Erfahrungsbericht zur (Un-)
Sicherheit von Ebay.
Von Agon S. Buchholz
- Juni 2003 bis Dezember 2004.In diesem Erfahrungsbericht schildere
ich eine Reihe von unerwünschten
Begegnungen mit der (Un-)
Sicherheit von Ebay zwischen Juni und Dezember 2003 (siehe
Chronologie).
Ein mir
unbekannter Betrüger hat zwischen Juni und September 2003 über 120 Auktionen
unter Missbrauch meiner Identitätsdaten und Duldung durch
Ebay durchgeführt
und dabei meinen Namen, meine Adresse und meine Telefonnummer
verwendet zu haben -- jedoch einen mir unbekannten Ebay- Account,
eine mir unbekannte E-Mail- Adresse sowie ein mir ebenfalls
unbekanntes Bankkonto -- also wohl ein klassischer
Identitätsdiebstahl.
Im weiteren Verlauf musste ich feststellen, dass Ebay Deutschland
keinen Finger rührt, um in diesem Fall zu ermitteln; jegliche
Unterstützung bei den Recherchen nach dem Auktionshergang wurde
verweigert; effektiv unternahm Ebay alles nötige, um die Identität
des Betrügers zu verschleiern, seine Spuren zu verwischen und die
Aufklärung dieses Betrugs und Identitätsdiebstahls zu erschweren;
dieses Verhalten widerspricht geradezu diametral dem Bild, das
Ebay über Ebay zeichnet.
Darüber hinaus sicherte mir Ebay noch im Juni 2003 per
E-Mail zu, meinen
Adressdatensatz und alle damit verbundenen Ebay- Accounts gesperrt
zu haben, was sich im August und September als Unwahrheit
herausstellte: Nach derselben Masche wie beim ersten Betrugsfall zog
vermutlich derselbe Betrüger insgesamt 117 weitere Auktionen unter
meinen Identitätsdaten durch -- völlig ungestört vom sogenannten
Ebay-Sicherheitsteam.
Daher kann ich mit einiger Berechtigung von einer Duldung der
Betrügereien durch Ebay sprechen.
Bei den letzten 117 Auktionen wurden die gutgläubigen Käufer um Beträge zwischen
jeweils etwa EUR 15,- und EUR 250,- betrogen; all diese
Fälle hätten vermieden werden können, wenn Ebay meine Beschwerde vom
Juni 2003 tatsächlich bearbeitet hätte. Auch die sechs Betrugsfälle
der ersten Auktion hätte Ebay verhindern können, wenn Ebay zumindest
bei den Verkäufern eine Identitätsfeststellung durchführen würde.
Da Ebay an jeder Transaktion mitverdient stellt sich die Frage,
ob Ebay derartige Betrugsfälle aus Unfähigkeit nicht verhindern
kann, oder aus finanziellem Eigeninteresse nicht verhindern will.
Die Tatsache, dass Ebay Ende Dezember versuchte, über eine
Inkasso-Kanzlei »Einstellgebühren
und gegebenenfalls Verkaufsprovision« bei mir wider
besseres Wissen und trotz der Meldung des Identitätsdiebstahls im
Juni 2003 einzutreiben, werte ich als Indiz für dieses finanzielle
Eigeninteresse von Ebay ungeachtet der Rechtslage. Man versucht,
Geld unter allen Umständen und ungeachtet der Rechtslage
einzutreiben, selbst wenn es sich um einen Betrugsfall handelt, in
dem die Behörden bereits ermitteln.
Darüber hinaus musste ich
wiederholt feststellen, dass Ebay den
Datenschutz mit zweierlei Maß
misst: Je
nach Bedarf pocht man auf Einhaltung des Datenschutzes, wenn man keine
Informationen herausgeben will, oder man wirft mit persönlichen Daten
von "Kunden" unter Missachtung aller datenschutzrechtlichen Vorschriften nur so um
sich, wenn es um die Wahrung der eignen Interessen geht -- das
jedenfalls sind meine persönlichen Erfahrungen mit Ebay als jemand, der
nie etwas ge- oder verkauft hat über diese Auktionsplattform.