|
| |
Malaysia
  
Fläche: 329 749
km2
Einwohner: 18,792 Mio.
Hauptstadt: Kuala Lumpur
Amtssprachen: Malaiisch, Englisch
Nationalfeiertag: 31. 8.
Währung: 1 Malay.
Ringgit (M$) = 100 Sen (c)
Zeitzone: MEZ +
7 Std.

Malaysia Staat in Asien.
West-M. umfasst den S-Teil der Malaiischen Halbinsel und grenzt im N an
Thailand, im S an Singapur. Ost-M. besteht aus Sarawak und Sabah, nimmt den
N-Teil von Borneo ein und grenzt an Indonesien und Brunei.
Staat und Recht:
Bundesstaatl. parlamentar. Wahlmonarchie;
Verfassung von 1963 (zuletzt geändert 1994). Staatsoberhaupt
und oberster Inhaber der Exekutive ist der von den neun Sultanen für
5 Jahre gewählte König (seit 1994 Ja'afar Abdul Rahman). Die Legislative
liegt beim Parlament, das aus dem König, dem Senat (70 Abg.; je zwei von den
Parlamenten der Gliedstaaten und Bundesterritorien gewählte Vertreter und 40
vom König ernannte Senatoren; Amtsdauer: 6 Jahre)
und dem Repräsentantenhaus (180 auf 5 Jahre gewählte Abg.) besteht.
Wichtigste Partei ist die Nat. Front, ein Zusammenschluss von 13
Organisationen unter Führung der United Malay's National Organization
(UMNO). Oppositionsparteien sind u. a.
die Demokrat. Aktionspartei und die Islam. Partei.
Landesnatur:
West- und Ost-M. sind überwiegend
gebirgig. Die höchste Erhebung liegt in Sabah (Kinabalu 4 101 m).
Den Gebirgen sind küstenwärts Hügelländer und Sümpfe vorgelagert. M. besitzt
innertrop., immerfeuchtes Klima. Die Niederschläge erreichen teilweise über
6 000 mm/Jahr. 70 %
der Gesamtfläche werden von trop. Regenwald eingenommen.
Bevölkerung:
In allen Landesteilen überwiegen die
Malaien (60 %) und Chinesen (31 %).
In Sabah leben rd. 22 % Indonesier.
Etwa 50 % sind Muslime, 7 %
Christen; die Chinesen sind überwiegend Konfuzianer und Buddhisten.
Wirtschaft, Verkehr:
Das Schwellenland M. ist eines der sich am
schnellsten entwickelnden Länder Asiens. M. ist führend in der Kautschuk-
und Palmölproduktion. Fischerei, Schweine- und Geflügelhaltung decken den
Eigenbedarf. Die wichtigsten Bodenschätze sind Zinnerz, Erdöl und Erdgas.
Die Industrie hat ihre Schwerpunkte im Raum Kuala Lumpur und Pinang. Das
Schienennetz ist in West-M. 1 639
km, in Sabah 184 km lang. Das Straßennetz hat eine Gesamtlänge von 55 201
km. Wichtigste Häfen sind Pinang, Port Kelang, Johor Baharu, Kuantan,
Kuching und Kota Kinabalu; internat. ? bei Kuala Lumpur und Pinang.
Geschichte:
Malaiische Einwanderer aus Sumatra
gründeten um 1400 das Sultanat Malakka mit der gleichnamigen Hauptstadt, die
zum bedeutendsten Umschlagplatz des West-Ost-Handels wurde. 1511 eroberten
die Portugiesen Malakka; 1641 fiel die Stadt in niederl. Hand. 1795 besetzte
Großbrit. Malakka und fasste es Anfang des 19. Jh.
mit Penang (heute Pinang) und Singapur zu den ›Straits Settlements‹
(Siedlungen an der Wasserstraße) zusammen (seit 1867 Kronkolonien). Ab 1873
unterstellte Großbrit. neun kleinere malaiische Sultanate seiner direkten
(Föderierte Malaiische Staaten) oder indirekten Verwaltung (Nichtföderierte
Malaiische Staaten). Im 2. Weltkrieg war die Malaiische Halbinsel 1942–45
jap. besetzt. Die nach der Niederlage Japans zurückgekehrten Briten trugen
den malaiischen Forderungen nach staatl. Selbstständigkeit 1946 mit der
Gründung der Malaiischen Union Rechnung, die 1948 in den Malaiischen Bund
(die neun Sultanate mit den brit. Besitzungen Pinang und Malakka) überführt
wurde. Dieser erhielt am 31. 8.
1957 die Unabhängigkeit innerhalb des Commonwealth. Am 16. 9.
1963 wurde die Föderation von M. proklamiert (neue Verfassung, basierend auf
der des Malaiischen Bundes), der neben einem Teil des ehem. Brit.-Nordborneo
auch Singapur
eingegliedert wurde. Doch Schwierigkeiten innenpolit. (Unruhen zw. Chinesen
und Malaien) und außenpolit. Art (Konfrontationspolitik Indonesiens unter
Sukarno) führten 1965 zum Austritt Singapurs aus der Föderation. Auch in der
Folgezeit kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zw. verschiedenen
Bevölkerungsgruppen (1969, 1978/79, 1987). Das rohstoffreiche Schwellenland
M. verzeichnete in den 1980er-Jahren ein hohes wirtschaftl. Wachstum.
Außenpolitisch steuert M., in dem seit 1963 die UMNO den Min.-Präs. (seit
1981 Datuk Seri Mahatir Mohammed, zuletzt 1995 bestätigt) stellt, einen
gemäßigten, neutralen und blockfreien Kurs.
Weblinks zu diesem Artikel:
Malaysia
Literatur zu Malaysia
| |

|