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Chronologie von UNIX
Chronologie : Übersicht
04-Nov-2001/28-Mrz-06
Übersicht
Ken Thompson erstellte 1969 die erste Version von Unix in Assembler
auf der DEC PDP-7, um etwas Textverarbeitung zu betreiben und zu
spielen. Das 1972-1974 in C implementierte System wurde gemeinsam mit
einem C-Compiler kostenfrei an verschiedene Universitäten verteilt - aus
ihr entwickelte sich die BSD-Linie von Unix. AT&T versuchte schließlich
selbst, Unix gewinnbringend zu vermarkten, woraus die System V Linie von
Unix entstand.
In den 1980er Jahren wurde Unix zum dominierenden Betriebssystem an
den Universitäten, und es existierte eine Fülle verschiedenster
Unix-Derivate, die alle in irgendeiner Form von den beiden Hauptlinien
abstammten, womit langsam Bedarf nach Standardisierung entstand.
Die folgende Zusammenstellung gibt nur einen groben Überblick. Es
werden nur die wichtigsten Systeme erwähnt. Diese haben jeweils ihre
eigenen Versionen und ihre eigene Entwicklungsgeschichte.
| Jahr |
Anmerkungen |
| 2000 |
Darwin, Firma Apple, basierend auf Mach
und FreeBSD |
| 1995 |
OpenBSD Projekt, ausgehend von NetBSD |
| 1994 |
Tru64, Nachfolger von OSF/1 |
| 1994 |
FreeBSD 1.0, basierend auf 4.3BSD Net/2
(kurz darauf 2.0 auf 4.4BSDLite) |
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NetBSD 1.0, basierend auf 4.4BSDLite |
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4.4BSDEncumbered und 4.4BSDLite (ohne AT&T
Code) |
| 1992 |
386BSD, Patch für BSD4.3 Net/2 für Intel
Prozessoren |
| 1992 |
Solaris 2.0, Firma Sun Microsystems |
| 1991 |
4.3BSD Net/2, BSD Version ohne AT&T Code,
unvollständig |
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Linux 0.01, Open-Source Kernel von Linus
Torvalds |
| 1990 |
OSF/1, UNIX-Klon der Open Software
Foundation |
| 1988 |
IRIX, Unix-Version der Firma Silicon
Graphics |
| 1987 |
Minix 1.0, Unix-Klon der Vrije
Universität, Amsterdam |
| 1986 |
HP-UX 1.0, Unix Version der Firma Hewlett
Packard |
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A/UX, Unix Version der Firma Apple |
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AIX 1.0, Unix Version der Firma IBM |
| 1985 |
Start des Mach Mikrokernel Projekts an der
Carnegie Mellon University (Kalifornien). |
| 1984 |
Unicos 1.0, Unix-Version der Firma Cray
Supercomputers |
| 1983 |
4.2BSD |
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Coherent, Unix-ähnliches System der Mark
Williams Company |
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Sinix, Unix-Version der Firma Siemens |
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Ultrix, Unix Version der Fa. Digital
Equipment Corporation (DEC) |
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UNIX System V, AT&T |
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Start des GNU Projekts (GNU: Gnu is Not
Unix - GNU ist nicht Unix) |
| 1982 |
SunOS, 1.0 Unix Version der Firma Sun
Microsystems |
| 1981 |
UNIX System III, erste kommerzielle
Version von AT&T |
| 1980 |
3BSD und 4BSD Berkeley Portierung auf VAX
Computer |
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XENIX OS (Unix Version der Firma
Microsoft, später Firma SCO) |
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UNIX 32V Portierung der UNIX V7 auf VAX
Computer |
| 1979 |
UNIX V7 (7th Edition), letzte Version von
AT&T mit freiem Quellcode |
| 1978 |
2BSD - Zweite Berkeley Software
Distribution |
| 1977 |
Erste Berkeley Software Distribution (BSD)
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| 1976 |
UNIX V6 (6th Edition), AT&T |
| 1970-75 |
UNIX V1-V5 Time Sharing System, AT&T |
| 1969 |
UNICS, erste Version, AT&T |
Freie UNIX-Systeme im Vergleich
Die freien UNIX-artigen Betriebssysteme lassen die Atmosphäre der
frühen UNIX-Jahre um 1975 wieder lebendig werden. Damals wurde das
System von den Entwicklern in den AT&T Bell Laboratories frei an
Universitäten verteilt.
Insbesondere die Computer Science Research Group (CSRG) der
Universität von Berkeley in Kalifornien beschäftigte sich viele Jahre
intensiv mit UNIX und prägte das System in hohem Maße. Das
Berkeley-UNIX, als Berkeley Software Distribution (BSD) verteilt, war in
den achtziger Jahren zeitweise die dominante UNIX-Linie. 3BSD (1979) war
das erste UNIX mit virtuellem Adreßraum, 4.2BSD (1983) enthielt die
TCP/IP-Referenzimplementation und war das erste
,,Internet-Betriebssystem". Die letzte von der CSRG herausgegebene
Version ist 4.4BSD-Lite2 (1995); danach wurde die CSRG aufgelöst. Anders
als die vorhergehenden Versionen ist 4.4BSD-Lite2 komplett frei.
Einige ehemalige Mitarbeiter der CSRG gründeten Berkeley Software
Design Inc. (BSDI) und sorgen so für den kommerziellen Vertrieb einer
Variante des Berkeley-UNIX. Anfang der neunziger Jahre entstanden drei
Projektgruppen, die 4.4BSD-Varianten mit unterschiedlichen
Zielrichtungen weiterentwickeln und frei zur Verfügung stellen. Das
FreeBSD-Projekt will das leistungsfähigste System bereitstellen und
konzentriert sich auf die beiden wichtigsten Hardware-Plattformen
(Intel- und Alpha-Prozessoren). Das NetBSD-Projekt ist bestrebt,
möglichst viele Plattformen zu unterstützen, und das OpenBSD-Projekt
möchte das sicherste UNIX-System entwickeln.
Bei AT&T mündete die Weiterentwicklung von UNIX in das UNIX System V
Release 4 (SVR4), das alle wesentlichen Merkmale von 4.3BSD einschloß
und zu Beginn der neunziger Jahre als Standard-UNIX plaziert wurde.
Diese Entwicklung ist inzwischen von der Praxis überholt. AT&T verkaufte
UNIX 1993 an Novell. Novell übergab die Rechte am Markennamen UNIX dem
X/OPEN-Konsortium und verkaufte das System 1995 an The Santa Cruz
Operation (SCO). Das ,,echte" SVR4 lebt heute im SCO Open Server und ist
nicht mehr als ein UNIX-Dialekt unter anderen.
Microsoft vertrieb in den achtziger Jahren Xenix für Intel-PCs, das
damals weitverbreitetste UNIX-Derivat, übergab dieses Geschäft später an
SCO und wurde dafür Teilhaber an dieser Firma. Xenix ging im SCO UNIX
auf.
Die in den achtziger Jahren restriktivere Lizenzpolitik von AT&T
brachte nicht nur BSD in inzwischen auskurierte Schwierigkeiten, sondern
führte auch dazu, daß Minix als Lehrbetriebssystem für Mikrocomputer
enstand. Andrew S. Tanenbaum schrieb mit Minix ein komplett neues
System, das AT&T`s UNIX Version 7 zum Vorbild hatte. Ausgehend von
dieser Idee und angetan von den Möglichkeiten des damals neuen
Intel-80386-Prozessors, der ein richtiges UNIX-artiges System
unterstützen konnte, entstand beginnend mit den Arbeiten von Linus
Torvalds in den neunziger Jahren Linux als UNIX-Nachbau.

Quelle: Konrad Heuer,
gwdu60.gwdg.de/xfig2/history.gif.

Quelle: Konrad Heuer,
gwdu60.gwdg.de/xfig2/roots.gif ("FreeBSD, Linux & Co. -
Freeware-Betriebssysteme", von Konrad Heuer,
<kheuer@gwdu60.gwdg.de>, Januar 1999,
gwdu60.gwdg.de/freeunix.html).
Netmarks
Konrad Heuer: "Freie UNIX-Systeme im Vergleich",
gwdu60.gwdg.de/xfig2/freeunix.html.
Éric Lévénez: "Open Systems", November 29, 2001,
perso.wanadoo.fr/levenez/unix/
A4 (PDF).
Wikipedia.de: "Unix",
de.wikipedia.org/wiki/UNIX.
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