Myanmar (Birma, Burma)

Landesnatur

B. wird durch zwei N-S verlaufende Gebirgssysteme gegliedert. Der westl. Gebirgszug schließt das Land gegen Bangladesch und Indien ab. Den östl. Landesteil nimmt das Schanhochland ein. Beide Gebirgszüge begrenzen eine etwa 160 km breite, vom Irawadi durchflossene Grabenzone. Im äußersten N greifen die tibet. Randgebirge auf B. über. B. hat trop. Monsunklima mit sommerl. Regenzeit. Trop. Regenwald ist verbreitet. Im Lee der Gebirge gedeiht feuchter Monsun- und Bambuswald, in den höheren Bergregionen gibt es immergrüne Eichenwälder.

Bevölkerung

Die größte Bevölkerungsgruppe sind Birmanen (68)%), daneben ethn. Minderheiten (Schan, Karen, Mon). 19)% der überwiegend buddhist. Bevölkerung sind Analphabeten. Schulpflicht besteht vom 6.-10. Lebensjahr. B. hat 2)Universitäten.

Wirtschaft, Verkehr

B. ist ein traditionelles Agrarland mit dem Hauptprodukt Reis. Wichtig ist der Teakholzeinschlag. Fischzucht und Hochseefischerei zeigen starke Zuwachsraten. B. ist reich an Bodenschätzen (Erze, Edelsteine, Erdöl, Erdgas). Nahrungsmittel-, Textil- und Baustoffindustrie. Das Schienennetz ist 4463 km, das Straßennetz 23384 km lang. Wichtigste Häfen sind Rangun, Akyab, Bassein und Moulmein. Internat. ¡ bei Rangun.

Geschichte

Durch die Eroberung des Mon-Reiches von Thaton (Sudhammavatì) dehnte das erste birman. Reich seinen Machtbereich bis nach S-Birma aus. Der Einfall der mongol. Yüan-Dynastie setzte der PaganDynastie (1044-1287) ein Ende. Nach einer Periode wechselvoller Kämpfe zw. Birmanen, Schan und Mon um die Vorherrschaft einigte die letzte birman. Konbaung-Dynastie (1752-1885) das Reich. Nach 3 brit.-birman. Kriegen wurde B. 1886 Brit.-Indien einverleibt. Nach einem Aufstand 1930 billigte Großbrit. 1935 B. die Selbstverwaltung zu. Im 2. Weltkrieg besetzte Japan das Land. Am 4.)1. 1948 erlangte B. die staatl. Unabhängigkeit. Nach kommunist. Unruhen und Aufständen ethn. Minderheiten wurde Premier-Min. U Nu (1947-62 mit Unterbrechungen) 1962 durch General Ne Win gestürzt. Gestützt auf die allein zugelassene Burma Socialist Programme Party (BSPP), verfolgte Ne Win (1974-81 Staatsratsvors.) einen sozialist. Kurs unter Abschließung des Landes von der Außenwelt. Eine Protestbewegung gegen die Einparteienherrschaft führte 1988 zum Rücktritt von Ne Win; nach mehrfachem Wechsel im Präs.amt übernahm 1988 das Militär unter General Maw Saung die Macht. 1989 wurde der Staatsname in ›Union von Myanmar‹ geändert. Aus den ersten freien Wahlen nach 30 Jahren ging im Mai 1990 trotz zahlr. Restriktionen das von Aung San Suu Kyi gegr. Oppositionsbündnis ›Nationale Liga für Demokratie‹ als Sieger hervor; das Militär verweigerte jedoch die Machtübergabe. Betroffen von anhaltend schweren Menschenrechtsverletzungen sind bes. die ethn. Minderheiten (1991 Massenflucht der Muslime nach Bangladesh). Nachfolger des 1992 zurückgetretenen Chefs der Militärjunta Saw Maung wurde General Than Shwe. 1994 wurde ein durch die verfassunggebende Versammlung erarbeiteter Verfassungsentwurf vorgelegt.

Politisches System

Sozialist. Republik; Verfassung von 1974. Staatsoberhaupt und Regierungschef ist seit dem Putsch von 1988 der Vors. des State Law and Order Restoration Council (SLORC; 19)Militärs), des faktisch obersten Machtorgans. Das 1990 gewählte Parlament (485)Abg.) hat seine Tätigkeit nicht aufgenommen; seit 1993 besteht eine verfassunggebende Versammlung. Parteien: Nationale Liga für Demokratie (NLD), Nationale Einheitspartei (NUP; ehem. sozialist. Einheitspartei).

(c) Meyers Lexikonverlag.

Burma, engl. Name für Birma.

(c) Meyers Lexikonverlag.


Erstellt am: 18-Oct-1996 von: Agon S. Buchholz < asb@zedat.fu-berlin.de>
Zuletzt bearbeitet am: 23-Oct-1996 von: AgonS. Buchholz < asb@zedat.fu-berlin.de> mit: Hab.
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