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Streaming Audio

Von Agon S. Buchholz für Wikipedia, 2004.

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27-Feb-2005/09-Jan-06


Übersicht

Als Streaming Audio bezeichnet man eine Variante des Streaming Media, bei der Audiodaten kontinuierlich über ein Computer-Netzwerk übertragen werden. In seiner einfachsten Form kann man sich Streaming Audio als Hörfunk im Internet vorstellen; das Verfahren zählt dann zu den potenziellen neuen Massenmedien.

Das Streaming über das öffentliche Internet bildet jedoch nur eine – wenn auch bedeutende – Sonderform. In der Form des lokalen Streamings ist Streaming Audio dagegen – wie die Stereoanlage – eine Komponente der privaten „Unterhaltungselektronik“.

Streaming Audio ermöglicht so eine Vielzahl personalisierter „Rundfunk“-Programme und -Formate (z.B. diese Internetradio-Angebote), Zugriff auf unbegrenzte Ton- und Musikarchive sowie ausgefeilte Kombinationen mit anderen Multimedia-Technologien zu Web-Präsentationen und Web-Konferenzen. In der Praxis stehen solchen Utopien jedoch etliche rechtliche, wirtschaftliche und technische Hürden entgegen.

Vorteile

Streaming Audio verspricht, insbesondere in seiner Sonderform des Internetradios, ein klassisches Problem des Rundfunks zu lösen: Die Frequenzknappheit. Für Rundfunksendungen sind nur bestimmte Ausschnitte des Frequenzspektrums geeignet, daher ist die Anzahl der terrestrisch realisierbaren Kanäle prinzipiell begrenzt.

Die Frequenznot wird durch Kabel-Verteilsysteme, Satellitenkommunikation und Digitalisierung der Übertragungstechnik zwar verringert, kann aber nie vollständig beseitigt werden. Über das Internet können dagegen unbegrenzt viele „Kanäle“ übertragen werden. Die einzige physikalische Grenze ist die Brutto-Bandbreite der Datenleitungen zwischen Internet-„Sender“ und Internetradio-„Empfänger“. Darüber hinaus wird die verfügbare Bandbreite dynamisch vergeben und damit nur bei Bedarf verbraucht, eine feste Zuteilung von Sendefrequenzen zur dauerhaften Nutzung ist also nicht erforderlich.

Siehe auch ausführlicher: Vor- und Nachteile von Streaming Audio.

Digitale Daten und spezielle Formate

Während der traditionelle Hörfunk analoge Signale aussendet, operiert Streaming Audio ausschließlich mit digitalisierten Daten; diese Signale werden in ein spezielles Format gewandelt, das in Datenpakete zerlegt und über ein Netzwerk übertragen werden kann; eine solche Folge von zusammengehörenden Datenpaketen bezeichnet man als Stream.

Die Wandlung in ein spezielles Streaming-Format wird beim Streaming-Anbieter durch einen so genannten Encoder durchgeführt; dieser ist in erster Linie dafür zuständig, die Datenrate massiv zu verringern, so dass die typische schmalbandige Internet-Anbindung des Heimbenutzers ausreicht: Der digitale Audio-Datenstrom einer Audio-CD (CD-DA) hat eine Datenrate von 176 kByte/s (= 1.408 kBit/s); Modem-Benutzer sind dagegen häufig noch mit etwa 28,8 oder 56 kBit/s mit dem Internet verbunden; auch ein einzelner ISDN-Kanal bietet nur 64 kBit/s, und selbst ein normaler breitbandiger T-DSL-Anschluss mit seinen 1024 kBit/s reicht also nicht aus, um ein Tonsignal in voller CD-Qualität zu empfangen.

Datenkompression

Spezielle psychoakustische Kompressionsverfahren reduzieren die Datenmenge von MP3-Dateien und Streaming-Formaten drastisch; allerdings geht diese für das Audio-Streaming erforderliche Kompression noch deutlich über die von MP3 hinaus. Selbst bei MP3-Dateien sind bei bestimmten Musikstücken noch bei Datenraten von 128 kBit/s störende Verzerrungen hörbar, weshalb die Encodierung mit 192 kBit/s oder höher empfohlen wird.

Da beim Audio-Streaming über das Internet noch deutlich geringere Datenraten benötigt werden – eben so, dass eine möglichst breite Zielgruppe mit schmalbandiger Internet-Anbindung erreicht werden kann –, ist also prinzipbedingt mit einer vergleichsweise schlechten Tonqualität zu rechnen.

Tonqualität

Eine unbefriedigende Qualität des Streaming kritisierte auch eine Studie der US-amerikanischen Firma Keynote Systems aus dem Oktober 2000, die belegte, dass das Internet zu langsam für die Übertragung von Musik und Video via Streaming sei; in der Studie wurde die technische Qualität von Angeboten namhafter Streaming-Anbieter wie MTV, CNN und Tower Records mit DVD-, TV- und CD-Qualität verglichen. Auf der Bewertungsskala erreichte die qualitativ hochwertige DVD die maximal möglichen 10 Punkte, während die Streaming-Angebote mit 1,19 bis maximal 3,46 Punkte die Schlusslichter der Gegenüberstellung bildeten. Als Flaschenhals wurden nicht die Internet-Anbindungen der Endkunden, sondern die Netzwerke der Internetdienstanbieter (ISP) ausgemacht ([1]).

Diese qualitativen Einschränkungen gelten vor allem für die Übertragung von Musik, bei menschlicher Sprache reichen geringere Datenraten aus. Weitgehend bedeutungslos sind die Beschränkungen des Internet-Streamings dagegen beim lokalen Streaming, also beispielsweise vom heimischen PC auf die Stereoanlage; hier stehen volle Netzwerkbandbreiten im Bereich von zehn bis 100 MBit/s zur Verfügung, die qualitativ hochwertige Audio-Streams erlauben.

Seit dem Keynote-Test wurde das Internet ausgebaut, die interkontinentalen Verbindungen erweitert und das Peering zwischen den Anbietern verbessert; nicht zuletzt etablierten sich auch im mitteleuropäischen Raum für große Nutzerschichten breitbandige Anbindungen des heimischen PCs, wie sie in den USA bereits seit Jahren durch Kabelmodems und verschiedene DSL-Technologien üblich waren. Die von Keynote im Jahr 2000 kritisierten qualitativen Einbußen beim Internet-Streaming haben sich verringert und erreichen mittlerweile eine Tonqualität, die durchaus mit einem einfachen UKW-Radio konkurrieren kann. Heute begrenzen nur noch wenige Internetradios ihre Streaming-Datenrate auf 64 kBit/s oder weniger, das Grundproblem bleibt jedoch auch weiterhin bei stark frequentierten Streaming-Audio- und den meisten Streaming-Video-Angeboten erhalten.

Technik

Die zu streamenden Daten können entweder über einen normalen Webserver ausgeliefert werden (HTTP-Streaming), oder über einen speziellen Streaming-Server mit erweiterten Möglichkeiten. Der Hörer benötigt eine Software (Streaming-Client) oder ein streamingfähiges Gerät, welches die Datenpakete wieder zusammenfügt und die Angebote navigierbar macht (Senderauswahl, Starten und Stoppen des Streams etc.).

Da jegliches Streaming ein verfügbares Netzwerk voraussetzt, muss der Streaming-Audio-Hörer entweder einen Streaming-Anbieter in seinem lokalen Netz haben, oder für die Dauer des Stream-Hörens mit dem Internet verbunden sein.

Differenzierungsbereiche

Jedes Streaming-Verfahren ist zu unterscheiden vom Download von Dateien, bei dem sich während des Herunterladens ein mehr oder minder deutlicher Zeitversatz ergibt; diese Verzögerung kann – je nach Dateigröße – zwischen wenigen Sekunden und etlichen Stunden liegen. Solche Musik-Downloads sind beispielsweise über kommerzielle Bezahldienste, aber auch über partiell illegale Peer-to-Peer-Netzwerk möglich.

Streaming Audio ist auch abzugrenzen von Streaming Video, also der Übertragung von Bilddaten; in diesem Bereich gelten aufgrund der höheren Datenrate von digitalisierten Bewegtbildfolgen noch höhere Ansprüche an die verfügbare Bandbreite als für reine Audio-Übertragungen.

Das Live-Streaming unterscheidet sich für den Endbenutzer in der Praxis kaum von einem konventionellen Hörfunkprogramm. Der Benutzer benötigt lediglich andere Endgeräte – im Regelfall wird dies ein Personal Computer und eine möglichst breitbandige Internet-Anbindung sein – und erhält dafür ein potenziell erheblich vielfältigeres Spektrum an Internetradio-„Sendern“. Erkauft wird dieser Mehrwert vor allem mit einem drastischen Verlust an Mobilität: Ein PC mit Netzanschluss ist eben empfindlicher, schwerer und weniger portabel als ein Kofferradio.

Eine größere Programmvielfalt bietet das On-demand-Streaming, bei dem der Endbenutzer gezielt und zeitversetzt auf archivierte Programmbeiträge zurückgreifen kann. Theoretisch wäre so eine universelle Jukebox Millionen von Musikstücken und Wortbeiträgen realisierbar, in der Praxis wird diese Utopie jedoch durch wirtschaftliche Verwertungsinteressen und rechtliche Schranken verhindert. Die Realität des On-demand-Streaming begrenzt sich daher auf verstreute Programmauszüge, die sich der Streaming-Hörer aktiv mit Hilfe von Multimedia-Suchmaschinen zusammensuchen muss.

Ausgefeilte Kombinationen von Streaming Audio mit anderen multimedialen Elementen zu Web-basierten Präsentationen oder Konferenzen gehen i. d. R. über die Fähigkeiten einfacher Streaming-Geräte hinaus und setzen proprietäre Streaming-Clients und einen Computer voraus. Die Möglichkeiten solcher Kombinationen gehen dann auch weit über einfache Hörfunk- oder Fernsehangebote hinaus, sind jedoch außerordentlich kostspielig in der Produktion und werden daher nur noch selten realisiert.

Einsatzgebiete und Anwendungen

Siehe Einsatzgebiete und Anwendungen von Streaming Audio.

Funktionsweise und Verfahren

Siehe Funktionsweise und Verfahren von Streaming Audio.

Vor- und Nachteile

Siehe Vor- und Nachteile von Streaming Audio.

Rahmenbedingungen

Siehe Rahmenbedingungen des Streaming Audio.

Geschichte und Entwicklung

Siehe Geschichte und Entwicklung des Streaming Audio.

Siehe auch

  • Streaming-Media, Streaming Video
  • Internetradio (Webradio)
  • Rundfunk und Hörfunk
  • Radiosender und Radiosendung
  • Rundfunkgeschichte
  • Tonaufzeichnung, Tonbandgerät, Kassettenrekorder, Digital Audio Tape, Mini Disc, Speichermedium
  • Tonstudio
  • Peer-to-Peer und Tauschbörse

Literatur

Deutschsprachig

Gerald Himmelein: Störungsfreie Ströme. Audio-Streams trotz geringer Bandbreite lückenlos genießen (Praxis). In: c't 7/2002, S. 216

Tobias Künkel: Streaming Media in der Praxis. Technologien, Standards, Anwendungen. Addison-Wesley 2001. ISBN 3827317983

Jürgen Mayer (Hrsg.): Streaming Media. Internet bewegter, bunter, lauter (new technology). Markt + Technik 2001. ISBN 3827261430 (Website)

Klaus J. Schäfer, Andreas Hensel, Franz Lehner: Video- und Audio- Streaming im Internet. Universität Regensburg. ISBN 3932345924

Axel Zerdick, Arnold Picot, Klaus Schrape et al.: Die Internet-Ökonomie. Strategien für die digitale Wirtschaft (European Communication Council Report). Berlin, Heidelberg, New York u.a.: Springer 1999. ISBN 3-540-64915-8

Englischsprachig

José Alvear: Web Developer.com Guide to Streaming Multimedia. New York. Chichester, Weinheim u.a.: Wiley 1998. ISBN 0-471-24822-3

Eyal Menin: The Streaming Media Handbook. Prentice Hall 2002. ISBN 0130358134

Peggy Miles: Internet Guide to Webcasting. New York. Chichester, Weinheim u.a.: Wiley 1998. ISBN 0-471-24217-9

Jeannie Novak und Pete Mankiewicz: Web Developer.com Guide to Producing Live Webcasts. New York. Chichester, Weinheim u.a.: Wiley 1998. ISBN 0-471-29409-8

Michael Topic: Streaming Media Demystified. McGraw-Hill 2002. ISBN 007138877X

Netmarks

Audiovisuelle Medien im Netz (Skriptum zu der Lehrveranstaltung Medientechnik 3 an der FH-Hagenberg von Max Baur) – ein sehr ausführliches und detailliertes Vorlesungsmanuskript, das u. a. intensiv auf Streaming Media Codecs und das Publizieren von Realmedia-Dateien eingeht,
www.cheapkarma.de.

Formate und Möglichkeiten im Überblick: Die ersten Schritte zum eigenen Webradio (Radiosites.de),
www.radiosites.de/senden.shtml.

Streaming Audio @ Internet und Tonqualität: Wie weit sind wir heute? (von Wolfgang Zieglmeier, Berichtsband 20. Tonmeistertagung Karlsruhe, 20. - 23. November 1998, pp. 1101 - 1109),
radio.irt.de/aida/docs/TMT98int.pdf (PDF-Datei).

Quelle und Lizenz

Ein Teil dieses textes basiert auf einem Artikel aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie.

Artikel | Drucken | Bearbeiten | Diskutieren | Versionen | Backlinks.
Stand: 13:29, 4. Feb 2005.
Lizenz: GNU-Lizenz für freie Dokumentation.

Anmerkungen

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ritrovamento del cant l'alberino. my2MESSAGEAug 16, 15:33
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