| Einführung
Die amerikanische Informatik-Firma 3com
stellt in einer umfassenden Produktpallette Netzwerk-Komponenten her. Dabei
konnten sie sich neben ihren ausgeklügelten Netzwerkkarten einen Namen
als Switch- und Hub-Hersteller machen. Ihre Produkte glänzen durchwegs
mit einer hohen Kompatibelität, Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit.
Wie man es sich jedoch schon von Geräten aus dem Hause Cisco gewohnt
ist, sind Fehler, die die Sicherheit eines Systems oder Netzwerks negativ
beeinträchtigen können, vorhanden.
Dieses Dokument versucht an meine vorangegangenen
Arbeiten anzuknüpfen und dem interessierten Leser auf wissenschaftlicher
Ebene einen möglichst genauen Überblick der potentiellen Sicherheitsprobleme
von 3com-Geräten zu verschaffen. Keinesfalls möchte ich mit dieser
Niederschrift eine Antipathie gegen oder einen Werbestreifzug für
3com realisieren.
Default-Logins
Kit Knox publizierte eine potentielle Sicherheitslücke
in der 5.0A-Serie der Max4000-Geräte von Ascend. Durch einen korrupten
Login-Eintrag über Telnet zu Port 150 kann ein Reboot erzwungen werden.
Nähere Informationen wurden aus sicherheits-politischen Gründen
von Herrn Knox und Ascend bis anhin zurückgehalten.
Ein Fix für dieses Problem wurde rasch
vom Hersteller realisiert und kann direkt unter ftp://ftp.ascend.com/Software-Releases/Max/Patch/Release-5.0Ap3
bezogen werden. Zusätzlich sollte ein Filter für einkommende
TCP-Verbindungen auf Port 150 eingerichtet werden.
Routing
Joe Shaw fand heraus, dass ein Fehler im
Microcode 4.x von Ascend für ihre MAX 4000er-Serie jede benutzte IP-Adresse
herausgefunden werden kann. Betroffen sind MAX4002, MAX4004, MAX4048 und
MAX4072. Eventuell kann auch der MAX TNT ausgenutzt werden. Das Problem
wurde bei den darauf folgenden Releases ab 5.0Ap13 gefixt und kann von
ftp.ascend.com bezogen werden.
Das Ausschöpfen dieser Fehlimplementation
kann dadurch erreicht werden, indem man in den Dialup-Einstellungen des
eigenen Rechners die IP-Adresse eines verbundenen Geräts im LAN definiert.
Danach werden durch OSPF Maschinen im lokalen Netz von extern ansprechbar.
Die Gefahr bestünde nun darin, dass ein Angreifer die Routings zu
elementaren Netzwerkgeräten und Knotenpunkten manipulieren kann. Das
Sniffen von Passwörtern oder vortäuschen von DNS-Einträgen
ist dann nur noch ein Kinderspiel. |