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Firewall
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Erstellt/bearbeitet: 30-Sep-2005/02-Feb-06
Systemzeit: Mittwoch, 20.08.2008, 12:10:36.
Kefk Network : Security : Netzwerksicherheit : Firewall
Übersicht
Als Firewall (»Brandschutzmauer«) bezeichnet man eine
Software- und/oder Hardwarelösung, die ein Computernetzwerk oder einen
einzelnen Computer vor unerwünschten Zugriffen aus einem unsicheren
Netzwerk schützen soll. Professionelle Firewalls werden beispielsweise
im Rahmen umfangreicher
Sicherheitskonzepte für die Absicherung von Unternehmensnetzwerken
eingesetzt.
Grundsätzlich muß jede Firewall individuell an das jeweils zu
schützende Umfeld angepasst werden; ein fertiges Produkt oder eine
sofort funktionsfähige »Black Box« kann es somit nicht geben. Neben der
einmaligen Grundkonfiguration der Firewall an das jeweilige
Netzwerk muss das Schutzsystem kontinuierlich überwacht, aktualisiert
und modifiziert werden; der Betrieb einer Firewall ist also ein
Prozess, der als
Firewalling
bezeichnet wird.
Ansatz
Firewalls sitzen an den Schnittstellen zwischen einzelnen Netzen oder
Computersystemen und kontrollieren den Datenverkehr zwischen den
Teilbereichen, um ungewünschten Verkehr zu verhindern und nur den
gewünschten Verkehr passieren zu lassen. Der häufigste Einsatz einer
Firewall besteht darin, den Verkehr zwischen einem lokalen Netz (LAN) und
dem Internet zu kontrollieren. Ein komplexes Szenario stellt eine
mehrstufige Firewall mit einer »demilitarisierten Zone« (Demilitarized
Zone, DMZ) dar.
Prinzipiell besitzt dementsprechend eine Firewall zwei wesentliche
Aufgaben:
- Unterbinden von ungewolltem Datenverkehr von externen
Computersystemen zum geschützten Bereich
- Unterbinden von ungewolltem Datenverkehr vom geschützten Bereich zu
externen Systemen
Rund um das Thema Firewall existieren viele Begriffe, die teilweise
richtig sind, aber sehr oft nur die halbe Wahrheit vermitteln.
Umgangssprachlich ist mit einer Firewall häufig die Software gemeint, welche
den Datenverkehr zwischen den getrennten Bereichen kontrolliert und regelt.
Man muss also zwischen dem Sicherheitskonzept Firewall und der
konkreten Implementierung der Firewall unterscheiden.
- Das Sicherheitskonzept beschreibt Regeln, welche Informationen die
Firewall passieren dürfen und welche nicht.
- Implementiert wird das Konzept durch eine Software, die auf einer
(oftmals speziellen) Hardware läuft. Die Hardware ist dabei für das
Empfangen und Senden der einzelnen Datenpakete zuständig (und somit
eigentlich kein sicherndes Element) und die Software regelt den
Datenverkehr (Was wird durchgelassen? Was wird nicht durchgelassen?)
Dabei ist die Hardware häufig wie bei anderen Netzelementen (Routern
oder Gateways) auch für die Aufgabenstellung optimiert (schnelle Prüfung
von Paketen, hochperformantes Empfangen und Senden von Paketen, etc.).
Software- und Hardware-Firewalls
Umgangssprachlich wird häufig von Hardware- oder Software-Firewalls
gesprochen. Bei dieser Unterscheidung handelt es sich in erster Linie um
eine nicht-technische Definition. Die Unterscheidung von Hard- und
Softwarefirewall ist technisch gesehen unsinnig. Zu jeder Firewall gehört
Software, die auf einer Hardware ausgeführt wird.
Fälschlicherweise werden dedizierte Router, auf denen die
Firewallsoftware ausgeführt wird, häufig irreführend als
Hardware-Firewall bezeichnet.
Personal
Firewall werden dagegen oft als Software-Firewall bezeichnet, die
aber werden auf dem PC ausgeführt. Sie benötigen also den PC als Hardware.
Hardware-Firewall
Üblicherweise wird ein Gerät als Hardware-Firewall genannt, wenn
es sich um ein spezifisches Produkt für genau diesen Zweck handelt. Es ist
ein Gerät mit mehreren Netzwerk-Schnittstellen und einer darauf laufenden
Software, welche hauptsächlich als Firewall dient.
Die Hardwarekomponente hat im Regelfall drei Netzwerkschnittstellen, an
denen jeweils die zu trennenden Netze angeschlossen sind. Die drei
Schnittstellen werden aus Sicherheitsgründen (oft aber wegen der
Netzstruktur und damit aus der konzeptionellen Notwendigkeit) gewählt, damit
gewährleistet ist, dass nur solche Pakete von einem Netz ins andere
durchgelassen werden, die von der Software als gültig anerkannt werden.
Dabei unterscheidet man drei Netzwerkzonen:
- Das externe Netz (WAN), heutzutage häufig das Internet
- Die sogenannte demilitarisierte Zone (DMZ), in der vom externen Netz
aus erreichbare Server beherbergt sind
- Das interne Netz (LAN)
Oftmals handelt es sich bei einer Hardware-Firewall jedoch um eine
Software-Firewall die mit spezieller Hardware gebundelt wird.
Software-Firewall
Handelt es sich bei der Hardware, auf welcher die Firewall-Software
läuft, nicht um ein spezifisches Gerät, sondern um beispielsweise einen PC
mit einem Standard-Betriebssystem wie GNU/Linux, einem BSD-Derivat,
Microsoft Windows oder Sun Solaris, so wird eher Bezug darauf genommen, dass
die Software speziell ist und nennt es dann Software-Firewall. So werden zum
Beispiel
Personal Firewalls als Software-Firewall bezeichnet, weil sie
typischerweise auf dem auch für andere Zwecke eingesetzten PC laufen.
Die Softwarekomponente der Firewall arbeitet auf den Schichten 2 bis 7
des OSI-Referenzmodells und demzufolge kann das Implementationsniveau sehr
unterschiedlich ausfallen. Deswegen besteht eine Firewall oft aus
verschiedenen Softwarekomponenten.
Komponenten einer Firewall
Eine Firewall besteht aus verschiedenen Komponenten bzw. Ebenen, auf
denen sie ihre Schutzwirkung entfalten soll. Dazu zählen vor allem
- der Paketfilter,
- der erweiterter Paketfilter: Stateful Inspection,
- der Content-Filter,
- der Proxy sowie
- die Application-Level-Firewall.
Siehe hierzu ausführlich: Komponenten
einer Firewall.
Beispielimplementation
Eine einfache Beispielimplementation verdeutlicht die Arbeitsweise einer
Firwall.
Aufgabenstellung: Eine Firma möchte ihre Arbeitsplatzrechner
ins Internet bringen. Man entscheidet sich für eine Firewall, und aufgrund
der Virengefahr möchte man nur die Verbindungen zu einem Mail-Server
aufbauen. Damit auch eine Recherche im Internet möglich ist, soll ein PC
über einen Proxy Zugriff zu Webseiten erhalten. Der Surf-Rechner wird
zusätzlich dadurch geschützt, dass ActiveX aus den angeforderten HTML-Seiten
aus Sicherheitsgründen herausgefiltert wird. Sonstige Zugriffe von außen auf
das Firmennetz sollen einfach geblockt werden.

Abbildung: Konzeptioneller Aufbau einer
Firewall.
Produkte
Astaro Security Linux eine kommerzielle Linux-Firewall.
Smoothwall eine kommerzielle Linux-Firewall.
Netfilter - Paketfilter innerhalb des Linux Kernel
Die Eindiskettenfirewall fli4l ist neben der CD-Variante Gibraltar ein
Projekt, das im Sinne einer nachhaltigen Nutzung die Verwendung von alten
PCs als Firewall gestattet.
IPCop ist eine einfach zu bedienende Linux-Distribution, die zum Ziel
hat, eine durch und durch sichere Firewall zu sein.
M0n0wall ist eine BSD basierende Firewall, die teilweise mit ihren
Funktionen an Profi-Firewalls herankommt und trotzdem sehr einfach zu
konfigurieren ist.
mGuard eine Hardware-Firewall zur Absicherung einzelner Server der Firma
Innominate
Menschliche Komponente
Die Sicherheitsexperten Garfinkel und Spafford warnen vor Bedrohungen
durch die sog. menschliche Komponente und einer Überschätzung der
Schutzwirkung einer Firewall:
»Because firewalls are frequently misused, we are
ambivalent about them. We have too often seen firewalls as a
substitute for real problem fixing. And because many attacks come
from disgruntled or dishonest employees, and not from outsiders,
firewalls divert attention from the real problems of network and
host vulnerabilities, poor planning, and lack of organizational
policies. Thus, firewalls often improve security only a small amount
and, in the process, give their owners a false sense of security.
[...] Thus, a firewall should only be used to gain additional
security that works in conjunction with internal controls-and never
as a replacement for them« (Simson Garfinkel, Gene, Spafford:
Web security & commerce. Sebastopol, CA : O'Reilly 1997. ISBN
1565922697. S. 21).
Weiterführende Informationen
Literatur
Wolfgang Barth: Das Firewall-Buch. Grundlagen, Aufbau und Betrieb
sicherer Netzwerke mit Linux. Millin-Verl., Poing, 2004, ISBN
3-89990-128-2
William R. Cheswick u.a.: Firewalls and internet security. Repelling
the Wily Hacker'. Addison-Wesley, Boston, Mass., 2003, ISBN
0-201-63466-X
Stefan Strobel: Firewalls und IT-Sicherheit. Grundlagen und Praxis
sicherer Netze. dpunkt-Verl., Heidelberg, 2003, ISBN 3-89864-152-X
Elizabeth D. Zwicky u.a.: Einrichten von Internet Firewalls.
O'Reilly, Beijing 2001, ISBN
3-89721-169-6
( Bestellen)
Siehe auch
Netmarks
Open Directory: Firewallprodukte,
dmoz.org/Computers/Security/Firewalls/Products (englischsprachig)
de.comp.security.firewall FAQ,
www.iks-jena.de/mitarb/lutz/usenet/Firewall.html.
Quelle und Lizenz
Anmerkungen
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