Internet-Telefonie beunruhigt die etablierten Phone Companies: »Bei praktisch allen Telefonriesen liegen inzwischen Studien über das Bedrohungspotential für das Telefongeschäft durchs Internet vor.« [090:70]. VocalTec verzeichnet beispielsweise pro Quartal bis zu 150.000 Abrufe seiner Telefon-Software [090:69]. Das Marktforschungsinstitut IDC schätzt, daß es bereits 1995 rund eine halbe Million Internet-Telefongespräche von amerikanischen Teilnehmern gegeben habe; für 1999 werden 16 Millionen Gespräche und ein Branchenumsatz von 560 Millionen Dollar prognostiziert [090:69]. AT&T befürchtet daher massive Umsatzeinbrüche, wenn ihre Kunden Ferngespräche in andere Bundesstaaten oder ins Ausland über einen pauschal bezahlten Internetzugang abwickeln und dafür nur einen Bruchteil der üblichen Gebühren bezahlen.
Was als High-Tech-Spielerei begann, wurde spätestens zum Politikum, als die
America's Carriers Telecommunication
Association (ACTA) die zuständige US-Aufsichtsbehörde (Federal
Communications Comission, FCC) im März 1986 aufforderte, zu entscheiden, ob die
Sprachvermittlung in Echtzeit über das Internet nicht verboten werden müßte [091]; andernfalls müßten die
Anbieter der entsprechenden Programme und Services als Telefongesellschaften eingestuft
werden, was steuerrechtliche Konsequenzen zuungunsten der ISPs bedeuten würde [090:70].