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Trojanisches Pferd (»Trojaner«)

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Erstellt/bearbeitet: 30-Sep-2005/09-Jan-06
Systemzeit: Donnerstag, 24.07.2008, 22:17:50.

Kefk Network : Security : Malware : Trojanisches.Pferd


Übersicht

Als Trojanisches Pferd oder kurz Trojaner (engl. Trojan) bezeichnet man in der Computersprache - in Anlehnung an die griechische Mythologie - schadhafte Programme, die als nützliche Programme getarnt sind oder zusammenhängend mit einem nützlichen Programm verbreitet werden, aber tatsächlich auf dem Computer im Verborgenen unerwünschte Aktionen ausführen können.

Die Kurzbezeichnung Trojaner ist irreführend, da die Trojaner im griechischen Mythos ja die Opfer des Trojanischen Pferdes waren. Allerdings ist der Ausdruck "Trojaner" mittlerweile derart verbreitet, dass er weitgehend akzeptiert ist.

Ein Trojanisches Pferd zählt zur Familie schädlicher bzw. unerwünschter Programme (Malware), wozu u.a. auch Computerviren und Computerwürmer gezählt werden.

Merkmale

Trojanische Pferde sind schadhafte Programme (Malware), die auf fremde Computer eingeschleust werden, um unentdeckt Aktionen auszuführen. Häufig sind diese Trojanischen Pferde als nützliche Programme getarnt - benutzen beispielsweise den Dateinamen einer nützlichen Datei - oder sind mit einem tatsächlich nützlichen Programm verbunden. Der tatsächliche Nutzen der Datei, die ein Trojanisches Pferd enthält, kann beliebiger Art sein.

Durch Ausführen einer solchen Datei wird der Computer mit dem schädlichen Dienst des Trojanischen Pferdes "infiziert". Das Trojanische Pferd kann von diesem Zeitpunkt an beliebige Aktionen auf dem infizierten Computer durchführen.

In der Regel enthalten Trojanische Pferde häufig Spionagefunktionen (z.B. Sniffer oder Routinen, die Tastatureingaben aufzeichnen) und Funktionen, die es ermöglichen einen Computer, unkontrolliert vom Anwender, über ein Netzwerk oder das Internet fernzusteuern (Backdoors).

Ursprünglich waren Trojanische Pferde nicht dafür vorgesehen, sich selbst zu verbreiten, sondern wurden gezielt gegen einzelne "Opfer" eingesetzt (z.B. in der Wirtschaftsspionage). Mittlerweile jedoch sind zahlreiche Mischformen der Malware bekannt, die sich wie Computerwürmer selbst verbreiten können, aber auch die Züge von Trojanischen Pferden aufweisen. Diese Entwicklung macht eine klare Unterscheidung schwer.

Schema der Infektion durch ein Trojanisches Pferd

Trojanische Pferde können entweder über Datenträger gezielt auf einen PC übertragen werden, oder im Internet, z.B. in Tauschbörsen, versteckt in angebotenen Dateien an beliebige Teilnehmer verteilt werden.

Nach dem Programmaufruf installieren sie ihre Schadroutine im Hintergrund und sorgen dafür, dass sie beim erneuten Start des Computers automatisch wieder aktiviert werden (Autostart). Oftmals haben die Schadroutinen Dateinamen, die es schwer machen sie von Systemdateien zu unterscheiden, und befinden sich in unübersichtlichen Verzeichnissen, wie z.B. im Systemordner von Windows.

Die Schadroutine ist nach der Installation unabhängig vom ursprünglichen Trojanischen Pferd, das nur als Überträger dient, und kann daher durch das Löschen der Überträgerdatei nicht entfernt werden. Auf dem infizierten PC können durch die Schadroutine schließlich alle Funktionen ausgeführt werden, die der Status des angemeldeten Benutzers zulässt. Da die meisten Nutzer von Windows-PCs aus Bequemlichkeit dauerhaft mit Administratorrechten arbeiten, ist das Spektrum an Manipulationsmöglichkeiten durch die Schadroutine, oder durch einen beliebigen Angreifer über das Netzwerk mittels einer Hintertür (Backdoor), unbegrenzt. Das Trojanische Pferd kann demnach in der Regel selbstständig oder ferngesteuert alle Aktionen unentdeckt ausführen, die auch der Benutzer des infizierten Computers willentlich ausführen könnte.

Im folgenden sind beispielhaft einige gängige Schadfunktionen aufgelistet, um einen Einblick in die Möglichkeiten der Manipulationen an infizierten Rechnern zu geben:

  • Unerwünschte Werbung aus dem Internet einblenden oder den Anwender ungewollt auf bestimmte Webseiten umleiten.
  • Überwachung des Datenverkehrs oder aller Benutzeraktivitäten mithilfe von Sniffern.
    Ausspähen von sensible Daten (Passwörter, Kreditkartennummern, Kontonummern und Ähnliches), Dateien kopieren und weitergeleiten.
  • Fernsteuerung von Unbekannten, u.a. für kriminelle Zwecke, zum Versenden von Werbe-E-Mails usw.
  • Installation von illegalen Dialer-Programmen (heimliche Einwahl auf Telefon-Mehrwertrufnummern), was dem Opfer finanziellen Schaden zufügt.

Schutzmöglichkeiten

Aus den Charakteristika von Trojanischen Pferden ergibt sich direkt, dass es nur eine Schutzmöglichkeit vor der Infektion durch trojanische Pferde geben kann: Vermeidung der Benutzung von Programmen aus unbekannten oder unsicheren Quellen. Als besonders gefährlich einzustufen sind hierbei, wie bei jeder Malware, Anbieter von Programmen bzw. Dienstleistungen am Rande der Legalität.

Wie auch bei Computerviren schützen Antivirenprogramme in der Regel nur vor bekannten Trojanischen Pferden.

Personal Firewalls oder andere Programme zur Netzwerküberwachung bieten keinen Schutz vor der Installation eines Trojanischen Pferdes, können unter Umständen aber nach einer Infektion auf unautorisierte Netzwerkkommunikation aufmerksam machen und diese unterbinden.

Als theoretisch sinnvolle Bestrebungen zum Schutz gegen Trojanische Pferde und Computerviren allgemein kann man die Bestrebungen der Trusted Computing Platform Alliance (TCPA) ansehen, die das Ausführen von ungeprüfter, d.h. nicht vertrauenswürdiger Software, technisch unterbindbar machen will, bzw. die Funktionsaufrufe geprüfter und ungeprüfter Software voneinander isolierbar machen will. Es bleibt aber auf Grund des Prinzipes trojanischer Pferde, dass das menschliche Vertrauen oder Unerfahrenheit ausnutzt, zu bedenken, dass man auch auf diese technische Weise nur das bei der Installation von Software aufgebrachte Vertrauen auf eine andere Instanz verlagert.

Siehe auch

Bekannte Trojanische Pferde:

  • Back Orifice
  • Netbus
  • SubSeven

Netmarks

Trojans First Aid Kit 5 (TFAK),
www.kryptocrew.de/snakebyte/tfak.html.

TFAK is a Freeware Anti-Trojan programm for Windows, which detects and removes the most commonly used trojans around. TFAK also provides several other features which help to remove and control trojans.

Quelle und Lizenz

Textquellennachweise:
Ein Teil dieses Textes basiert auf einem Artikel aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie.
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Stand: 17:02, 29. Sep 2005 (Permalink).
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