Bereits seit 1995 veranstaltet das neue Info-Radio Berlin-Brandenburg von ORB und SFB gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin den Dienst Info-Radio on Demand (Ausführlicher: vgl. Bericht in [3]).
Ein ähnliches Projekt hat der SWF gestartet; hier wird ein Teil des SWF-Sendearchivs digitalsiert zum Abruf bereitgestellt; Mitte 1995 lagen bereits über 190.000 Stunden Wort- und Musikbeiträge vor (Ausführlicher: vgl. Bericht in [3]).
Etwa seit Anfang 1996 bietet die Fernsehprogrammzeitschrift TV Today im Internet einen Service mit der Bezeichnung TV Today Online; dabei werden Einzelbilder aus dem laufenden Fernsehprogramm digitalisiert und über das Internet übertragen. Je nach Bandbreite und Internet-Anbindung kann der Benutzer maximal ein briefmarkengroßes Bild in fünf Sekunden erhalten; Ton wird nicht digitalisisert.
Zwar wird bei TV Today Online noch die Mehrzahl der Bilder eines Fernsehprogramms nicht übertragen (bei PAL: 50 Halbbilder bzw. 25 Bilder pro Sekunde; im günstigsten Falle werden also pro übertragenem Bild 124 Bilder nicht übertragen), man muß jedoch auch berücksichtigen, daß es sich hier um eine neuarige Übertragungsform für massenmediale Inhalte handelt.
[089:44]Ein ähnliches Angebot bietet auch die Tagesschau:
[089:44]Neue Technologien, z.B. von Vxtreme oder VDO, ermöglichen eine bessere Bildqualitä,t; ein VDO-Server kann beispielsweise bereits heute genutzt werden, um »Fernsehprogramme« über das Internet zu verbreiten, die von keiner konventionellen Sendeanstalt produziert und auch von keiner Medienanstalt kontrolliert werden; eine Internet-Anbindung, eine Videokamera, Digitalisierungs-Equipment und etwas Know-how reichen aus.
Die Berliner Firma Mediacube (http://www.mediacube.de/) setzte beispielsweise einen VDO-Server ein, um die Pressekonferenzen zu den Internationalen Filmfestspielen 1997 live sowie on demand über das Internet zu übertragen.
Problem: zu geringe Übertragungsgeschwindigkeit; Abilfe: Kabelmodems, z.B. @Home http://www.home.net/, knapp 50 Dollar im Monat, 100fache ISDN-Geschwindigkeit [089:44]
Wie auch in vielen anderen Bereichen stellt sich hier die Frage nach einer Konvergenz zwischen Massenmedien und Unterhaltungs-/ Informationstechnologien, zwischen Massen- und Individualkommunikation.
Während der Softwarekonzern Microsoft jüngst die Übernahme von WebTV -- also einer Technologie zum Verbreiten von Internet über herkömmliche Fernseher -- ankündigte, konnte IBM bereits vor drei Jahren fertige Produkte für den umgekehrten Weg -- das Verteilen von Fernseh- und Videodaten über Desktop-PCs -- anbieten.
Im Mai 1994 präsentierte IBM in London vor Vertretern der CBI Desktop News, einen »on-demand news service delivered by satellite to desktop computers« ([128] [2]).
Die Desktop News-Sendung wird zunächst in ähnlicher Weise produziert wie andere ITN-Beiträge; dann werden sie jedoch digitalisiert und mit einem IBM-Produkt, dem News Builder, um den Faktor 200:1 komprimiert; der fertige Desktop-News-Beitrag soll dann VHS-Qualität besitzen.
Die Übertragung erfolgt durch einen weiteren IBM-Dienst: Mit IN SatConnect werden die Beiträge an Eutelsat II geschickt. Der Abonnent von Desktop News muß also über eine Satellitenempfangsanlage verfügen. Für die Übertragung des Datenstroms von ca. 5 bis 10 MB pro Minute könnten auch Glasfaserleitungen oder sonstige Kabel benutzt werden, die Satellitenübertragung hat jedoch den Vorteil des Broadcast-Modus.
Auf seinem PC wird dem Desktop-News-Abonnenten zunächst eine Übersicht der Schlagzeilen angezeigt; sobald ein Beitrag ausgewählt wird, wird das Video in einem postkartengroßen Fenster abgespielt; daneben wird ein dazugehöriger Text angezeigt.
Das System soll dazu verwendet werden, einen maßgeschneiderten Fernsehkanal für Firmen bereitzustellen für eine präzise definierte Zielgruppe [1] wie Kunden, Händler oder Firmenangestellte. Zu den Themen des Programms sollen Training, Produktinformationen und Mitteilungen der Firmenleitung gehören.
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