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UNIX
Kefk Network :
UNIX : Übersicht
04-Nov-2001/09-Jan-06
Unix-Betriebssysteme
Derzeit noch vorherrschend in der Workstationwelt sind
Unix-Betriebssysteme. Eigentlich muss hier von einer
Betriebssystemfamilie gesprochen werden, denn praktisch jeder
Workstation-Hersteller liefert sein eigenes Unix aus, das sich
zumindest in der Benutzerschnittstelle deutlich unterscheidet. Es gibt
hier allerdings eine Tendenz, die Vielfalt an Oberflächen zu
überwinden, da einzelne Hersteller angefangen haben, ihr System
auf Fremdarchitekturen zu portieren.
Die Unix-Implementationen lassen sich in zwei Standards
zusammenfassen: Berkeley Unix (BSD) sowie AT&T's System V
Release 4 (SVR4). Letzteres ist momentan dabei, den Vorrang zu
gewinnen - neu entstehende Unix-Versionen folgen diesem
Standard. Im Allgemeinen gilt: Ist ein Programm für einen der beiden
Standards geschrieben, so lässt es sich ohne allzu grosse
Probleme auf ein anderes System des gleichen Standards
portieren.
Auch bei den verwendeten Benutzeroberflächen (GUI - Graphical
User Interface) gibt es unterschiedliche Standards. Die neueren
folgen aber alle der X11 Definition. Seit einigen Jahren ist die -
ebenfalls auf X11 basierende - MOTIF Definition klar auf dem
Vormarsch. Mehr und mehr Unix-Implementationen bedienen sich
dieser Oberfläche, während der Einsatz konkurrierender
Oberflächen, wie OPENLOOK, eher rückläufig ist.
Linux
Linux ist ein frei verfügbares Multitasking- und
Multiuser-Betriebssystem. Linux wurde von Linus Torvalds und von
einer Vielzahl von Entwicklern in aller Welt weiterentwickelt. Linux
wurde von Anfang an unter die GPL, die General Public License
gestellt. Es kann frei und kostenlos verteilt, eingesetzt und erweitert
werden. Entwickler haben so Einblick in sämtliche Quellcodes und
können dadurch sehr einfach neue Funktionen integrieren bzw.
Programmierfehler schnell finden und eliminieren. Treiber für neue
Adapter (SCSI-Controller, Grafikkarten etc.) können dadurch sehr
schnell integriert werden.
Linux kann auf zwei verschiedene Arten bezogen werden: Alle
benötigten Teile können kostenlos aus dem Internet geladen
werden. Damit kann fast zum Nulltarif ein individuelles
Betriebssystem zusammengestellt werden. Einfacher ist der Einsatz
einer so genannten Distribution; diese wird von verschiedenen
Firmen angeboten und enthält neben einer Vielzahl von
Anwendungen auch Installationsprogramme, welche die Installation
von Linux wesentlich vereinfachen.
Die Distributionen unterscheiden sich vor allem in den beigefügten
Komponenten, wie Programmierumgebungen, Netzwerksoftware
und grafische Benuzteroberflächen. Wir empfehlen Distributionen
von SuSE oder Red Hat. Diese beiden Linux-Distributionen sind
sehr ausgereift und enthalten eine umfangreiche Dokumentation
sowie eine grafisch geführte Installation. transtec Linux-Systeme
werden grundsätzlich mit den aktuellen Versionen von SuSE und
Red Hat zertifiziert und angeboten.
Auf 7 CDs bzw. 1 DVD bietet SuSE 7.2 Professional mehr als 1500
Anwendungsprogramme. Professional enthält alle wesentlichen
Serverbestandteile und 90 Tage Installationssupport. Die Personal
Version bietet auf 3 CDs alle wesentlichen Programme für eine
Workstation-Installation und beinhaltet 60 Tage Installationssupport.
Installations- und Konfigurationshandbücher sind in beiden Varianten
enthalten, die Professional Version enthält zusätzlich noch ein
Know-How-Handbuch.
Die Red Hat 7.1 Deluxe Edition enthält 10 CDs und 3 Handbücher
sowie 30 Tage Telefon-Installationssupport und 90 Tage
Web-basierten Installationssupport. Sie ist in erster Linie für
Workstation-Installationen vorgesehen.
Die Red Hat 7.1 Professional Version umfasst 15 CD-ROMs und 4
Handbücher sowie zusätzlich 30 Tage Web-basierten
Apache-Konfigurations-Support. Diese Version ist für
Server-Installationen zugeschnitten.
Linux wird mittlerweile von mehreren Millionen Anwendern weltweit
erfolgreich eingesetzt. Die Benutzergruppen reichen von privaten
Anwendern über Schulungsfirmen, Universitäten, Forschungszentren
bis hin zu kommerziellen Anwendern und Firmen, die in Linux eine
echte Alternative zu anderen Betriebssystemen sehen.
Der umfangreiche Netzwerksupport von Linux, der verschiedene
Server, wie z. B. Appletalk-, Netware- oder Lan-Manager-Server,
umfasst, sowie die Vielzahl an unterstützten Netzwerkprotokollen
macht Linux zu einem sicheren und stabilen Netzwerk-Serversystem.
SunOS/Solaris
Das auf den SPARC-Rechnern ursprünglich beheimatete
Betriebssystem der Firma Sun heisst SunOS. Es wird zusammen
mit der OPENLOOK-Benutzeroberfläche OpenWindows angeboten.
Dieses Bundle wird als Solaris bezeichnet. SunOS 4.1.x (als Teil
von Solaris 1.x) ist ein BSD Unix-System und unterstützt
Multiprocessing, aber noch kein Multithreading. Die
Weiterentwicklung von Solaris 1 wurde Ende 1998 eingestellt.
Parallel zu Solaris 1.x hat Sun eine Version 2.x auf den Markt
gebracht. Dabei handelt es sich um eine System
V-Implementierung. Sie unterstützt seit der Version 2.2 auch
Multithreading, also das Verteilen von Teilprozessen auf mehrere
Prozessoren. Die Zuweisung der Prozessoren geschieht
automatisch, so dass sich der Anwender darum nicht kümmern
muss.
Ab der Solaris-Version 2.5 werden 64-bit-Prozessoren und die
Verwendung der Ultra-Creator-Grafik für 2D- und 3D-Anwendungen
unterstützt. Solaris 2.5 beinhaltet für das Networking NFS Version 3,
dynamische IP-Adressierung für das Point-to-Point Protokoll und
Send-Mail-Version 8. Zusätzlich sind Security-Applikationen
implementiert worden, wie Access Control Lists und NIS+ Password
Aging. Vor allem aber wird zu dieser Version und alle
darauf-folgenden nun auch eine MOTIF-Oberfläche mitgeliefert
(CDE - Common Desktop Environment).
Die momentan am weitesten verbreitete Version, Solaris 8 bietet
volle 64-bit-Funktionalität und hohe Performance für alle
Java-Applikationen, grosse Sicherheit und Stabilität. Die Installation,
Administration und Konfiguration funktionieren vollständig über
Web-basierende Oberflächen. Folgende weiterentwickelte RAS-
(Reliability, Availability and Serviceability) Eigenschaften sind
enthalten:
- Dynamische Rekonfiguration
- UNIX-File-System (UFS)-Protokollierung
- Fehlerbehebung im Kernel
- Verbesserte Core Dump-Analyse
- Hot Plugging
- Schnittstellen-Standards: X/Open UNIX 98
- Grafik-Standards: X11, PostScript, Display PostScript, OpenGL
- Desktop-Standards: CDE (Common Desktop Environment), Motif
- Objektstandards: Java IDL
- Verbindungsstandards: ONC, ONC+, NFS, WebNFS, und optional
NetWare IPX/SPX, SNA, SMB, AppleTalk, DECnet und andere
Standards
- Internet-Standards: HTTP, ftp, telnet, DNS, NTP, IMAP4, DHCP,
SNMP, SMTP LDAPv3IETF RFCs 1323, 1510, 1652, 1869, 1870,
1891-1894, 1985, 1996, 2018, 2136, 2045, 2078
Systemanforderungen
Zur Installation sind mindestens 1 GB Massenspeicher und 64 MB
Hauptspeicher nötig. Solaris ist sowohl für SPARC- wie auch für Intel
x86-Architektur verfügbar. Alle transtec Hamstations werden immer
mit der aktuellsten Version von Solaris ausgeliefert; bei der
Intel-Version ist unbedingt auf die Kompatibiltät zu achten. Eine
Kompatibilitätsliste ist auf
soldc.sun.com
zu finden.
Solaris 8
Die aktuelle Version Solaris 8 ist bereits in der zweiten Generation
der 64-bit-Technologie. Mit der Unterstützung für IP Version 6 macht
Solaris 8 Schluss mit den Beschränkungen von Windows und
anderen Welten. Unterstützt werden praktisch unbegrenzt viele
Internet-Adressen (mehr als eine 1 mit 38 Nullen), 18
Exabyte-Hauptspeicher (d.h. 10 hoch 18 Bytes) und bis zu eine
Million gleichzeitiger Prozesse. Das Betriebssystem Solaris 8
unterstützt ebenfalls die neuesten Technologien vom Desktop bis
zum Internet. Dazu gehören das unternehmenskritische Java 2SE für
die Entwicklung Web-zentrischer Software-Applikationen, das Java
Media Framework für das Media-Streaming, X-Server
Video-Erweiterungen, die Synchronisierung von PDAs (z.B. Palm
Pilot) und die Networked Real Time-Verarbeitung. Solaris 8 bietet
auch zusätzliche Mainframe-typische Fähigkeiten: Jobs, Projekte
und Buchhaltungsfähigkeiten für die Abrechnung der
Computerbenutzung (ideal für Service-Provider); automatische
dynamische Rekonfiguration zur Verbesserung der Uptime; und Hot
Patching zur dynamischen Änderung des Betriebssystems ohne
Herunterfahren des Systems. Ein Web-Install-Werkzeug macht die
Software-Installation sehr einfach. Bereits vorhandene
Solaris-Applikationen sind mit der Solaris 8 Software kompatibel.
Für alle Systeme mit Ultra III oder Ultra IIe ist Solaris 8 unumgänglich.
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Die freien UNIX-artigen Betriebssysteme lassen die Atmosphäre der frühen
UNIX-Jahre um 1975 wieder lebendig werden. Damals
wurde das System von den Entwicklern in den AT&T Bell Laboratories frei an
Universitäten verteilt.
Insbesondere die Computer Science Research Group (CSRG) der Universität von
Berkeley in Kalifornien beschäftigte sich viele Jahre
intensiv mit UNIX und prägte das System in hohem Maße. Das Berkeley-UNIX,
als Berkeley Software Distribution (BSD) verteilt, war in
den achtziger Jahren zeitweise die dominante UNIX-Linie. 3BSD (1979) war das
erste UNIX mit virtuellem Adreßraum, 4.2BSD (1983)
enthielt die TCP/IP-Referenzimplementation und war das erste
,,Internet-Betriebssystem". Die letzte von der CSRG herausgegebene
Version ist 4.4BSD-Lite2 (1995); danach wurde die CSRG aufgelöst. Anders als
die vorhergehenden Versionen ist 4.4BSD-Lite2
komplett frei.
Einige ehemalige Mitarbeiter der CSRG gründeten Berkeley Software Design
Inc. (BSDI) und sorgen so für den kommerziellen Vertrieb
einer Variante des Berkeley-UNIX. Anfang der neunziger Jahre entstanden drei
Projektgruppen, die 4.4BSD-Varianten mit
unterschiedlichen Zielrichtungen weiterentwickeln und frei zur Verfügung
stellen. Das FreeBSD-Projekt will das leistungsfähigste System
bereitstellen und konzentriert sich auf die beiden wichtigsten
Hardware-Plattformen (Intel- und Alpha-Prozessoren). Das NetBSD-Projekt
ist bestrebt, möglichst viele Plattformen zu unterstützen, und das
OpenBSD-Projekt möchte das sicherste UNIX-System entwickeln.
Bei AT&T mündete die Weiterentwicklung von UNIX in das UNIX System V Release
4 (SVR4), das alle wesentlichen Merkmale von
4.3BSD einschloß und zu Beginn der neunziger Jahre als Standard-UNIX
plaziert wurde. Diese Entwicklung ist inzwischen von der Praxis
überholt. AT&T verkaufte UNIX 1993 an Novell. Novell übergab die Rechte am
Markennamen UNIX dem X/OPEN-Konsortium und
verkaufte das System 1995 an The Santa Cruz Operation (SCO). Das ,,echte"
SVR4 lebt heute im SCO Open Server und ist nicht mehr
als ein UNIX-Dialekt unter anderen.
Microsoft vertrieb in den achtziger Jahren Xenix für Intel-PCs, das damals
weitverbreitetste UNIX-Derivat, übergab dieses Geschäft
später an SCO und wurde dafür Teilhaber an dieser Firma. Xenix ging im SCO
UNIX auf.
Die in den achtziger Jahren restriktivere Lizenzpolitik von AT&T brachte
nicht nur BSD in inzwischen auskurierte Schwierigkeiten,
sondern führte auch dazu, daß Minix als Lehrbetriebssystem für Mikrocomputer
enstand. Andrew S. Tanenbaum schrieb mit Minix ein
komplett neues System, das AT&T`s UNIX Version 7 zum Vorbild hatte.
Ausgehend von dieser Idee und angetan von den Möglichkeiten
des damals neuen Intel-80386-Prozessors, der ein richtiges UNIX-artiges
System unterstützen konnte, entstand beginnend mit den
Arbeiten von Linus Torvalds in den neunziger Jahren Linux als UNIX-Nachbau.
Quelle: FreeBSD, Linux & Co. - Freeware-Betriebssysteme, Konrad Heuer;
kheuer@gwdu60.gwdg.de; Januar 1999,
http://gwdu60.gwdg.de/freeunix.html.
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Freie UNIX-Systeme im Vergleich,
Konrad Heuer:

Quelle:
http://gwdu60.gwdg.de/xfig2/history.gif.
Freie UNIX-Systeme im Vergleich,
Konrad Heuer:

Quelle:
http://gwdu60.gwdg.de/xfig2/roots.gif.
Freie UNIX-Systeme im Vergleich,
Konrad Heuer,
http://gwdu60.gwdg.de/xfig2/freeunix.html.
Chronik
Open Systems november 29, 2001,
Éric Lévénez 1998-2001,
http://perso.wanadoo.fr/levenez/unix/.
A4
(PDF)
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