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Infektionsarten von Computerviren
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Erstellt/bearbeitet: 27-Sep-2005/09-Jan-06
Systemzeit: Sonntag, 07.09.2008, 09:23:11.
Kefk Network : Security : Malware : Viren : Infektionsarten
Übersicht
Companion-Viren
Companion-Viren infizieren nicht die ausführbaren Dateien selbst,
sondern benennen die ursprüngliche Datei um und erstellen eine Datei mit
dem ursprünglichen Namen, die nur den Virus enthält, oder sie erstellen
eine Datei mit ähnlichem Namen, die vor der ursprünglichen Datei
ausgeführt wird. Unter DOS gibt es beispielsweise Companion-Viren, die
zu einer ausführbaren EXE-Datei eine versteckte Datei gleichen Namens
mit der Endung ".com" erstellen, die dann nur den Virus enthält. Wenn
unter DOS beim Aufruf eines Programms die Endung nicht angegeben wird,
werden ".com"-Dateien ".exe"-Dateien vorgezogen. Der Virus führt,
nachdem es sich meist im Arbeitsspeicher festgesetzt hat, das
ursprüngliche Programm aus, so dass der Benutzer meist nichts von der
Infektion bemerkt.
Überschreibende Viren
Überschreibende Computerviren sind die einfachste und kleinste Form
von Viren. Wenn ein infiziertes Programm ausgeführt wird, sucht der
Virus nach neuen infizierbaren Dateien und überschreibt entweder die
ganze Datei oder nur einen Teil derselben mit einer benötigten Länge.
Diese Viren sind sehr schädlich, da die infizierte Datei nicht mehr oder
nur noch zum Teil funktioniert.
Prepender-Viren
Diese Art von Computerviren schreibt den Viruscode vor den Code der
infizierten Datei, und speichert den überschriebenen Teil am Anfang. Bei
der Ausführung einer infizierten Datei wird zuerst wieder der Virencode
ausgeführt, da er am Anfang der Datei liegt. Nach dem erneutem Versuch
Dateien zu infizieren stellt der Virus die originale Datei im Speicher
wieder her und führt sie aus. Außer einem kleinen Zeitverlust merkt der
Benutzer nicht, dass ein Virus gerade aktiv wurde, da die Hostdatei
vollkommen arbeitsfähig ist.
Appender-Viren
Ein Appender schreibt seinen Viruscode an das Ende einer infizierten
Datei. In vielen Fällen manipuliert der Virus die Eintrittsadresse der
Datei, so dass der Viruscode vor der Hostdatei ausgeführt wird. Beim
Starten einer infizierten Datei wird, wenn die Eintrittsadresse der
Datei nicht geändert wurde, zuerst die Hostdatei ohne Probleme
ausgeführt, und erst beim Beenden des Hostprogrammes wird der Viruscode
aktiv. Wenn die Eintrittsadresse manipuliert wurde, wird der Virus
zuerst aktiv. Nachdem er seinen Code ausgeführt hat, gibt er die
Kontrolle durch einen Sprung an den Anfang der Hostdatei an die
infizierte Software zurück.
Entry Point Obscuring (EPO)
Der Fachbegriff Entry Point Obscuring [1]
heißt übersetzt „Verschleierung des Einsprungspunkts“. Diese Art von
Computerviren ist die am schwersten zu programmierende Form von Viren.
Ein Computervirus, das diese Infektionsmethode benutzt, speichert seinen
Code nicht am Anfang oder am Ende der Datei, sondern sucht sich einen
speziellen Ort in der Datei, um diese zu infizieren. Ein solcher Ort
könnte zum Beispiel der Aufruf einer speziellen Funktion – wie das
Beenden des Programms – oder eine andere interne Funktion der Datei
sein. Der Grund für diese ungewöhnliche Infektionsmethode ist, dass
Antivirenprogramme, die die Durchsuchzeit einer Datei auf ein Minimum
reduzieren wollen, nur auf statischen Adressen wie dem Anfang oder dem
Ende prüfen. Um dieses Virus erkennen zu können muss eine Routine
geschrieben werden, die den gesamten Inhalt einer Datei durchsucht. Wenn
eine Datei, die mit dieser Art von Virus infiziert ist, gestartet wird,
kann es sein, dass der Virus gar nicht ausgeführt wird, da die
infizierte Funktion im Programm nicht ausgeführt wird. Um das Verbreiten
zu beschleunigen, werden manchmal mehrere Funktionen infiziert.
Siehe auch
Literatur
Zur Quellenlage: Die meisten Bücher zum Thema sind inzwischen veraltet
und/oder nicht mehr erhältlich.
Das große Computer-Viren-Buch, Ralf Burger, 1989, ISBN 3890112005
Computer-Viren-Report, Prof. Dr. Klaus Brunnstein, 1989, ISBN
3809205303
Virus: Detection and Elimination, Rune Skardhamar, 1995, ISBN
012647690X
The Giant Book of Computer Viruses, Mark A. Ludwig, 1998, ISBN
0929408233
The Art Of Computer Virus Research And Defense, Peter Szor, 2005,
ISBN 0321304543
Quelle und Lizenz
Anmerkungen
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