Objekt

Personen oder Dinge der äußeren Umgebung, die für unser psychisches Leben psychologisch bedeutsam sind.

Das kleine Kind nimmt in den frühesten Lebensphasen keine Objekte als solche wahr, sondern lernt erst im Lauf der ersten Monate seiner Entwicklung allmählich, das Selbst vom Objekt zu unterscheiden.

Partialobjekte

Zu den wichtigsten Objekten der frühen Kindheit gehören die verschiedensten Teile des eigenen Körpers des Kindes, zum Beispiel seine Finger, Zehen und der Mund. Auch von der Mutter existiert zunächst ihre Brust, ihre Hand, ihr Gesicht; erst später wird die Mutter für das Kind zu einem Gesamtobjekt.

Die Objekte des eigenen Körpers werden als Quellen der Befriedigung betrachtet, ihre psychischen Repräsentanzen sind daher in hohem Maße mit Libido besetzt. Diesen Zustand der auf die eigene Person gerichteten Libido bezeichnete FREUD als Narzißmus.

Objektbeziehungen

Die innere Haltung und das äußere Verhalten des einzelnen gegenüber Objekten.

Eines der wichtigsten Merkmale der frühen Objektbeziehungen ist ein hohes Maß an Ambivalenz. Das heißt, daß je nach den Umständen Gefühle der Liebe und ebenso intensive Gefühle des Hasses miteinander abwechseln.

Ein weiteres Merkmal früher Objektbeziehungen ist das Phänomen der Identifizierung mit dem Objekt; diese Identifizierung spielt eine wichtige Rolle in den komplizierten Prozessen der Ichentwicklung. Unzulängliche oder unbefriedigende Beziehungen zu den Objekten, das heißt zu der äußeren Umwelt der sehr frühen Lebenszeit, können die richtige Entwicklung bestimmter Ichfunktionen verhindern: Realitätsprüfung und die Beherrschung der Triebe.

Quelle: Brenner 1996: 96 ff.

 


Zuletzt bearbeitet: 07-Jan-06 von: Agon S. Buchholz