Computersicherheit
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Erstellt/bearbeitet: 30-Sep-2005/02-Feb-06
Systemzeit: Samstag, 11.10.2008, 14:34:51.
Kefk Network : Security : Computersicherheit
Übersicht
Unter Computersicherheit versteht man die Sicherheit eines
Computersystems vor Ausfall und Manipulation (Datensicherheit) sowie vor
unerlaubtem Zugriff (Datenschutz).
Unter Computersicherheit werden folgende Schutzziele zusammengefasst:
- Vertraulichkeit: Dateien dürfen nur von autorisierten
Benutzern gelesen werden.
- Übertragungssicherheit: Die Übertragung vom Rechner zu
anderen Rechnern, Geräten oder zum Benutzer kann nicht
ausgespäht werden.
- Privatsphäre: Persönlichkeitsdaten bzw. Anonymität müssen
gewahrt bleiben.
- Funktionalität: Hardware und Software soll erwartungsgemäß
funktionieren.
- Integrität: Software und Daten dürfen nicht unbemerkt
verändert werden.
- Authentizität: Überprüfbare Echtheit und Glaubwürdigkeit
einer Person oder eines Dienstes
- Verbindlichkeit: Urheber von Veränderungen müssen erkennbar
sein und dürfen Veränderung nicht abstreiten können.
- Nicht-Anfechtbarkeit: Der Nachweis, dass eine Nachricht
versendet und empfangen worden ist.
- Zugriffssteuerung: Reglementierung des Zugriffes von außen
Verfügbarkeit: Nutzbarkeit
Zu beachten ist, dass Computersicherheit zwar eine wichtige
Voraussetzung für Datenschutz und Datensicherheit ist, alleine aber
nicht ausreicht: Zusätzlich zur Sicherung des Computersystems müssen
auch auf organisatorischer und personeller Ebene Vorkehrungen getroffen
werden. Beispiele für die Missachtung hiervon sind achtlos
weitergegebene oder schlecht gewählte Passwörter oder der Diebstahl
ganzer Rechenanlagen.
Geschichte
In den Kindertagen des (Personal-)Computers verstand man unter
Computersicherheit die Sicherstellung der korrekten Funktionalität von
Hardware (Ausfall von z. B. Bandlaufwerken oder anderen mechanischen
Bauteilen) und Software (richtige Installation und Wartung von
Programmen). Mit der Zeit änderten sich die Anforderungen an die
Computer (Internet, Speichermedien) und die Aufgaben zur
Computersicherheit mussten anders gestaltet werden. Somit bleibt der
Begriff der Computersicherheit wandelbar und Spiegel der momentanen
technologischen Welt.
Viren, Würmer, trojanische Pferde
Während im Firmenumfeld die ganze Themenbreite der Computersicherheit
Beachtung findet, verbinden viele Privatanwender mit dem Begriff primär
den Schutz vor Viren oder Spyware.
Die ersten Computerviren waren noch recht harmlos und dienten
lediglich dem Aufzeigen diverser Schwachstellen von Computersystemen.
Doch recht bald erkannte man, dass Viren zu weitaus mehr in der Lage
sind. Es begann eine rasante Weiterentwicklung der Schädlinge und der
Ausbau ihrer Fähigkeiten – vom simplen Löschen von Dateien über das
Ausspionieren von Daten (z. B. Passwörtern) bis hin zum Öffnen des
Rechners für entfernte Benutzer (Backdoor).
Mittlerweile existieren diverse Baukästen im Internet, die neben
einer Anleitung auch alle notwendigen Bestandteile für das einfache
Programmieren von Viren liefern. Nicht zuletzt schleusen kriminelle
Organisationen Viren auf PCs ein, um diese für ihre Zwecke (UBE/UCE,
DoS-Attacken, etc.) zu nutzen. So entstanden bereits riesige Bot-Netze,
die auch illegal vermietet werden. Gegenwärtig sind fast ausschließlich
die Betriebssysteme der Firma Microsoft von Viren betroffen.
Angriffe und Schutz
Besonders der Anschluss vieler Computer mit sensiblen Daten an das
Internet und Programmierfehler in fast jeder Software machen es quasi
unmöglich, Sicherheit vor jeder Art von Angriffen zu erreichen. Ein
System wird dann als sicher bezeichnet, wenn der Aufwand für das
Eindringen in das System höher ist als der daraus resultierende Nutzen
für den Angreifer. Deshalb ist es wichtig, die Hürden für einen
erfolgreichen Einbruch möglichst hoch zu setzen und damit das Risiko zu
reduzieren.
Insbesondere sollte man keine bekanntermaßen gefährdete Software
einsetzen. Im Bereich der Personal-Computer fallen z.B. die Programme
Internet Explorer und Outlook Express von Microsoft immer wieder durch
sicherheitskritische Lücken auf. Bei Servern sind dies hingegen Sendmail
(ein Mailserver) oder auch BIND (ein DNS-Server).
Wichtig ist, dass die Konfiguration der genutzten Software an die
jeweiligen Bedürfnisse angepasst wird. So ist es bei vielen an das
Internet angeschlossenen Rechner nicht nötig, dass auf ihnen
Server-Programme laufen. Da Server-Dienste von vielen Betriebssystemen
in der Standardinstallation geladen werden, schließt man mit deren
Deaktivierung eine Reihe wichtiger Angriffspunkte. Viele Programme
erlauben eine individuelle Konfiguration unter Sicherheitsaspekten und
die Einrichtung von Zugriffsbeschränkungen. Außerdem ist es von
Bedeutung, sich über Schwachstellen in der eingesetzten Software zu
informieren und regelmäßig Aktualisierungen einzuspielen.
Ein weiteres Problem ist das sichere Löschen von Daten. Eine
anerkannte Methode dafür ist die Gutmann-Methode.
Zur Computersicherheit gehört nicht nur der präventive Einsatz
technischer Werkzeuge wie beispielsweise Firewalls,
Intrusion-Detection-Systeme etc., sondern ein organisatorischer Rahmen
in Form durchdachter Grundsätze (Policy, Strategie), die den Menschen
als Anwender der Werkzeuge in das System einbezieht. Allzu oft gelingt
es Hackern, durch Ausnutzung eines zu schwachen Kennworts oder durch so
genanntes Social Engineering Zugang zu sensiblen Daten zu erlangen.
Der Mangel an Computersicherheit ist eine vielschichtige Bedrohung,
die nur durch eine anspruchsvolle Abwehr beantwortet werden kann. Der
Kauf einer Software ist kein Ersatz für eine umsichtige Untersuchung der
Risiken, möglicher Verluste, der Abwehr und von Sicherheitsbestimmungen.
Ist einmal die Sicherheit eines Systems verletzt worden, muss es als
kompromittiert betrachtet werden, was Maßnahmen zur Verhinderung
weiterer Schäden und zur Datenrettung erfordert.
Bewertung und Zertifizierung
Zur Bewertung und Zertifizierung (Qualitätsmanagement) der Sicherheit
von Computersystemen existieren internationale Normen. Wichtige Normen
in diesem Zusammenhang sind vor allem die amerikanische TCSEC und die
europäische ITSEC-Standards sowie der neuere Common Criteria Standard.
Die Zertifizierung erfolgt in Deutschland in der Regel durch das
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.
Literatur
Anonymous: Hacker's Guide. Markt und Technik, ISBN 3-8272-6522-3
Hacking Intern. Data Becker, ISBN 3-8158-2284-X
Claudia Eckert: IT Sicherheit. 3. Auflage 2004. Oldenbourg, ISBN
3-486-20000-3
Klaus-Rainer Müller: IT Sicherheit mit System. 2. Auflage 2005.
Vieweg, ISBN 3-528-15838-7
Bruce Schneier: Angewandte Kryptographie. Addison-Wesley, ISBN
3-89319-854-7
Bruce Schneier: Secrets & Lies: IT-Sicherheit in einer vernetzten
Welt. Broschiert 2004. dpunkt Verlag, ISBN 3-89864-302-6
Bruce Schneier: Beyond Fear. Springer, ISBN 0-387-02620-7
Markus Schumacher: Hacker Contest. Xpert.press, ISBN 3-540-41164-X
Clifford Stoll: Kuckucksei: Die Jagd auf die deutschen Hacker, die
das Pentagon knackten. Fischer Taschenbücher, ISBN 3-596-13984-8
( Bestellen)
Siehe auch
- Backdoor
- Betriebssystemsicherheit
- Computervirus
- Cracker
- Datenschutz
- Datensicherung
- Datenwiederherstellung
- Firewall
- GnuPG
- Honeypot
- Hotfix
- Internetsicherheit
- Intrusion_Detection_System
- K-Fall
- Kryptographie
- Malware
- Mehrseitige Sicherheit
- Netzsicherheit
- Personal Firewall
- PGP
- Rootkit
- Selbstdatenschutz
- Spionage
- Steganografie
- Verschlüsselung
Netmarks
Ins Internet - mit Sicherheit! - eine einfach verständliche
Einführung für Computerlaien,
www.bsi-fuer-buerger.de.
Grundschutzhandbuch des Bundesamt für Sicherheit in der
Informationstechnik,
www.bsi.de/gshb/deutsch/menue.htm.
CERT/CC in englisch,
www.cert.org.
Vorlesungsbegleitendes Skript von Prof. Jürgen Plate - sehr für
Fortgeschrittene zu empfehlen,
www.netzmafia.de/skripten/sicherheit.
Selflinux: Grundlagen Sicherheit - recht umfassender Artikel (50
Seiten), bezieht sich auf Linux, auch als pdf-Version,
www.selflinux.org/selflinux-devel/html/grundlagen_sicherheit.html.
Frei zugängliche Online-Checklisten zum Thema Computersicherheit,
www.checkliste.de/informationstechnik/computersicherheit.
Quelle und Lizenz
Anmerkungen
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