Strukturierung für den Leser des Hypertextes mußte völlig neu erfunden werden; während dies bei einem konventionellem Text mit einer sequentiellen Abfolge der einzelnen Abschnitte (Einleitung, Hauptteil, Schluß etc.) vergleichsweise einfach ist, mußte bei der vorliegenden Arbeit berücksichtigt werden, daß möglicherweise auch ein vollkommen anderer Zugang gewählt werden könnte. Gleichzeitig mußten jedoch auch die Anforderungen an eine wissenschaftliche Arbeit berücksichtigt werden, d.h. zumindest mußte es möglich sein, einen weitgehend vollständigen Ausdruck auf Papier anzufertigen. Ein Erkunden des Hypertextes mit allen seinen Vor- und Nachteilen ist jedoch nur in der elektronischen Version möglich, daher Diskette anbei (Windows 95, lange Dateinamen...).
Arbeitsweise archaisch, wie Steinzeitmensch mit Faustkeil beim Verewigen der Stammeschronik. Fehlen von vertrauten Hilfsmitteln einer textverarbeitung wie Word, z.B. Outline-Modus zum Strukturieren des Textes, schmerzhaft bemerkbar.
Weitere Probleme, z.B. Urheberrechte bzw. Zitierweise von Hypertextverweisen und Inkonsistenz des World Wide Web...
Automatische Konverter
Eine Alternative hätte darin bestanden, den Text konventionell mit einer Textverarbeitung und den gewohnten Hilfsmitteln (Thesaurus, Rechtschreibprüfung, Outline-Modus, Kompletter Text übersichtlich in einer Datei usw.) zu erstellen, diesen wie gewohnt als Hausarbeit auszudrucken und anschließend mit einem automatischen Konverter einen Pseudo-Hypertext zu generieren; derartige Konverter sind u.a. für LaTeX (LaTeX2HTML), RTF (RTFtoHTML) und FrameMaker (HoTMaLe) verfügbar, die Struktur des Textes bleibt jedoch sequentiell bzw. linear, da ja ein linearer Text nur an einigen vordefinierten Stellen (i.d.R. kapitelweise) in mehrere Teildateien aufgesplittet wird. Ein vollwertiger Hytertext sollte jedoch mehr bieten, d.h. vor allem zusätzliche Zugriffsmöglichkeiten auf den Text bieten.
Arbeitsaufwand
Eine »Nebenwirkung« dieses neuen qualitativen Niveaus von Hypertexten bedingt sowohl einen massiv erhöhten Arbeitsaufwand beim Autor des Hypertextes als auch einen aktiveren Leser. Der Leser ist es letztlich auch, der entscheiden muß, ob er die zusätzliche Mühe der Interaktion auf sich nehmen will und ob die gewählte Realisierung des Hypertextes mit den begrenzten, aber ausreichenden Möglichkeiten von HTML akzeptabel ist.
Einige Probleme
HTML beinhaltet keine Möglichkeit, Art oder Ziel von Hyperlinks zu beschreiben: ein Link wie dieser kann zur sequentiell nächsten HTML-Seite, zu einem Glossareintrag oder aus dem jeweiligen Hypertext heraus führen, er kann auf sich selbst verweisen (was meist sinnlos wäre) oder sogar fehlerhaft sein (broken oder dead link). Als workaround empfehlen viele HTML Style Guides, Links möglichst aussagekräftig zu beschreiben, z.B.:
»Weitere Informationen zu ADSL finden Sie im Glossar, im Abschnitt über die
unterschiedlichen
DSL-Technologien sowie
auf der
ADSL-Homepage des ADSL-Forums.«
Leider entstehen dadurch sprachliche Konstrukte, die den Lesefluß unterbrechen und daher normalerweise im Anmerkungsapparat (d.h. als Fuß- oder Endnote) untergebracht würden; in einem Hypertext würde dann ein Hyperlink auf die Anmerkung zeigen, die wiederum nur aus kommentierten Hyperlinks bestünde -- unerfreulich.
Um diese Problematik zu umgehen, experimentierte ich mit dem Hilfsmittel der Kreuzreferenz; dabei handelt es sich um HTML-Seiten außerhalb der inhaltlichen Bestandteile der Arbeit, also reine Meta-Informationen über die Strutur des Textes, in denen versucht wird, das jeweilige sematische Netz abzubilden.
Literaturhinweise
Schritte
bei der Online-Enwicklung von Helmut Degen (
degen@zedat.fu-berlin.de)