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Samoyeden-Tagebuch September 2002

Tagebuch : 2002 : 09 : Übersicht
07-Oct-2002/10-Jan-07


Übersicht

28-Sep-2002: Wir erhalten von der DCNH-Züchternachweisstelle Post: In der Liste sind Würfe, Deckakte und Wurfplanungen verzeichnet, nicht jedoch die Namen der Zwinger; mühsam rekonstruieren wir aus dem Web, welcher Züchtername zu welchem Zwinger gehört. Später entdecke ich, dass der DCNH eine entsprechende und aktuellere Liste im Internet bereit stellt:

Warum diese (inoffizielle?) DCNH-Seite weder über die DCNH-Homepage verlinkt ist, noch auf Anfrage von der Züchternachweisstelle auf unsere anfrage per E-Mail mitgeteilt wird, bleibt ein Rätsel des Vereinslebens.

29-Sep-2002: Besuch des Zwingers »Classic Samojed of Paradise« von  R. Ott in Klein Berssen (Niedersachsen).

Auch unseren zweiten Zwinger-Besuch verknüpfen wir mit einem einem Besuch bei Freunden in Hamburg; bei der Fahrt von Hamburg nach Klein Berssen stellen wir jedoch fest, dass dieser Ort nicht so richtig "in der Nähe" ist.

Zuvor hatten wir telefonisch mit Frau Ott Kontakt aufgenmmen und ein wenig geplaudert; kurz darauf erhielten wir per E-Mail einen Artikel von Andrea Eichler mit dem Titel "Für wen eignet sich ein Samojede?", der den Schweizer Samojeden News entnommen ist; eine freundliche Geste für uns Samojeden-Neulinge, die wir zu schätzen wissen (Dankeschön!).

Auch der Besuch lohnte sich, trotz des etwas lästigen Anfahrtsweges; der Empfang durch Frau Petra Ott ist geradezu herzlich und erweist sich wieder als durchaus informativ. Und: Haben Sie es schon einmal erlebt, dass sie durch eine Tür in den Garten treten und zehn vierbeinige Schneebälle auf Sie zuhoppeln? Wenn ja, werden Sie, geschätzter Leser,  vielleicht nachvollziehen können, dass einem dabei das Herz aufgeht.

Der 10-er Wurf war laut Frau Ott eigentlich schon vollständig vergeben, durch das Unwetter in Ostdeutschland im August traten jedoch zwei Interessenten aus Sachsen kurzfristig zurück; dadurch ergab es -- erfreulich für uns aber wohl weniger angenehm für die Züchterin -- dass noch zwei Rüden aus dem Wurf übrig waren. Obwohl noch alle Wepen im Zwinger waren hatten wir keine freie Auswahl, die acht Interessenten hatten verbindliche Bestellungen für bestimmte Welpen abgegeben. Auch nach einigen Beobachtungsversuchen war es uns allerdings nicht möglich, die Welpen zuverlässig auseinanderzuhalten, dadurch konnten wir immer nur mutmassen, welches denn jetzt in dem Wollknäuel unsere potentiellen Mitbewohner sein könnten.

Die Samoyeden von Frau Ott sind noch etwas zutraulicher als die aus der Zucht »Von Inguri« einen Monat zuvor; recht grosse, sehr dicht bepelzte Tiere zotteln den Welpen hinterher und schauen, was der Nachwuchs so treibt. Dafür verläuft die Begrüssung nicht ganz so still wie in Schlema, sondern eher hundetypisch mit einigem Radau.

Später lernen wir noch den Grossvater der Welpen kennen, einen gesetzten, etwa zehn Jahre alten Rüden; nachdem er uns begrüsst hat (machen das eigentlich alle Hunderassen bei Fremden?) lässt er sich auf dem Rasen nieder und beobachtet das Geschehen. Die Welpenbande piesackt ihn geschlossen eine ganz Weile und lässt sich einfach nicht davon abbringen, ihn zum Spielen animieren zu wollen. Wenn es ihm reicht, packt er einen besonders vorwitzigen Welpen im Nach und schüttelt ihn kurz, es quietscht kurz, dann geht das Spiel jedoch sogleich von neuem los. Faszinierenderweise lässt es sich der alte Herr nicht nehmen, in der Nähe der anderen Hunde zu sein, macht jedoch keine Anstalten, mit den Welpen aktiv zu spielen -- lässt sich aber dennoch bereitwillig eine ganze Weile lang bespielen.

Meine Freundin hatte allerdings Vorbehalte gegen einen Rüden; sie befürchtete, dessen nicht Herr zu werden; schlechte Kindheitserfahrungen mit einem aufsässigen männlichen Afghanen aus dem Tierheim mögen die Ursache dafür sein. Frau Otts Argumentation war klar: Wer mit dem Samoyeden, egal ob Rüde oder Weibchen, konsequent umgeht, hat (zumindest mit den Tieren aus ihrer Zucht) keine Probleme zu erwarten. Jedenfalls gelang es auch der Züchterin leider nicht, diese Bedenken restlos zu zerstreuen, obwohl wir beide überzeugt wurden, dass die resolute Frau Ott ihre Tiere vollständig im Griff hat. Schade eigentlich, da mir die Samoyeden-Rüden doch deutlich besser gefallen und ich eher bei einem Weibchen schwer kontrollierbare Verhaltensweisen erwarte. Aber dies werden wir selbst herausfinden müssen...

Fazit: Der Zwinger »Classic Samojed of Paradise« produziert sehr bewusst und gezielt gezüchtete Familienhunde, die sich durch ihr besonders zutrauliches und anhängliches Wesen auszuzeichnen scheinen. Ohne dies von der Züchterin bestätigt zu bekommen glauben wir, dass hier eher die englische Linie -- Samoyeden mit eher kurzen Beinen und sehr dichtem Fell, eher Show- als Leistungshunde -- gezüchtet werden. Vermutlich sind diese Tiere besser für die Stadt oder das Leben in einer Wohnung geeignet, für die Arbeit als Schlittenhund haben sie einfach zu viel Fell -- aber das haben wir mit den Tieren eigentlich auch (vorerst) nicht vor.

Auch der zweite Besuch bestärkt uns in der Entscheidung für einen Samoyeden.

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deine seite(anonymous)Mär 28, 18:17
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