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Erfahrungsbericht zur (Un-) Sicherheit von Ebay
Auktionen : Ebay
: Schufa-Auskunft : Übersicht
19-Jan-2004/17-Jan-07
[Changelog - aktuelle Änderungen]
Übersicht
SCHUFA Holding AG
Die SCHUFA Holding AG (früher SCHUFA e. V.) ist eine
privatwirtschaftlich organisierte Auskunftei, die von der kreditgebenden
Wirtschaft getragen wird. Sitz der SCHUFA Holding AG ist Wiesbaden. Es
gibt acht regionale SCHUFA-Gesellschaften. Geschäftzweck der SCHUFA ist
es, ihre Vertragspartner vor Kreditausfällen zu schützen; dies trägt
zudem zum Schutz der Verbraucher vor Überschuldung bei. Die SCHUFA ist
im Besitz von 317 Millionen Einzeldaten von 59 Millionen natürlichen
Personen. Es sind 621 Mitarbeiter bei der SCHUFA beschäftigt (Stand:
Ende 2002).
Anteilseigner an der SCHUFA Holding AG
- 33,7 % Spezialkreditinstitute
- 25,1 % Sparkassen
- 20,0 % Privatbanken
- 6,5 % Genossenschaftsbanken
- 14,7 % Handel und Andere
Beteiligungen der SCHUFA Holding AG
- Insiders GmbH (Softwarehaus in Mainz) 25,1 %
- Bad Homburger Inkasso GmbH 25,1 %
- Invests Solutions GmbH 24,8 %
- SCHUFA EXEC GmbH 50 %
- KSV Kreditschutz-Vereinigung (operatives Geschäft zum 31.
Dezember 2002 eingestellt) 90 %
Entwicklung der SCHUFA
Dr. Walter Meyer, Prokurist beim Stromanbieter BEWAG in Berlin, sein
Bruder, der Rechtsanwalt Dr. Kurt Meyer und Dr. Robert Kauffmann gründen
1927 die "Schutzgemeinschaft für Absatzfinanzierung und Kreditsicherung"
in Berlin. In der Folge entstehen 13 weitere regionale SCHUFA
Gesellschaften in ganz Deutschland. 1952 wird die BUNDES-SCHUFA e.V. von
den 13 nach dem 2.Weltkrieg in Westdeutschland wiedererstandenen
Regionalgesellschaften gegründet.
In den 1970ern wird Schufa-Kartei auf EDV umgestellt und fällt unter
das 1977 beschlossene Bundesdatenschutzgesetz. Auf Initiative des
Berliner Verbraucherschutzvereins erlässt der Bundesgerichtshof 1985 das
"SCHUFA-Urteil" wonach sich die Kunden mit der Übermittlung ihrer Daten
an die SCHUFA einverstanden erklären müssen (SCHUFA-Klausel).
Im Jahr 2000 wird die Bundes-Schufa e.V. umgewandelt in die
SCHUFA-HOLDING AG und 2002 werden die Anteile der acht
Regionalgesellschaften auf die SCHUFA HOLDING AG übertragen.
Bei der Schufa gespeicherte Daten
Die SCHUFA ermittelt nicht selbst Daten. Vertragpartner der SCHUFA
müssen Daten über ihre Kunden an die Schufa liefern. Teilweise stammen
die Daten auch aus öffentlichen Quellen (Schuldnerverzeichnisse der
Amtsgerichte).
Neben Name, Geburtsdatum, gegenwärtige und frühere Anschriften
speichert die SCHUFA Positivmerkmale (Daten über Aufnahme und
vertragsgemässe Abwicklung von Geschäftsbeziehungen) und Negativmerkmale
(Daten über nichtvertragsgemässes Verhalten und gerichtliche
Vollstreckungsmasssnahmen). Positivmerkmale dürfen der Schufa nur mit
Zustimmung des Kunden übermittelt werden (SCHUFA-Klausel).
Negativmerkmale dürfen auch ohne Einwilligung des Verbrauchers
übermittelt werden.
Postivmerkmale:
- Kontoanträge und Daten über Girokonten
- Ausgegeben Kreditkarten
- Kreditanträge und Daten über Kredite
- Leasinggeschäfte
- Bürgschaften
Negativmerkmale:
- Mahnbescheide
- Vollstreckungmaßnahmen
- Scheckkartenmißbrauch
- Scheckrückgabe mangels Deckung
- Kündigung des Girokontos wegen mißbräuchlicher Nutzung
- Kündigung von Konsumentenkrediten wegen Zahlungverzugs mit
mindestens zwei Raten
Die Höhe des Einkommens wird zwar nicht direkt gespeichert, jedoch
wird mit den Kontodaten auch die Höhe des Überziehungskredits
gespeichert welche in der Regel dem dreifachen des monatlichen
Nettoeinkommens entspricht.
Geschäftspartner der SCHUFA, Datenweitergabe, Eigenauskunft und Scoring
Die Geschäftspartner der Schufa werden in drei Kategorien unterteilt:
- A-Vertragspartner (Kreditkartenunternehmen, Kreditinstitute und
Leasinggesellschaften), erhalten Positiv- und Negativmerkmale
- B-Vertragspartner (Nicht-Banken: Handel, Versandhandel ,
Versicherungen, E-Commerce) erhalten Negativmerkmale
- C-Vertragspartner (Inkassounternehmen) erhalten Adressdaten
(auch von Verbrauchern die keine SCHUFA-Klausel unterschrieben haben
und von denen keine Negativmerkmale gespeichert sind kann die SCHUFA
oft die Adresse ermitteln, z.B. wenn ein Verbraucher bei einer Bank
ein Sparbuch oder ein Depot besitzt).
Das Internet-Auktionshaus Ebay nutzt die Schufa-Auskunft seit März
2003 beispielsweise zur Identitätsfeststellung bei der Neueröffnung von
Ebay-Accounts.
Laut Geschäftsbericht (2002) erhalten ca. 2000 Vertragspartner aus
dem Bereich Banken A-Daten (Positiv- und Negativmerkmale).
Marktabdeckung ist hier nahe 100 % bei Privatbanken und zwischen 85 und
90 % bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Ca. 2500 Vertragspartner
aus dem Bereich Nicht-Banken erhalten B-Daten (Negativmerkmale)
Laut Bundesdatenschutzgesetzt hat jede Person das Recht auf eine
Auskunft über die bei der SCHUFA über ihn gespeicherten Daten und das
Recht fehlerhafte Daten korrigieren zu lassen. Kostenlos erteilen die
SCHUFA-Geschäftstellen Auskunft, allerdings nur mündlich. Die
schriftliche Eigenauskunft kostet gegenwärtig 7,60 €.
Die Schufa bietet Ihren Vertragspartnern auch einen Scoring-Wert an.
Das ist ein Wert von 0 bis 1000 der dem jeweiligen Verbraucher
zugeordnet wird und gibt die Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalles
an. Je niedriger der Wert, desto grösser die Ausfallwahrscheinlichkeit.
In den Scoring-Wert gehen unter anderem die Anzahl der Wohnungswechsel,
Anzahl der Bankkonten, "guter" oder "schlechter" Wohnort ein. Auch
öfteres Einholen einer Eigenauskunft bei der SCHUFA hat negativen
Einfluss auf den Scoring-Wert. Der Scoring-Wert ist nicht in der
Eigenauskunft erhalten, und kann vom Verbraucher deswegen nicht erfahren
werden.
Kritik an der SCHUFA
Die SCHUFA nimmt unter den Auskunfteien durch ihre Beziehung den
Banken und zur sonstigen kreditgebenden Wirtschaft und durch den Umfang
ihrer Daten - der letztendlich daher rührt, dass es in Deutschland nur
schwer möglich ein Bankkonto ohne Unterzeichnung der SCHUFA-Klausel zu
erhalten - eine herausgehobene Stellung ein. Zwar gibt es bei
Guthabenkonten kein Verpflichtung die SCHUFA-Klausel zu unterschreiben,
solche Guthabenkonten werden von den Kreditinstituten für Erwachsene
aber meist nicht angeboten. Begründet wird das "SCHUFA-System" mit
Hinweis das es nicht nur der kreditgebenden Wirtschaft nützt, sondern
auch den Verbraucher vor Überschuldung schützt, was allerdings als
Entmündigung des Verbrauchers kritisiert werden muss.
Kritik an der SCHUFA kommt vor allem von Verbraucherschutzverbänden
und Datenschützern.
Kritisiert wird:
- Unzulässige Gefälligkeitsabfragen von SCHUFA-Daten z.B durch
einen bei einem SCHUFA-Vertragspartner beschäftigten Bekannten sind
nicht zuverlässig zu verhindern. So berichtet das Unabhängigen
Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein in seinem 24.
Tätigkeitsbericht über einen Fall, bei dem ein Geschäftmann
letztendlich über eine Wohnungsverwaltungsgesellschaft, welches
Vertragpartner der SCHUFA ist, unberechtigterweise SCHUFA-Daten
erhielt.
- Berechnung des Scoring-Wertes ist undurchsichtig und wird von
der SCHUFA nicht offengelegt und der Score-Wert ist in der
Eigenauskunft nicht enthalten; beispielsweise soll bereits das
alleinige Einholen einer Eigenauskunft bereits als negatives Merkmal
in das Scoring einfliessen. Nach Meinung des des Unabhängigen
Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) ist das
Scoring-Verfahren rechtswidrig solange der Betroffene nicht vorher
eingewilligt hat was nach Meinung des ULD mit der Einwilligung in
die SCHUFA-Klausel nicht gegeben ist. Ein Urteil vom 27. Juni 2001,
welches ein Kaufmann beim Amtsgericht Hamburg gegen die SCHUFA
erwirkte (Az. 9 C 168/01) verbietet dieser den Scoring-Wert des
Klägers weiterhin an die SCHUFA-Vertragspartner zu übermitteln.
- Die Rechtmässigkeit des Entgelts der schriftliche Eigenauskunft
in Höhe von 7,60 € wird von manchen Verbraucherschützern
angezweifelt. Tatsächlich verurteilte das Landgericht Berlin die
SCHUFA (Az.: 14 O 417/97; Urteil v. 14. Januar 1999) an einen Kläger
6 € zurückzuzahlen, da das Entgelt für die Eigenauskunft laut § 34
Abs. 5 BDSG nur die tatsächlich anfallenden Kosten abdecken darf.
Die mündlich Eigenauskunft ist zwar kostenlos, aber nur an den in
wenigen grösseren Städten vorhandenen SCHUFA-Geschäftsstellen
erhältlich.
- Angesichts der Bestrebungen der SCHUFA sich neue Geschäftsfelder
im Bereich Wohnungswirtschaft, Versicherungswirtschaft und
Inkassounternehmen zu erschliessen warnten der
Bundesdatenschutzbeautragte und einige Landesdatenschutzbeauftragte
in einer gemeinsamen Presseerklärung (15. Mai 2003) vor einer
Entwicklung der SCHUFA zu einer privatwirtschaftlich organisierten
Zentraldatei. Laut Presseerklärung führt jede weitere Datenquelle
"zu einem detaillierteren Persönlichkeitsprofil des betroffenen
Menschen. Die gläserne Bürgerin und der gläserne Bürger würden damit
Realität"
Quellennachweis und Copyright
Wikipedia - SCHUFA Holding AG.
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Stand: 9. Januar 2004 13:52.
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