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Netzwerksicherheit
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Erstellt/bearbeitet: 17-Jan-2005/09-Jan-06
Systemzeit: Montag, 08.09.2008, 11:07:19.
Kefk Network : Security : Netzwerksicherheit
Übersicht
Netzwerksicherheit ist kein einzelner feststehender Begriff, sondern
umfasst alle Maßnahmen zur Planung, Ausführung und Überwachung der
Sicherheit in Netzwerken. Diese Maßnahmen sind keinesfalls nur technischer
Natur, sondern beinhalten auch organisatorische Fragestellungen (z. B.
Policies, in denen geregelt wird, was die Betreiber des Netzwerkes dürfen
sollen), betriebliche Fragestellungen (Wie kann ich Sicherheit im Netzwerk
in der Praxis anwenden, ohne gleichzeitig den Ablauf des Betriebs zu stören)
und endet nicht zuletzt mit rechtlichen Fragestellungen (Was für Maßnahmen
dürfen eingesetzt werden?).
Sicherheit selber ist dabei immer nur relativ zu sehen und kein fester
Zustand. Einerseits muss überlegt werden, wie wertvoll die Daten sind, die
im Netzwerk kursieren und andererseits ist das Netzwerk durch Ausbau und
technische Weiterentwicklung immer Veränderungen unterworfen, die sich auch
in geänderter Sicherheitsarchitektur widerspiegeln müssen. Steigerungen im
Bereich der Sicherheit sind oft mit größer werdenden Hürden bei der
Benutzung einhergehend.
Das Thema Sicherheit beginnt oft mit der Frage, wie ein Netz gegen den Zugriff
von außen geschützt werden kann (Firewall/DMZ). Anwender können die
Ressourcen des Netzwerks erst nach einer Identifizierung und einer
anschließenden Authentifizierung und Autorisierung nutzen. Damit eine
Kompromittierung eines Rechners im Netzwerk erkannt werden kann, werden
Rechner oft überwacht. Dies kann intern (Sind die Daten noch konsistent?
Sind Veränderungen aufgetreten?) oder auch extern (Sind die Dienste des
Rechners noch erreichbar und funktionabel?) geschehen. Potentieller
Datenverlust durch fehlerhafte Software, Fehlbedienung, Fahrlässigkeit oder
Altersverschleiß der Hardware wird durch eine Datensicherung verhindert, die
dann separat gelagert wird.
Sicherheitslücken in Software kann durch das rechtzeitige Einspielen von
Software-Updates entgegengewirkt werden. Zusätzliche Sicherheit kann noch
durch den Einsatz bestimmter Software erhöht werden, die als sicher gilt,
weil sie z. B. einer Open-Source Lizenz unterliegt. Auch der
entgegengesetzte Fall kann vorkommen: Software, die als unsicher gilt, kann
verboten werden. Durch Schulung der Anwender kann ein Sicherheitsbedürfnis
oder Problembewusstsein entstehen, indem man vermittelt, dass die Daten
eines Netzwerkes sehr wertvoll sind. Dadurch soll der Anwender Verständnis
für die Maßnahmen aufbringen und sie nicht unterlaufen, indem er
komplizierte Passwörter auf Zettelchen schreibt und diese an seinen Monitor
klebt. Schließlich kann der physische Zugang zum Netzwerk selbst noch mit
Hilfe von Zugangskontrollen beschränkt werden.
Weil die Vernetzung des Internets immer mehr zunimmt, spielt das Thema
Netzwerksicherheit auch eine immer größere Rolle. Die Infrastrukturen von
Firmen werden komplizierter, immer mehr Informationen müssen online
verfügbar sein und/oder verwaltet werden.
Angriffsmöglichkeiten
So vielfältig wie Netze sind, so vielfältig sind auch die
Angriffsmöglichkeiten auf ein Netzwerk. Hier eine nicht vollständige Liste:
- Angriffe auf bestimmte Software Versionen (Apache, Microsoft
IIS) sind mit Hilfe eines Pufferüberlaufs möglich.
- Viele Klartextprotokolle (zum Beispiel HTTP, telnet, rlogin)
aber auch SSH in der Version 1 sind anfällig für
Man-In-The-Middle-Angriffe.
- Fehlerhafte Implementierungen von TCP/IP-Stacks sind anfällig
für Fragmentierungs-Angriffsmöglichkeiten.
- Programme, die Passwörter im Klarttext übertragen (FTP, HTTP,
Telnet, POP3) sind anfällig für Password-Sniffer.
- Dienste können durch einen massiven Einsatz von Netzkapazitäten
durch die bloße Bewältigung von Anfragen in die Knie gezwungen
werden (DoS- oder DDoS-Angriffe).
- Social Engineering wird die Vorgehensweise genannt, eine Person
dazu zu bringen, ein Passwort oder einen Schlüssel zu verraten.
- Passwörter können gehackt werden, um Zugang zu Diensten zu
erlangen. Geschieht dies durch Ausprobieren aller Möglichkeiten
spricht man von einer Brute Force Attacke.
- Aus der Außenwelt kommende Daten werden nicht auf ihre Validät
überprüft, sondern als "richtig" hingenommen (Tainted Data oder
Cross-Site Scripting und SQL Injection).
- Wenn Programme ungeachtet ihrer Rechte Dateien überschreiben,
ohne vorher die Rechte genau zu überprüfen, dann kann das eine
Angriffsfläche für einen Symlink bug sein.
- Mangelhafte Installationen können einen Angriff mit
Standard-Passwörtern erfolgreich machen.
- Überflutung mit sinnlosen oder nicht angeforderten E-Mails wird
als UBE ("unsolicited bulk e-mail") und insbesondere wenn ein
Werbung vorliegt als UCE ("unsolicited commercial e-mail")
bezeichnet.
- Fortschreitende "featuritis" oder allgemeine konzeptionelle
Mangel im Sicherheitskonzept von (Teil-)Systemen können einen
nährhaften Boden für Würmer, Trojanische Pferde, Dialer oder Viren
darstellen.
- Leichtgläubigkeit und die leichte technische Möglichkeit zum
Vorspiegeln falscher Webseiten können durch Phishing ausgenutzt
werden.
- Leichtgläubigkeit läßt Anwender auch unbekannte Programme
ausführen, die per Mail versandt wurden.
Vorsorge
Die Vorsorge-Maßnahmen sind ebenso vielfältig, wie die
Angriffsmöglichkeiten. Mit Hilfe einer Authentifizierung wird der
Benutzer erkannt und es werden die ihm zustehenden Rechte zugewiesen
(Autorisierung). Aufgrund der unterschiedlichen unabhängigen Teilsysteme
eines Netzwerkes sind allerdings eine Vielzahl von Identifikationen
nötig. Die Authentifizierung an einen Computer gibt einem Benutzer
verschiedene Zugriffsrechte auf die Dateien des Rechners, aber die im
Netzwerk vorhandene Datenbank verlangt eine andere Art von
Authentifizierung. Dies erhöht einerseits natürlich die Sicherheit
(jemand der sich Zugang zu einem Rechner verschafft, hat damit nicht
automatisch auch noch Zugang zu der Datenbank), der User ist jedoch
gezwungen, sich mehrere Passwörter zu merken. Eine Alternative dazu wäre
eine Single-Sign-On-Lösung, bei der eine erfolgreiche Authentifizierung
alle Ressourcen für den Besitzer frei schaltet. Das scheitert meistens
jedoch an der Fülle von Standards.
Firewalls bzw. Paketfilter und DMZs nehmen eine Autorisierung anhand
der TCP/IP-Adresse vor und unterbinden einen Kontakt auf der Ebene von
TCP/IP.
Die Sicherheit von Computernetzen ist Gegenstand internationale
Normen zur Qualitätssicherung. Wichtige Normen in diesem Zusammenhang
sind vor allem die amerikanische TCSEC und die europäische
ITSEC-Standards sowie der neuere Common Criteria Standard. Die
Zertifizierung der Sicherheit erfolgt in Deutschland in der Regel durch
das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.
Siehe auch
- Computersicherheit
- Datensicherheit
- K-Fall
- Spionage
- Verschlüsselung
Wichtige Persönlichkeiten im Bereich der Netzwerksicherheit:
- Ross Anderson
- Steven M. Bellovin
- Edward Felten
- Butler Lampson
- Bruce Schneier
- Gene Spafford
Literatur
Ross J. Anderson: Security Engineering: A Guide to Building
Dependable Distributed Systems, ISBN 0471389226
Anonymous: Hacker's Guide. Markt und Technik, ISBN
3-8272-6522-3
Stephen Haag, Maeve Cummings, Donald McCubbrey,
Alain Pinsonneault, Richard Donovan: Management Information
Systems for the information age, ISBN 0070911207
Paul A. Karger, Roger R. Schell: Thirty Years Later:
Lessons from the Multics Security Evaluation, IBM white paper.
Bruce Schneier: Secrets & Lies: Digital Security in a Networked
World, ISBN 0471253111
Markus Schumacher: Hacker Contest. Xpert.press, ISBN
3-540-41164-X
Clifford Stoll: Kuckucksei: Die Jagd auf die deutschen Hacker,
die das Pentagon knackten. Fischer Taschenbücher, ISBN 3-596-13984-8
Clifford Stoll: Cuckoo's Egg: Tracking a Spy Through the Maze
of Computer Espionage, Pocket Books, ISBN 0743411463
Literatur
www.securityfocus.com.
www.bsi.de/gshb.
www.sans.org.
Die Sicherheit für Ihren PC von A-Z,
www.multi-online.com/security
Quelle und Lizenz
Anmerkungen
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