allgemein: Annäherung.
wird in unterschiedlichen Kontexten (Biologie, Technik, Mathematik, Völkerkunde, Optik u.a.) verwendet.
Im Kontext der Völkerkunde bezeichnet Konvergenz die Entwicklung von Kulturgütern ganz verschiedener Herkunft zu gleichen oder ähnl. Formen; oft Anlaß zu einer Mißdeutung auf gleiche Herkunft [1].
Generell sind drei Entwicklungstendenzen vorstellbar, wenn ein neues Medium erfunden wird:
Konvergente Entwicklungen lassen sich in den unterschiedlichsten Kontexten untersuchen; im Bereich der Erforschung der Medien gibt es beispielsweise seit der Einführung des dualen Rundfunksystems in Deutschland eine Konvergenzdebatte die untersucht, ob sich der öffentlich-rechtliche dem kommerziellen Rundfunk annähert. Eine ähnliche Diskussion gibt es in verschiedenen Teilbereichen des IuK-Sektors.
Im Kontext der Entwicklung des Mediensystems sind vor allem zwei konvergente Entwicklungstendenzen vorstellbar:
Martin Polon [1] prognostiziert in seinem Essay über »Technologie und Spielfilme in der Zukunft« eine Konvergenz von Telekommunikations- und Unterhaltungsindustrie und geht davon aus, daß der Konsument neue Distributionsformen akzeptieren wird:
»Private Haushalte werden über Videokabel und/oder Glasfaserlinie der Telefongesellschaft und/oder direkte Satellitenübertragung mit Unterhaltungs- und Informationsquellen verbunden sein. Die Verbindungen ermöglichen zum Teil gegenseitige Kommunikation wie beim Zweiwegkabel [...]« [124:491].
Prof. Nicholas Negroponte vom Media Lab des MIT prognostiziert eine Annäherung von Fernsehempfänger und Computer; er läßt dabei offen, ob Computer zu intelligenten Fernsehern mutieren werden, oder ob die Fernsehgeräte eher zu dummen Computer degenerieren werden. Negroponte meint, beide seien »ein und dasselbe« [?:132] und rät den Herstellern von Fernsehgeräten in die Zukunft zu investieren und PCs zu produzieren.
Neben einer konvergenten Entwicklung sind auch andere Varianten denkbar.
die (umstrittene) Lehre, daß sich die kommunist. u. die westliche Gesellschaftsordnung immer ähnlicher werden, bes. infolge der gleichen Gegebenheiten der industriellen Gesellschaft [1].
[1] Quelle: Bertelsmann Discovery 1995