Konzept verschiedener US-Firmen, das Informations- und Unterhaltungsangebote über das
Internet in
Kanäle (Channels) einspeist
und mit Zugangsberechtigungen für Anwender abrufbar macht. Der Kunde bedient sich aus
Sportkanälen, nimmt an Glücksspielen teilt oder holt sich
News. Firmen wie Pointcast
und Marimba setzen auf Technologien, die die «Info-Ware» fein säuberlich nach
Sparten ordnet und zum Konsumenten bringt. In Prognosen werden für die Zukunft hohe
Umsätze in Milliardenhöhe aus Werbeeinnahmen erwartet. Schon seit Anfang 97 sind alle
Werbeplätze der Push-Firma Pointcast ausverkauft, was als Beleg für den
zukünftigen Erfolg herangezogen wird. Firmen wie
Netscape,
Microsoft, Bertelsmann
sowie Business-Dienste, Provider und Betreiber von Suchmaschinen folgen dem Trend und
fahren ihre unrentablen Webangebote zurück. Kritiker aus der Online-Szene sehen diesem
Trend zur Favorisierung von der
Push-Technologie
gelassen entgegen. Solange es die Möglichkeit gibt, per Mausklick selbst zu entscheiden,
was man sehen, lesen, finden und entdecken will, bleiben die «Pusher» nur dann ein Teil
des
WWW, wenn sie auch Erfolg
haben.
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Als Webcasting (auch: Netcasting)bezeichnet man einen relativ neuen Dienst auf Internet-Basis, der Elemente des heutigen Internets mit den Eigenschaften von Radio, Fernsehen und Telefon verbindet.
Webcasting funktioniert, im Gegensatz beispielsweise zum Internet-Dienst World Wide Web, nach dem Push-Prinzip. Das Push-Prinzip orientiert sich am Kommunikationsmodell des Broadcasting, bei dem aufbereitete Informationen in Form von einer limitierten Anzahl von Programmen bereitgestellt werden.
Das Funktionsprinzip ist simpel: Die Software wird dabei nur einmal nach den individuellen Interessen personalisiert: Welche Bereiche sind interessant? Wann und wie oft sollen die Informationen aktualisiert werden? Alles weitere läuft automatisch ab, es muß kein Web-Browser gestartet, keine Internet-Adresse eingegeben oder angewählt werden; die Software holt die Inhalte selbständig aus dem Netz und gibt sie auf dem Bildschirm wieder.
Die Anbieter von Webcasting-Software haben unterschiedliche Wege realisiert, um ihre Inhalte zu präsentieren; Pointcast und After Dark Online agieren beispielsweise gleichzeitig als Bildschirmschoner.
Die beiden Hauptkonkurrenten im Browser-Markt --
Microsoft und
Netscape -- haben seit 1996 unterschiedliche nach dem Push-Prinzip arbeitende Technologien vorgestellt:
Als Motivation für die Einführung von Webcasting-Technologien gibt Microsoft-Autor Uwe Thiemann folgenden Grund an:
»Unternehmen und Organisationen, die sich und ihre Leistungen im Internet präsentieren, sind daran interessiert, dem Anwender ihre Inhalte ohne Zeitverzögerung und ohne Aufwand zukommen zu lassen. Microsoft hat diesen Bedarf erkannt und darauf reagiert.«
Heinrich Seeger spottet über Webcasting in einer Glosse in
Global Online:
»Ohne jede (Inter-) Aktivität kommt das Internet von allein wie der Knochen zum Hund, aus Couch Potatoes vor dem Fernseher werden in Zukunft Mouse Potatoes am Computer« [?:28]
Anbieter von Push-Lösungen sind beispielsweise:
| Pointcast http://www.pointcast.com/ |
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| Marimba http://www.marimba.com/ |
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| Backweb http://www.backweb.com/ |
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| Downtown http://www.incommon.com/ |
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| After Dark online http://www.afterdark.com/ |
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| Datachannel http://www.datachannel.com/ |
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| Tibco http://www.tibco.com/ |
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| Diffusion http://www.diffusion.com/ |
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| Individual http://www.individual.com/ |
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| Smart Newscan Internet http://newscan-online.de/ |
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| Microsoft Internet Explorer: Active Desktop http://www.microsoft.com/ie/ie40/ |
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| Intel Intercast http://www.intel.com/iaweb/intercast/index.htm |
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| Newscatcher http://www.airmedia.com/newscatcher/ |
Im Gegensatz dazu steht das Kommunikationsmodell des World Wide Web, bei dem der Nutzer die für ihn interessanten Informationen aktiv recherchieren muß; diesen Zugang bezeichnet man als Pull-Prinzip. Beide Prinzipien unterscheiden sich vor allem durch den unterschiedlichen Grad an Interaktivität.
Die Hauptkritikpunkte am Webcasting lassen sich wie folgt zusammenfassen:
An einer Symbiose von Webcasting und Digital Video Broadcasting arbeitet die schweizer Firma The Fantastic Corporation (TFC).
Ein Pilotprojekt mit Data Broadcasting über digitale terrestrische Netze (DVB-T) wurde Anfang 1997 in Berlin/Brandenburg vorgestellt.