaat des „christlich-orthodoxen Gesellschaftskörpers“. Eine
staatsrechtliche Fortsetzung fand das byzantinische Reich jedenfalls nicht.
Chronologie
326: Grundsteinlegung Konstantinopels
330: Am 1. Mai 330 wird Konstantinopel als Nova Roma Hauptstadt des
Römischen Reiches
395: Reichsteilung
451: Konzil von Chalcedon
533: Der Feldherr Belisar erobert Karthago
535–555: Ostgotenkriege des Kaisers Justinian I.
582: Awaren und Slawen dringen auf dem Balkan vor
610: Die von Karthago aus operierende Flotte unter Herakleios besetzt
Konstantinopel. Sturz und Hinrichtung des Kaisers Phokas. Herakleios wird
Kaiser, Beginn des Mittelbyzantinischen Reiches. Griechisch wird
Amtssprache, Kaisertitel Basileus statt Imperator.
611–619: Die Sassaniden überrennen die orientalischen Besitzungen von Byzanz
622: Beginn der byzantinischen Gegenoffensive unter Kaiser Herakleios
626: Awaren, Slawen und Perser belagern Konstantinopel, Verlust der letzten
Besitzungen auf dem spanischen Festland an die Westgoten.
627: Sieg über die Sassaniden im Nordirak. Rückgabe aller eroberten Gebiete
durch die Sassaniden. Byzanz ist alleinige Großmacht zwischen Gibraltar und
dem Indus.
636: Niederlage bei der Schlacht am Jarmuk gegen die Araber. In den
folgenden Jahren fallen sämtliche orientalischen Besitzungen an die Araber
(bis 640 auch Ägypten und der Rest Syriens), ausgenommen Kleinasien. Ende
der Spätantike.
697/698: Karthago fällt an die Araber. Endgültiger Untergang des
byzantinischen Nordafrikas
730–843: Byzantinischer Bilderstreit
797: Kaiserin Irene: Erstmals Alleinregierung einer Frau im Römischen Reich.
Der römische Papst nimmt dies zum Anlass, den Frankenkönig Karl zum
römischen Kaiser zu krönen, da er die Herrschaft einer Frau nicht anerkennt.
860: Erster Flottenangriff der warägischen Rus auf Konstantinopel.
869: Photius-Schisma
907: Flottenangriff der Rus auf Konstantinopel, der byzantinische Kaiser
zahlt Tribut und bietet Handelsprivilegien an. Weitere Angriffe folgen 911
und 940.
944: Die Byzantiner erobern Edessa von den Arabern zurück
1018: Eroberung des Bulgarenreiches. Die Donaugrenze ist wiederhergestellt.
1054: Morgenländisches Schisma
1071: Niederlage bei Mantzikert gegen die Seldschuken
1096: Beginn des Ersten Kreuzzugs
1176: Byzantinische Niederlage bei Myriokephalon. Letzter ernsthafter
Versuch einer byzantinischen Rückeroberung des türkischen Teils Kleinasiens
1186: Abfall Bulgariens von Byzanz. Die byzantinische Vorherrschaft auf dem
Balkan ist beendet
1204: Eroberung von Byzanz im vierten Kreuzzug, Errichtung eines
römisch-katholischen Gegenreichs
1261: Rückeroberung von Konstantinopel
1274: Auf dem Konzil von Lyons wird die Wiedervereinigung der West- und
Ostkirche verkündet. Die Union scheitert jedoch nach kurzer Zeit.
1351: Der Hesychasmus wird anerkannt und revitalisiert die byzantinische
Spiritualität.
1352: Übergreifen der Osmanen auf europäischen Boden. Bereits vorher ist
Kleinasien verloren gegangen, mit Ausnahme einiger Enklaven
1439: Auf dem Konzil von Florenz wird die Wiedervereinigung der West- und
Ostkirche verkündet. Die Union scheitert jedoch wiederum am Widerstand der
einfachen Christen des Ostens.
29. Mai 1453: Konstantinopel wird von den Osmanen erobert.
1460: Die Osmanen erobern das byzantinische Despotat Morea auf dem
Peloponnes.
1461: Eroberung des kleinen Kaiserreiches Trapezunt durch die Osmanen. Der
letzte Kaiser, David Komnenos, wird später hingerichtet.
1923: nach dem Vertrag von Lausanne werden etwa 1,5 Millionen Griechen und
griechisch-orthodoxe Türken aus Kleinasien nach Griechenland
zwangsumgesiedelt, desgleichen etwa 0,5 Millionen Türken und muslimische
Griechen aus Griechenland in die Türkei.
Siehe auch
Byzantinische Kaiser
Ämter und Titel im byzantinischen Reich
Byzantinische Kunst
Byzantinischer Bilderstreit
Zirkusparteien
Literatur
Quellen
Anna Komnene: Alexias, dt. Übersetzung von Diether Roderich Reinsch,
DuMont, Köln 1996. ISBN 3-7701-3492-3
http://www.fordham.edu/halsall/basis/AnnaComnena-Alexiad.html
(englische Übersetzung)
Maurikios: Strategikon. ISBN 0812217721. (englische Übersetzung)
Weitere Quellen in englischer Übersetzung,
homepage.mac.com/paulstephenson/trans.html.
Sekundärliteratur
Allgemein sei auch auf die Byzantinische Zeitschrift als erste
Informationsquelle hingewiesen.
In deutscher Sprache:
Ludwig Wamser (Hrsg.): Die Welt von Byzanz - Europas östliches Erbe:
Glanz, Krisen und Fortleben einer tausendjährigen Kultur, Archäologische
Staatssammlung München - Museum für Vor- und Frühgeschichte München vom 22.
Oktober 2004 bis 3. April 2005, Schriftenreihe der Archäologischen
Staatssammlung 4, Theiss, Stuttgart 2004. ISBN 3806218498.
Ralph-Johannes Lilie: Byzanz – Das zweite Rom, Berlin 2003, ISBN
3-886-80693-6.
Beste Darstellung der Geschichte von Byzanz in deutscher Sprache. Dort
findet sich auch weiterführende Literatur.
Georg Ostrogorsky: Geschichte des byzantinischen Staates, Handbuch der
Altertumswissenschaft XII 1.2, 3. Auflage, München 1963. ISBN 3-4060-14143
Veraltete Darstellung, dennoch gut lesbar. (als Sonderausgabe ohne
wissenschaftlichen Apparat: Byzantinische Geschichte 324 bis 1453, München
1996. ISBN 3-406-39759-X)
Steven Runciman: Die Eroberung von Konstantinopel. ISBN 3-406-02528-5
Das Standardwerk zum Thema.
Steven Runciman: Byzanz. Von der Gründung bis zum Fall Konstantinopels.
Zürich 1969
Peter Schreiner: Byzanz, Oldenbourg Grundriss der Geschichte, 2. Aufl.,
München 1994. ISBN 3-486-530720.
Gute und knappe Einführung mit Forschungsteil.
John Haldon: Das Byzantinische Reich, Düsseldorf 2002. ISBN 3538071403.
Detailstudie einiger Aspekte der Geschichte und Kultur von Byzanz.
Andre Ducellier: Byzanz. Das Reich und die Stadt, Ullstein, Berlin 1999.
ISBN 3-548-26555-3
John J. Norwich: Byzanz - Aufstieg und Fall eines Weltreichs. ISBN
3-549-07156-6.
Gute populärwissenschaftliche Byzanzchronik
Nur in englischer Sprache erhältliche Bücher:
John Haldon: Warfare, State and Society in the Byzantine World. ISBN
1-857-28495-X.
Umfangreiche und tiefgreifende Studie über das byzantinische Militär
John Haldon: The Byzantine Wars. ISBN 0-752-41795-9.
Überblick über die byzantinischen Kriege
John Haldon: Byzantium at War. ISBN 1-841-76360-8.
Populärwissenschaftliche Einführung in das byzantinische Militärwesen
Alexander P. Kazhadan: The Oxford Dictionary of Byzantium, 3 Bde., Oxford
1991. ISBN 0-195-04652-8.
Vorzügliches Lexikon. Alternativ: Lexikon des Mittelalters.
Geoffrey Regan: First Crusader: Byzantium's Holy Wars. ISBN 1-403-96151-4.
Über die Rolle heiliger Kriege in der byzantinischen Geschichte, mit
Schwerpunkt auf den Kriegen des Herakleios
Dimitri Obolensky: Byzantium and the Slavs. ISBN 0-881-41008-X.
Studie zum byzantinischen Erbe bei den slawischen Völkern
( Bestellen).
Netmarks
Knapper Quellenüberblick von Prof. Halsall
Wissenschaftliches Internetportal zur byzantinischen Geschichte (englisch)
Linkliste zum byzaninischen Reich (englisch)
Byzantinistik-Linkliste der Universität Köln
Byzantinistik-Linkliste der Universität Konstanz
Die Eroberung Konstantinopels im Jahre 1453
Byzantinische Geschichte
Bildungsgeschichte des byzantinischen Reiches
Informative Seite über Byzanz
Seite des Instituts für Byzantinistik und Neogräzistik der Universität Wien
mit Links zu weiteren Forschungseinrichtungen, Projekten und Informationen
über verschiedene Aspekte von Byzanz
Byzanz - eine Materialsammlung
Das byzantinische (oströmische) Reich
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