FORum SüdostasienKooperation und Konkurrenz

Cora Burger formuliert in der Einleitung zu ihrem Buch »Groupware«: »Das Zusammenleben zwischen Menschen ist geprägt durch die beiden gegensätzlichen Mechanismen der Kooperation und Konkurrenz [...]. Kooperatives Verhalten setzt ein gewisses Mindestmaß an Vertrauen und gegenseitiger Offenheit voraus, während Konkurrenz eher mit Abschottung einhergeht.« [Burger97: 1].

Damit ist das Spannungsverhältnis bereits skizziert, in dem jedes kooperative Projekt stehen wird. Konkurrenz ist ein zentrales Leitmotiv der bürgerlichen Gesellschaft; Marktwirtschaft basiert auf dem Prinzip der Konkurrenz, oder anders formuliert: erfordert den freien Wettbewerb. Das Prinzip der Konkurrenz hat sich, ausgehend von der Wirtschaftsstruktur, auf unterschiedliche Bereiche des öffentlichen und sogar privaten Lebens ausgebreitet. Die Erfolge dieses Prinzips sind unbestreitbar, es werden jedoch einige Fragen aufgeworfen.

Durch das Konkurrenzprinzip lassen sich zweifellos kurzfristige Erfolge erzielen; sind diese jedoch auch längerfristig aufrechtzuerhalten? Marktwirtschaft setzt kontinuierliches Wachstum voraus; wie lange läßt sich ein solches Wachstum aufrechterhalten? Jedem Wachstum sind durch die zur Verfügung stehenden Ressourcen Grnzen gesetzt; wo liegen die Grenzen des Wachstums? Im Bereich der Wirtschaft lassen die zahlreichen Krisen der vergangenen Jahre auf den internationalen Finanzmärkten Zweifel an der Stabilität dieses Systems aufkommen.

Die oben erwähnten allgemeinen Beobachtungen lassen sich auf andere Bereiche menschlichen Zusammenlebens übertragen. Exemplarisch sei nur verwiesen auf die Pervertierung der wissenschaftlichen Forschung in Folge eines übersteigerten Konkurrenzkampfes: In den vergangenen Monaten wurden zahlreiche Fälle von Fälschung und des Betrugs im Bereich der naturwissenschaftlichen Forschung publik. Andererseits: Was bleibt Forschern angesichts des erbitterten Kampfes um Fördergelder und Publikation von Forschungsergebnissen anderes übrig, als etwas »dick aufzutragen«? Statt das Übel an der Wurzel zu packen und das übersteigerte Konkurrenzprinzip zurückzufahren wird der Ruf laut nach mehr Kontrolle. Doch wie läßt sich Kontrolle mit der grundgesetzlich garantierten Freiheit der Wissenschaft vereinbaren? Ist eine Kontrolle von Forschung wirklich wünschenswert?

Es stellt sich also die Frage: Gibt es eine Alternative zum Konkurrenzprinzip? Sicherlich: Kooperation statt Konkurrenz.

Weiter: Alternativen

 


Anmerkungen zum Hintergrund zu FORS |

 

 

powered by Webcounter