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Aufbau von Computerviren
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Erstellt/bearbeitet: 30-Sep-2005/09-Jan-06
Systemzeit: Donnerstag, 21.08.2008, 00:20:38.
Kefk Network : Security : Malware : Viren : Aufbau
Übersicht
Computerviren haben viele unterschiedliche Formen, darum ist es nur
schwer möglich zu beschreiben, wie ein Virus grundsätzlich aufgebaut
ist. Die folgende Erklärung ist keineswegs ein Standard für alle Viren.
Andere Viren können mehrere Funktionen haben, andere wiederrum weniger.
- Entschlüsselungsroutine: Dieser Teil sorgt bei verschlüsselten
Viren dafür, dass die verschlüsselten Daten wieder zur Ausführung
gebracht werden können. Nicht alle Viren besitzen diesen Teil, da
nicht alle verschlüsselt sind. Oft wird die Entschlüsslungsroutine
der Viren von Antiviren-Herstellern dazu benützt, den Virus zu
identifizieren, da dieser Teil oft klare erkennbar ist.
- Vermehrungsteil: Dieser Programmteil sorgt für die Vermehrung
des Virus. Es ist der einzige Teil, die jeder Virus hat
(Definition).
- Erkennungsteil: Im Erkennungsteil wird geprüft, ob bereits die
Infektion eines Programms oder Systembereichs erfolgte. Jedes
Wirtsprogramm wird nur einmal infiziert. Dieser Teil wird von den
fast allen nicht-überschreibenden Computerviren benützt.
- Schadensteil: Im Verhältnis zur Zahl der Computerviren haben nur
sehr wenige einen Schadensteil (Payload). Der Schadensteil ist der
Grund für die Angst vieler Menschen vor Computerviren.
- Bedingungsteil: Der Bedingungsteil ist dafür verantwortlich,
dass der Schadensteil ausgeführt wird. Er ist in den meisten
Computerviren mit einem Schadensteil enthalten. Die Ausnahmen lassen
den Schaden bei jeder Aktivierung laufen, oder in ganz seltenen
Fällen, gar nicht laufen. Der Bedingungsteil (Trigger) kann zum
Beispiel das Payload an einem bestimmten Datum ausführen, oder bei
bestimmten Systemvorraussetzung (Anzahl der Dateien, Größe des
freien Speicherplatzes, ect.), oder einfach zufällig.
- Tarnungsteil: Ein Tarnungsteil ist nur in wenigen, komplexen
Viren vorhanden. Er kann den Virus zum Beispiel verschlüsseln, oder
ihm eine andere Form geben (Polymorphismus, Metamorphismus). Dieser
Teil dient zum Schutz vor Erkennung durch Anti-Viren Herstellern. Es
gibt aber nur eine sehr geringe Anzahl von Viren, die nicht
vollständig erkannt werden können (z.B.: Win32.ZMist, ACG,
Win32.MetaPHOR oder OneHalf).
Archillesferse eines Virus
Damit ein Virenscanner einen Virus identifizieren kann, benötigt er
dessen Signatur. Ein Virus versucht ein System zu infizieren und dies
geschieht z.B. bei einem Linkvirus durch das Anhängen an ein bestehendes
Programm. Dabei muss er (abgesehen von überschreibenden Viren) zuerst
prüfen, ob er dieses Programm bereits infiziert hat - sprich er muss in
der Lage sein, sich selbst zu erkennen. Würde er dies nicht machen,
könnte er ein Programm theoretisch beliebig oft infizieren, was auf
Grund der Dateigröße und der CPU-Belastung sehr schnell auffallen würde.
Dieses Erkennungsmuster – die Signatur – kann unter gewissen Umständen
auch von Virenscannern genutzt werden, um den Virus zu erkennen.
Polymorphe Viren sind daher in der Lage mit verschiedenen Signaturen zu
arbeiten, die sich verändern können, jedoch stets einer Regel gehorchen.
Daher ist es den Herstellern von Virensoftware relativ einfach und
schnell möglich, einen neuen Virus nach dessen Bekanntwerden zu
identifizieren.
Viele Viren benutzen anstatt von polymorphen Signaturen sehr kleine
Kennzeichnungen, wie zum Beispiel ein ungenutzes Byte im PE-Format. Ein
Virenscanner kann dieses eine Byte nicht als Erkennungsmuster nutzen, da
es zu viele "false positives" geben würden. Für einen Virus ist es
jedoch kein Problem, wenn er unter ungünstigen Verhältnissen einige
Dateien nicht infiziert.
Literatur
Zur Quellenlage: Die meisten Bücher zum Thema sind inzwischen veraltet
und/oder nicht mehr erhältlich.
Das große Computer-Viren-Buch, Ralf Burger, 1989, ISBN 3890112005
Computer-Viren-Report, Prof. Dr. Klaus Brunnstein, 1989, ISBN
3809205303
Virus: Detection and Elimination, Rune Skardhamar, 1995, ISBN
012647690X
The Giant Book of Computer Viruses, Mark A. Ludwig, 1998, ISBN
0929408233
The Art Of Computer Virus Research And Defense, Peter Szor, 2005,
ISBN 0321304543
Quelle und Lizenz
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