Warum diese (inoffizielle?) DCNH-Seite weder über die DCNH-Homepage
verlinkt ist, noch auf Anfrage von der Züchternachweisstelle auf unsere
anfrage per E-Mail mitgeteilt wird, bleibt ein Rätsel des Vereinslebens.
Auch unseren zweiten Zwinger-Besuch verknüpfen wir mit einem
einem Besuch bei Freunden in Hamburg; bei der Fahrt von Hamburg nach
Klein Berssen stellen wir jedoch fest, dass dieser Ort nicht so
richtig "in der Nähe" ist.
Zuvor hatten wir telefonisch mit Frau Ott Kontakt aufgenmmen und
ein wenig geplaudert; kurz darauf erhielten wir per E-Mail einen
Artikel von Andrea Eichler mit dem Titel "Für wen eignet sich
ein Samojede?", der den Schweizer Samojeden News
entnommen ist; eine freundliche Geste für uns Samojeden-Neulinge,
die wir zu schätzen wissen (Dankeschön!).
Auch der Besuch lohnte sich, trotz des etwas lästigen
Anfahrtsweges; der Empfang durch Frau Petra Ott ist geradezu
herzlich und erweist sich wieder als durchaus informativ. Und: Haben
Sie es schon einmal erlebt, dass sie durch eine Tür in den Garten
treten und zehn vierbeinige Schneebälle auf Sie zuhoppeln? Wenn ja,
werden Sie, geschätzter Leser, vielleicht nachvollziehen
können, dass einem dabei das Herz aufgeht.
Der 10-er Wurf war laut Frau Ott eigentlich schon vollständig
vergeben, durch das Unwetter in Ostdeutschland im
August traten jedoch zwei
Interessenten aus Sachsen kurzfristig zurück; dadurch ergab es --
erfreulich für uns aber wohl weniger angenehm für die Züchterin --
dass noch zwei Rüden aus dem Wurf übrig waren. Obwohl noch alle
Wepen im Zwinger waren hatten wir keine freie Auswahl, die acht
Interessenten hatten verbindliche Bestellungen für bestimmte Welpen
abgegeben. Auch nach einigen Beobachtungsversuchen war es uns
allerdings nicht möglich, die Welpen zuverlässig
auseinanderzuhalten, dadurch konnten wir immer nur mutmassen,
welches denn jetzt in dem Wollknäuel unsere potentiellen Mitbewohner
sein könnten.
Die Samoyeden von Frau Ott sind noch etwas zutraulicher als die
aus der Zucht »Von
Inguri« einen Monat zuvor; recht grosse, sehr dicht bepelzte
Tiere zotteln den Welpen hinterher und schauen, was der Nachwuchs so
treibt. Dafür verläuft die Begrüssung nicht ganz so still wie in
Schlema, sondern eher hundetypisch mit einigem Radau.
Später lernen wir noch den Grossvater der Welpen kennen, einen
gesetzten, etwa zehn Jahre alten Rüden; nachdem er uns begrüsst hat
(machen das eigentlich alle Hunderassen bei Fremden?) lässt er sich
auf dem Rasen nieder und beobachtet das Geschehen. Die Welpenbande
piesackt ihn geschlossen eine ganz Weile und lässt sich einfach
nicht davon abbringen, ihn zum Spielen animieren zu wollen. Wenn es
ihm reicht, packt er einen besonders vorwitzigen Welpen im Nach und
schüttelt ihn kurz, es quietscht kurz, dann geht das Spiel jedoch
sogleich von neuem los. Faszinierenderweise lässt es sich der alte
Herr nicht nehmen, in der Nähe der anderen Hunde zu sein, macht
jedoch keine Anstalten, mit den Welpen aktiv zu spielen -- lässt
sich aber dennoch bereitwillig eine ganze Weile lang bespielen.
Meine Freundin hatte allerdings Vorbehalte gegen einen Rüden; sie
befürchtete, dessen nicht Herr zu werden; schlechte
Kindheitserfahrungen mit einem aufsässigen männlichen Afghanen aus
dem Tierheim mögen die Ursache dafür sein. Frau Otts Argumentation
war klar: Wer mit dem Samoyeden, egal ob Rüde oder Weibchen,
konsequent umgeht, hat (zumindest mit den Tieren aus ihrer Zucht)
keine Probleme zu erwarten. Jedenfalls gelang es auch der Züchterin
leider nicht, diese Bedenken restlos zu zerstreuen, obwohl wir beide
überzeugt wurden, dass die resolute Frau Ott ihre Tiere vollständig
im Griff hat. Schade eigentlich, da mir die Samoyeden-Rüden doch
deutlich besser gefallen und ich eher bei einem Weibchen schwer
kontrollierbare Verhaltensweisen erwarte. Aber dies werden wir
selbst herausfinden müssen...
Fazit: Der Zwinger »Classic
Samojed of Paradise« produziert sehr bewusst und gezielt
gezüchtete Familienhunde, die sich durch ihr besonders zutrauliches
und anhängliches Wesen auszuzeichnen scheinen. Ohne dies von der
Züchterin bestätigt zu bekommen glauben wir, dass hier eher die
englische Linie -- Samoyeden mit eher kurzen Beinen und sehr dichtem
Fell, eher Show- als Leistungshunde -- gezüchtet werden. Vermutlich
sind diese Tiere besser für die Stadt oder das Leben in einer
Wohnung geeignet, für die Arbeit als Schlittenhund haben sie einfach
zu viel Fell -- aber das haben wir mit den Tieren eigentlich auch
(vorerst) nicht vor.
Auch der zweite Besuch bestärkt uns in der Entscheidung für einen
Samoyeden.