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Komponenten einer Firewall

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Erstellt/bearbeitet: 30-Sep-2005/02-Feb-06
Systemzeit: Montag, 01.12.2008, 18:41:35.

Kefk Network : Security : Netzwerksicherheit : Firewall : Komponenten


Übersicht

Eine Firewall besteht aus verschiedenen Komponenten bzw. Ebenen, auf denen sie ihre Schutzwirkung entfalten soll.

Paketfilter

Für vergleichsweise einfache Aufgaben wie das Vergleichen von Quell- und/oder Zieladresse der Pakete, die die Firewall passieren, ist der Paketfilter zuständig. Er hat die Aufgabe, bestimmte Filterungen oder Reglementierungen im Datenverkehr vorzunehmen.

Wenn man sich das Internet als eine gigantische Ansammlung von Häusern vorstellt, dann stellen die IPs sozusagen die Hausnummern dar. Unter einer bestimmten Internet-»Hausnummer« kann man nun direkt mit einem Rechner kommunizieren, egal wo sich dieser Rechner befindet. In den einzelnen »Etagen« dieser vernetzten Rechner wohnen die verschiedenen Dienste wie HTTP, FTP oder SSH. Die einzelnen Etagen sind mit einer Nummer gekennzeichnet, die man auch Port nennt.

Ein Paketfilter kann nun verschiedene Ports (»Etagen«) für die Besucher aus dem Internet sperren, d. h. jede Verbindung aus dem Internet wird bereits an der »Haustür« abgewiesen. Durch die entsprechende Konfiguration einer Firewall kann so ein Rechnernetz vor Angriffen und/oder Zugriffen geschützt werden.

Ein Paketfilter definiert Regeln, welche festlegen, ob einzelne oder zusammenhängende Pakete das Zugangsschutzsystem passieren dürfen oder abgeblockt werden. Eine solche Regel wäre zum Beispiel: verwerfe alle Pakete, die von der IP-Adresse 1.2.3.4 kommen. Eine solche Regel ist programmtechnisch einfach zu implementieren: es ist nur ein Zahlenwert zu vergleichen. In der Praxis ist die Umsetzung jedoch schwieriger, da es Millionen von IP-Adressen gibt und die »Übeltäter« häufig das »Wohnhaus«, also ihre IP-Adresse, wechseln.

Für einen wirklichen Schutz ist der Verwaltungsaufwand also zu groß. Deshalb geht man oft den umgekehrten Weg und stellt folgende Regel auf: Lasse nur Pakete durch, die von der IP-Adresse 2.3.4.5 kommen. Prinzipiell ist dies aber auch kein wirklich sicherer Weg, da ein Übeltäter die Hausnummer ohne größere technische Probleme fälschen kann. Eine sichere Kommunikation z.B. zwischen Firmennetzen ist nur möglich, wenn Protokolle verwendet werden, die eine Autorisation und Authentifikation der beteiligten Benutzer oder Systeme vornehmen. Dies kann beispielsweise mit virtuellen privaten Netzwerken geschehen.

DSL-Router übernehmen normalerweise die Routing-Funktionalität und können Zugriffe aus dem Internet auf das lokale Netz blockieren (Portfilter-Funktionalität). Mit Hilfe von NAT ist es möglich, mehrere Rechner an einem DSL-Modem zu betreiben. Einen Content-Filter enthalten solche Produkte zumeist nicht.

Erweiterter Paketfilter: Stateful Inspection

Als Stateful Inspection (»zustandsgesteuerte Filterung«) bezeichnet man eine Methode zur Erweiterung der Funktion eines Paketfilters. Die Schwäche eines einfachen Paketfilters besteht darin, dass jedes Paket einzeln betrachtet wird und nur anhand der Informationen in diesem einen Datenpaket entschieden wird, ob es gültig ist oder nicht. Stateful inspection merkt sich dagegen den Status einer Verbindung und kann ein neues Datenpaket einer bestehenden Verbindung zuordnen. Diese Information kann als weiteres Filterkriterium herangezogen werden. Im Gegensatz zu einem Proxy wird aber die Verbindung selbst nicht beeinflusst.

Beispiel für die Vorteile von Stateful Inspection:

Kommuniziert ein Rechner A mit einem Rechner B über einen einfachen Paketfilter, so muss dieser zwei Verbindungen erlauben (NAT und ähnliches weggelassen):

  • Quelle A nach Ziel B
  • Quelle B nach Ziel A (für die Antwortpakete)

Das bedeutet, dass beide Rechner die Kommunikation aufnehmen können, da es keine Möglichkeit gibt zu klären, wer anfangen darf.

Bei Stateful Inspection wird nur eine Regel benötigt (bzw. die zweite wird implizit hinzugefügt):

  • Quelle A nach Ziel B

Der Paketfilter merkt sich, dass Rechner A mit Rechner B kommuniziert und erlaubt auch Antworten darauf von Rechner B an Rechner A. Rechner B kann aber nicht beginnen. Im Normalfall wird auch auf Quell- und Zielport getestet (diese dürfen sich nicht mehr ändern, damit sie zur gleichen Verbindung gehören) und somit die Kommunikation auf genau eine mögliche Kommunikation beschränkt.

Noch weitergehende Systeme prüfen zusätzlich, ob ein Paket zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Kommunikation überhaupt erlaubt ist (zum Beispiel weitere Pakete schicken, obwohl der andere Teilnehmer die Kommunikation bereits abgeschlossen hat).

Content-Filter

Eine Firewall kann nicht nur auf der niedrigen Ebene des Paketfilters arbeiten, sondern auch komplexere Aufgaben übernehmen. Ein Content-Filter überprüft zum Beispiel die Inhalte der Pakete und nicht nur die Meta-Daten der Pakete wie Quell- und/oder Zieladresse.

Aufgaben eines Content-Filters können beispielsweise sein:

  • Herausfiltern von ActiveX und/oder JavaScript aus angeforderten HTML-Seiten;
  • Filtern/Kennzeichen von Spam-Mails;
  • Löschen von Viren-Mails;
  • Herausfiltern von vertraulichen Firmeninformationen (z.B. Firmenbilanz).

Die meisten Systeme lassen nur die Definition von sehr einfachen Regeln zu; das Problem ist aber prinzipiell sehr komplex und das Konzept ist eventuell technisch nicht vollständig umsetzbar (soll z.B. wirklich sicher und vollständig vertrauliche Informationen aus dem Datenverkehr zu nicht autorisierten Systemen herausgefiltert werden, so müsste u.a. das technische Problem gelöst werden, wie vertrauliche steganographische oder verschlüsselte Informationen erkannt und gefiltert werden soll.

Trotz der in aktuellen Firewall-Systemen recht einfach gestalteten Regeln, kann deren Ausführung sehr komplex werden: häufig müssen einzelne Pakete zusammengesetzt werden, damit der betrachtete Datenverkehr (z.B. HTML-Seite) als Ganzes erkannt, durchsucht und eventuell verändert werden kann. Anschließend muss der Datenverkehr wieder in einzelne Pakete zerteilt werden und kann dann weitergeschickt werden.

Üblicherweise ist das Löschen von Viren-Mails die Aufgabe von Mail-Gateway und/oder Virenscannern. Virenscanner durchsuchen u.a. den gesamten ausgehenden und eingehenden Datenstrom nach Viren und löschen diese bei positivem Befund. Typischerweise ist dies nicht Aufgabe einer Firewall. Entsprechendes gilt für Spam-Mails, für die Spam-Filter zuständig sind.

Proxy

Viele Firewallsysteme besitzen einen oder mehrere integrierte transparente Proxies, die für Client und Server weitgehend unbemerkbar sind und von der Firewall automatisch auf entsprechende Verbindungen angewendet werden.

Aufgabe dieser Proxies ist die (vereinfachte) Realisation der Protokollvalidierung und Anpassung (i. S. einer Normalisierung oder definierten Beschränkung) der übertragenen Protokollkommunikation zur Reduktion der Angriffsfläche auf Applikationsebene oder dem gezielten Sperren bestimmer Protokolltransaktionen (z.B. gezielte Verhinderung von Port Mode FTP).

Firewallsysteme unterscheiden sich stark in der Anzahl und Art der von Proxies unterstützten Protokolle (z.B. FTP, DNS, HTTP, SMTP, SQL*Net, POP3, MS-RPC usw.) sowie ggf. vorhandenen Konfigurationsmöglichkeiten für diese Proxies. Ohne Proxy-Konzept sind die Möglichkeiten der Protokollnormalisierung sehr begrenzt, da ein aktives Eingreifen in den Datenstrom sich auf Verbindungsabbruch/Blacklisting beschränkt. Viele Firewalls mit Proxy können darüberhinaus Protokolloptionen anpassen, etwa in einer SMTP-Transaktion kein BDAT, VRFY o.ä. zulassen.

Application-Level-Firewall

Als Application-Level-Firewall Ist eine Firewall, welche auf der Applikationsschicht (Layer 7) des ISO-OSI-Modells arbeitet. Eine Firewall, welche den Inhalt von angeforderten HTML-Seiten vor der Auslieferung beispielsweise auf Viren überprüft, ist ein Beispiel für eine Application-Level-Firewall.

Menschliche Komponente

Die Sicherheitsexperten Garfinkel und Spafford warnen vor Bedrohungen durch die sog. menschliche Komponente und einer Überschätzung der Schutzwirkung einer Firewall:

»Because firewalls are frequently misused, we are ambivalent about them. We have too often seen firewalls as a substitute for real problem fixing. And because many attacks come from disgruntled or dishonest employees, and not from outsiders, firewalls divert attention from the real problems of network and host vulnerabilities, poor planning, and lack of organizational policies. Thus, firewalls often improve security only a small amount and, in the process, give their owners a false sense of security. [...] Thus, a firewall should only be used to gain additional security that works in conjunction with internal controls-and never as a replacement for them« (Simson Garfinkel, Gene, Spafford: Web security & commerce. Sebastopol, CA : O'Reilly 1997. ISBN 1565922697. S. 21).

Literatur

Wolfgang Barth: Das Firewall-Buch. Grundlagen, Aufbau und Betrieb sicherer Netzwerke mit Linux. Millin-Verl., Poing, 2004, ISBN 3-89990-128-2

William R. Cheswick u.a.: Firewalls and internet security. Repelling the Wily Hacker'. Addison-Wesley, Boston, Mass., 2003, ISBN 0-201-63466-X

Stefan Strobel: Firewalls und IT-Sicherheit. Grundlagen und Praxis sicherer Netze. dpunkt-Verl., Heidelberg, 2003, ISBN 3-89864-152-X

Elizabeth D. Zwicky u.a.: Einrichten von Internet Firewalls. O'Reilly, Beijing 2001, ISBN 3-89721-169-6

(Bestellen)

Siehe auch

Netmarks

Open Directory: Firewallprodukte,
dmoz.org/Computers/Security/Firewalls/Products (englischsprachig)

de.comp.security.firewall FAQ,
www.iks-jena.de/mitarb/lutz/usenet/Firewall.html.

Quelle und Lizenz

Textquellennachweise:
Ein Teil dieses Textes basiert auf einem Artikel aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie.
Artikel | Bearbeiten | Diskutieren | Drucken | Versionen | Autoren | Backlinks.
Stand: 23:09, 26. Sep 2005 (Permalink).
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