Begriff »Therapie«

Griechisch qerapeia heißt soviel wie Dienen, Dienst, Pflege, weiß das Etymologische Dudenlexikon. Therapie ist Kranken-Heilbehandlung. Der Therapeut ist demzufolge der behandelnde Arzt, der Heilkundige.

qerapon bedeutet Diener, Gefährte.

qerapeutes ist der Pfleger.

Schon im ärztlichen Roche-Medizinlexikon aber zeigt sich ein anderer Aspekt: "Therapie" ist hier: "Maßnahmen zur Heilung einer Krankheit". Vom Dienen, Begleiten, Pflegen ist nicht mehr die Rede . . .

Damit spiegelt sich auch hier ein Problemfeld wider:

Die Wandlung der Auffassung von Therapie — ursprünglich eine dienende, pflegende Maßnahme, in deren Mittelpunkt der Kranke steht; heute eine Maßnahme zur Heilung, in deren Mittelpunkt der Arzt steht... "Therapie" haben sich in den meisten europäischen Ländern die Mediziner reserviert; für die Praxis der Psychotherapie hat das gravierende Auswirkungen.

"Noch heute liegt der Nimbus des Unheimlichen auf der geistigen und seelischen Erkrankung", meint etwa der Schweizer Psychiater und Psychoanalytiker Gion Condrau. "Psychiater und Psychotherapeuten begegnen fast weltweitem Unverständnis und Mißtrauen, nicht zuletzt von selten ihrer medizinischen Berufskollegen."

Siehe auch Psychotherapie.

 


Zuletzt bearbeitet: 07-Jan-06 von: Agon S. Buchholz