Begriff

Das Internet ist ein weltweites Computernetz, das mehrere Millionen Rechner miteinander verbindet. Es wird auch «Netz der Netze» genannt, denn es ermöglicht den Zusammenschluß unterschiedlichster Netzwerke, so daß alle angeschlossenen Computer – unabhängig von der ansonsten verwendeten Soft- und Hardware – miteinander kommunizieren können.

Um das Phänomen Internet zu beschreiben, das seit 1995 verstärkt in den Blick der Öffentlichkeit geraten ist, können unterschiedliche Ebenen betrachtet werden:

1. Die physische Ebene

Rechner und Kabel. Hier findet sich unterschiedlichste Hardware der verschiedensten Hersteller: PC’s unterschiedlichster Bauart, Netzcomputer, Workstations und Supercomputer. Auch die sogenannten Peripheriegeräte (Drucker, Still-Cameras, Netz-Telefone, wissenschaftliches Versuchsgerät, usw.) zählen dazu, sofern sie über das Netz erreichbar sind. Für die physikalische Übertragung der Daten können prinzipiell alle möglichen Formen eingesetzt werden: Telefonleitungen, Glasfaserkabel, Funkstrecken, Satellitenverbindungen, usw.

2. Die Ebene der Computer-Kommunikation

Protokolle, reisende Datenpakete. Damit unterschiedliche Computer miteinander Daten austauschen können, mußten allgemein gültige Regeln für die Datenübertragung vereinbart werden. Zudem muß das Netz auch beim Ausfall von Teilen des Systems funktionsfähig bleiben (Externer LinkInternet-Geschichte). Die Verwirklichung dieser Vorgaben sind die Externer LinkInternet-Protokolle, allen voran Externer LinkTCP/IP (Transmission Control Protocol / Internet-Protocol). Die Daten, die von einem Computer auf die Reise geschickt werden, gelangen dabei nicht als zusammenhängende Datei an ihr Ziel, sondern werden in kleine Datenpakete (packets) aufgesplittet und beim Empfänger wieder zusammengesetzt. Die einzelnen Pakete nehmen den jeweils schnellsten, nicht aber alle denselben Weg. Dabei gilt, daß der geographisch kürzeste Weg nicht immer auch der schnellste ist. Störungen auf der Strecke führen so nicht dazu, daß der Datentransport unterbrochen wird. Die Pakete nehmen einfach einen Umweg und erreichen dennoch ihr Ziel.

3. Die Anwendungsebene

Internet-Dienste. Der meistgenutzte Internet-Dienst ist E-Mail, die elektronische Post. Zum Übertragen von Dateien dient Externer LinkFTP, um nach Dateien zu suchen Externer LinkArchie und Externer LinkGopher. Mit Externer LinkTelnet ist es möglich, ferne Computer zu bedienen, weltweite Life-Gespräche laufen in den Kanälen des Externer LinkIRC (Internet Relay Chat), die Externer LinkNewsgroups des Usenet bieten Diskussionsforen zu allen erdenklichen Themen. Zum explosionsartigen Wachstum des Internet führte das 1993 allgemein eingeführte Externer LinkWorld Wide Web, das die intuitive Navigation («Surfen») in grafisch aufbereiteten Dokumenten (Webseiten) ermöglicht, die durch Externer LinkLinks miteinander verbunden sind. Die Attraktivität des Web ist auch auf seine Multimedia-Möglichkeiten zurückzuführen: Bilder, Töne, Videos, Animationen u. a. können eingebunden werden. Es integriert zunehmend die anderen Internet-Dienste, so daß das Web heute oft mit dem Internet gleichgesetzt wird.

4. Die kulturelle Ebene

Menschen im Netz. Ursprünglich aus dem militärischen Interesse an der Aufrechterhaltung der Kommunikation im Kriegsfall entwickelt, nutzte zuerst die wissenschaftliche Welt das Internet. Die gemeinsame Nutzung von Großcomputern und anderen Resourcen wie Datenbanken, Textarchiven und Spezialprogrammen, sowie die Kommunikation unter den Wissenschaftlern stand im Vordergrund. Studenten erweiterten das Netz für ihre Zwecke, etablierten das Usenet, schufen die Fantasie-Spielwelten der Externer LinkMUDs und MOOs, verschiedene Subkulturen entstanden, die die nicht-hierarchische, dezentrale und demokratische Struktur begeistert aufgriffen.

Mit der Kommerzialisierung des Internet-Zugangs über Internet-Provider und Online-Dienste kamen wirtschaftliche Interessen und Dienste auf (Net-Shopping, Teleworking, Werbung, Infotainment, Unterhaltung), die heute das Web dominieren. Der dadurch ebenfalls erschwinglich gewordene Zugang für jeden, der sich einen PC, ein Modem und einen Internet-Account leisten kann, ermöglicht jetzt auch Individuen und Gruppen, ohne großen Aufwand selbst im Netz zu publizieren und zu kommunizieren. Daraus ist eine unüberschaubare Vielfalt von Inhalten und Angeboten entstanden, private Seiten und engagierte nicht-kommerzielle Projekte prägen – neben dem kommerziellen Bereich – die Netzkultur. (siehe auch Externer LinkInternet-Geschichte)

Das Internet wird in der Presse vielfach wie ein neues Fernsehprogramm oder ein Versandhauskatalog angepriesen: Flüge buchen, Bücher bestellen, Aktien kaufen, Versicherungen abschließen – so soll sich der Surfer durchs Netz bewegen und dabei möglichst viel Geld ausgeben. Doch das «wahre Internet» ist vom «Internet als Ware» immer nur einen Mausklick entfernt. Niemand kommt etwa an den Externer LinkSuchmaschinen vorbei: Hier lassen sich Millionen Webseiten nach beliebigen Stichworten durchsuchen. Spätestens beim Durchsehen einer solchen Ergebnisliste finden sich die unzähligen Externer Linkprivaten Homepages von Leuten aus aller Welt. Meist dienen sie der Selbstdarstellung, der Präsentation der Lebensumstände und Interessen und vor allem der Kontaktaufnahme: Jede Seite lädt dazu ein, den Verfasser per E-Mail anzusprechen. Verbindungen zu anderen Seiten (Links) sind obligatorisch. Online-Freundschaften ergeben sich ungeachtet räumlicher Entfernungen, auch selbstorganisierte Arbeitszusammenhänge entstehen so. Das kleinste, scheinbar Unwichtigste ist das große am Internet. Es läßt das Individuum zu Wort kommen und bietet eine Brücke zum anderen. Ob diese Brücke auch beschritten wird, liegt in der Entscheidung jedes Einzelnen.