Kefk Network Webtravel (網旅行) – virtuelle Reisen im Web – bietet
fotografische Reiseberichte aus rund zwei Jahrzehnten, in die
unterschiedlichsten
Regionen und mit
verschiedenen Reiseformen, vom Gepäckmarsch über mehrwöchige Radtouren
bis hin zur organisierten Pauschal- und Studienreise.
Michael Leuenberger hat einmal sehr prägnant den »Dreiklang des
guten Reisens« charakterisiert:
- »Reisen ist eine bewusste Bewegung ins Unsichere«,
- »Reisen ist Befreiung durch Begegnung« und
- »Reisen sind Geburtshelfer von Gedanken«.
Dieser »Dreiklang« läßt sich nicht virtualisieren; eine
gewisse Bewegung ins »Ungewisse« gibt es zwar auch im Web,
sie bietet jedoch nicht das, was echte Reisen bieten:
»Worauf es ankommt ist, in Bewegung zu sein, die
Notwendigkeiten und die Hindernisse unserer Existenz unmittelbarer
zu spüren, dieses bequeme Federbett der Zivilisation zu verlassen
und festzustellen, dass der Boden unter den Füßen aus Granit besteht
und mit scharfen Kieseln bestreut ist« (
Robert
Louis Stevenson, Travels with a Donkey in the Cévennes,
1879).
Das Web bietet auch die Möglichkeit zu »Begegnungen«,
allerdings eben nur solchen virtueller Art: Die Notwendigkeit zu
einem Perspektivwechsel bleibt aus, das »Wagnis, auf andere
Menschen einzugehen, ihre Sprache zu lernen, ihre Kultur zu verstehen«
(
Michael
Leuenberger, Die Kunst des Reisens) ist begrenzt, da man sich
hinter seinem Computer verstecken kann.
Und auch die Funktion als »Geburtshelfer« bleibt bei
virtuellen Reisen offensichtlich hinter der einer echten Reise zurück;
Goethe beschrieb als den »eigentlichsten Gewinn der Reisen«, dass »neue
Gegenstände in auffallender Mannigfaltigkeit, indem sie den Geist
erregen, uns erfahren lassen, dass wir reinen Enthusiasmus fähig sind«.
Während die moderne Hirnforschung aus den Enzephalogrammen von Reisenden
herauslasen, dass »die bewusste Wahrnehmung des Fremden, von
Klima, Landschaften und abwechselnden Jahreszeiten die Hirnaktivitäten
stimuliert und zu einem Gefühl des Wohlergehens und zu einem aktiven
Leben beitragen« (Michael Leuenberger), dürften diese
physiologischen Wirkungen bei virtualisierten Erlebnissen mehr oder
minder ausbleiben.
Natürlich sind auch durchorganisierte Pauschalreisen eine Form des
virtualisierten Reisens, wie bereits
Marshall
McLuhan Mitte der 1960er Jahre in Understanding Media
feststellte: Der heutige (Pauschal-) Reisende sei passiv geworden, das
Erlebnis des Reisens sei »verwässert, erfunden, vorfabriziert«
(»diluted, contrived, prefabricated«, Daniel Boorstin,
The Image: or What Happened to the American Dream) und unterscheide
sich kaum noch vom Umblättern einer Seite in einem Magazin:
»This the world itself becomes a sort of museum of objects
that have been encountered before in some other medium«
(McLuhan, Understanding Media, 1964, p. 198).
Im Kontext von McLuhans Überlegungen geht es dann auch ausgerechnet
um die Auswirkungen der Fotografie auf die Natur des Reisens:
»The photograph has reversed the purpose of travel, which
intil now had been to encounter the strange and unfamiliar«
(op. cit. 197).
Dennoch, entgegen oder auch gerade wegen dieser
Einwände hat Webtravel seine Berechtigung; das Ziel von Kefk
Network Webtravel besteht eben nicht darin, echte Reisen zu
ersetzen, sondern dazu zu ermuntern, Anregungen zu schaffen, neue
Erlebnisse zu machen und das Wagnis einer echten Reise zu machen.
»Andere zu entwurzeln, ist das Schlimmste aller Verbrechen,
aber sich selber zu entwurzeln, die größte Errungenschaft« (
Simone
Weil).
In diesem Sinne ist Kefk Network Webtravel zu verstehen: als
Ermutigung zu eigener Entwurzelung.
Fotografische Reiseberichte heisst, dass wir versuchen,
Impressionen aus den jeweiligen Regionen festzuhalten; das Ziel dabei
ist nicht, ausschliesslich die jeweiligen touristischen
Attraktionen möglich ansprechend ins Bild zu setzen. Soweit es die Zeit
erlaubt, sind die Reisen strukturiert und kommentiert.
Die Website ist nach
Ländern gegliedert (alphabetischer
Index); bei den Abkürzungen aus zwei Buchstaben handelt es sich um
die standardisierten ISO Country Codes
(ISO 3166-1, ISO 3166), die auch auch im Domain Name System (DNS)
des Internet verwendet werden.
Beispiel: Griechenland -
/webtravel/gr.
Alternativ existiert auch ein Index nach
geographischen Regionen.
Innerhalb der einzelnen Länderrubriken erfolgt die Sortierung
Chronologisch,
genauer gesagt annalisch (also nach den Jahren der jeweiligen Reise)
Beispiel: Griechenlandreise 2002 -
/webtravel/DK/reisen/2002.
Ergänzend gibt es jeweils Unterrubriken zu Reiseliteratur und
Netmarks sowie teilweise eine Einführung in das Land und die Sprache,
Kartenmaterial usw.