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Kabelkommunikation: Kabelmodems


Definition

Als Kabelmodem bezeichnet man Geräte, die Daten über TV-Kabelnetze übertragen und im HF-Bereich mit verschiedenen Modulationsverfahren wie etwa QPSK (Quadrature Phase Shift Key) oder QAM (Quadratur Amplitude Modulation) arbeiten.

Je nach Ausführung erreichen Kabelmodems eine Übertragungsgeschwindigkeit von vier bis zu 36 MBit pro Sekunde [1] in einer Richtung. In der Praxis entspricht dies etwa der 700-fachen Geschwindigkeit eines 14.4-Kbps-Modems.

Im Gegensatz zu einer Wählleitung wird keine keine feste Verbindung (Punkt-zu-Punk-Verbindung) aufgebaut, daher entstehen keine Verbindungsgebühren. Ob ein Rückkanal (»upstream«) über das Kbelnetz realisiert werden kann, hängt vom Ausbau des jeweiligen Kabelnetzes ab. Die in Deutschland bisher aufgebauten TV-Kabelnetze haben zur Zeit keinen funktionierenden Rückkanal.


Funktionsweise und Eigenschaften

Ein Kabelmodem enthält einen oder mehrere Ethernet-Anschlüsse (10Base-T, 802.3), über den der PC angeschlossen wird; i.d.R. ist also im Computer eine installierte Netzwerkkarte erforderlich; auch der Rest der Technik unterscheidet sich vom gewohnten: »Die Kabelmodems erinnern nur äußerlich an bisherige Telefonmodems. Im Innerenist die Technik gänzlich anders. Die Geräte modulieren und demodulieren nichts mehr, sondern filtern digitale Daten aus einem breiten Datenstrom. Das Kabelmodem ist aus dieser Blickrchtung mehr mit einem TV-Tuner zu vergleichen.«.

Wenn das vorhandene Kabelnetz keine bidirektionalen Verbindungen (two-way-service) erlaubt, dann kann für die Übertragung des Rücksignals das herkömmliche Telefonnetz genutzt werden (vgl. Abb. »High-Speed Data over Cable« in Ausgabe 12/1995 des US-Computermagazins Byte; [eine lokale Kopie der Abbildung ist verfügbar]; Größe: 10 kB).

Bei Kabelmodems steht die komplette Bandbreite keinem Teilnehmer exklusiv zur Verfügung, da das Kabel im Broadcast-Verfahren genutzt wird (ähnlich dem Ethernet) ([097:115]). Der US-amerikanische Kabelnetzbetreiber Hybrid Networks schätzt beispielsweise, daß über einen Kabelkanal ca. 200 bis 300 gleichzeitige Benutzer versorgt werden können (Quelle: Frequently Asked Questions About Hybrid Networks). Für den vergleichsweise schmalbandigen Rückkanal stehen ca. 512 kB/s pro Nutzer (insgesamt 37 MHz Bandbreite)zur Verfügung ([121]).


Standardisierung

Bis vor kurzem war keine Standardisierung absehbar; die zur Zeit angebotenen Modelle (vgl. Übersicht der Hersteller und Produkte) sind zueinander inkompatibel.

Die Arbeitsgruppe 802.14 am Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) arbeitet jedoch an der Standardisierung eines Zweiwege-Kabel-TV-Protokolls; Unter anderem sind Firmen wie Alcatel, AMD, IBM, Motorola und Philips in der Arbeitsgruppe vertreten ([146:34]). Auf Basis des Zweiweg-Kabel-Protokolls wurde beispielsweise der Remote Link Adapter von Hybrid Networks, Cupertino, entwickelt, der mit ca. 10 MBit/s Daten anliefert, als Rückkanal jedoch auf Telefon- oder ISDN-Leitungen angewiesen ist ([099:296])

Der Entwurf der Arbeitsgruppe 802.14 des IEEE soll im ersten Qartal 1998 zu einer weltweiten Standardisierung seitens der International Telecommunications Union (ITU) erweitert werden ([146:34]).

Wird über die Kabelnetze Internet geroutet, wandelt sich der Kabelnetz-Betreiber zum Internet Service Provider (ISP). Nach einer Umfrage von Peter Trappe ([098:098]) sind ca. 70% aller Internet-Nutzer interessiert am Erwerb eines Kabelmodems. In den USA werden Kabelmodems ab 1997 zu einem Preis von ca. $500 auf dem Markt angeboten werden. Für Deutschland wird 1997 ebenfalls mit der Einführung erster Kabelmodems gereichnet; die Preise für eine PC-Steckkarte werden voraussichtlich bei ca. DM 300 liegen.


Akzeptanz von Kabelmodems

Motorola vermeldete kürzlich einen langfristigen Vertrag mit Time Warner, der den Absatz von 250.000 Kabelmodems über mehrere Jahre sichert ([146:34]).


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[1] Die Angaben über die maximalen mit Kabelmodems erreichbaren Datenraten unterscheiden sich deutlich; die niedrigsten Angaben zu Downstream Speed liegen bei 64 Kbps, die höchsten bewegen sich um die 30 Mbps. Signifikant niedriger sind meist die Werte, die für den Upstream Speed angegeben werden (64 Kbps bis 10 Mbps).


Erstellt am: 31-Mar-1997 von: Agon S. Buchholz <asb@zedat.fu-berlin.de>
Zuletzt bearbeitet am: 27-Jul-1997 von: Agon S. Buchholz <asb@zedat.fu-berlin.de> mit: Hab.
Projekt: Kabelnetze als Telekommunikationsnetze: Kabelkommunikation: Kabelmodems
URL: http://userpage.fu-berlin.de/~asb/Internet/Kabelnetze/kabelmodems.html