Folgerungen und Ergebnisse

Technische Realisation

Hauptergebnis dieser ersten Befragungen ist, daß man möglichst nicht merken sollte, daß man einen Computer benutzt; gefordert wird ein »Mac-Feeling«, das dem Benutzer eine intuitiv zu benutzende Simulation der gewohnten Schreibtischumgebung bietet.

Hieraus ließe sich möglicherweise ableiten, daß der Ansatz des Tools »BSCW«, bei dem ein Shared Workspace mit Papierkorb und Ablagefläche der eher technisch orientierten, aber leistungsfähigeren Oberfläche von Systemen wie »Hyperwave« vozuziehen ist.

Zur Zeit gibt es noch zu wenig Datenmaterial, um ernsthaft Forderungen an ein bestimmtes Design aufzustellen; dennoch sind den Äußerungen der Benutzer bereits einige erste tendenzielle Präferenzen zu entnehmen:

  • Schnelle Antwortzeiten.
    Egal was das System leistet, die Maxime lautet »Geschwindigkeit um jeden Preis«. Verzögerte Antwortzeiten ohne Statusmeldungen führen zu Irritation und Verärgerung sowie nach kurzer Zeit zu Nichtbenutzung des Angebots.
  • Struktur und Gliederung.
    Akademische Nutzer sind eine klare Struktur gewohnt, wie sie beispielsweise Fachpublikationen aufweisen. Selbst vorbildlich aufgebaute Hypertexte sind eher unbeliebt weil sie als zu zeitaufwendig für die gezielte Informationssuche wahrgenommen werden.
  • Verständliche Fehlermeldungen.
    Technische Fehlermeldungen wie der o.g. »404 not found« sind sinnlos, da sie von unserer Zielgruppe nicht interpretiert werden können. Fehlermeldungen sollten daher, soweit möglich, ausformuliert werden; wenn möglich sollte das System auch »fehlerhafte« Benutzereingaben abfangen bzw. in bestimmten Situationen Alternativen vorschlagen.

Konzeption

Interessanter als die Hinweise auf Wunschvorstellungen bezüglich der technischen Realisation (Interface) waren die eher generellen Anmerkungen zum Konzept von FORS, also zu einer Umgebung für das kooperative Erstellen von Wissen.

Die Befragten erkannten rasch den Grundkonflikt zwischen Kooperation und Konkurrenz, der jedem CSCW- bzw. Groupware-System innewohnt [vgl. Burger97:1 ff.]. Vorherrschend war die Befürchtung, »jemand« könnte Nutzen ziehen aus »fremden« Forschungsergebnissen oder sie als die eigenen ausgeben.

Die Sichtweise von FORS, nach der Forschung ein kooperative Prozeß sein muß, der von Besitzdenken nur gehemmt wird, konnte nur schwer vermittelt werden. Auch die Versicherung, daß es technisch realisierbar ist, präzise zu protokollieren, welcher Mitarbeiter zu welchem Zeitpunkt eine bedeutende Idee eingebracht hat, um den Schutz des geistigen »Eigentums« zu gewährleisten, reichte nicht aus, um diese Bedenken zu zerstreuen.


Anmerkungen zur Mitbewerberanalyse zu FORS |

 

 

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